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Borna Ernstfall bei Atemgift-Gefahr geprobt
Region Borna Ernstfall bei Atemgift-Gefahr geprobt
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23:40 23.10.2011
Nach dem Einsatz erhält der Schutzanzug eine intensive Reinigungs-Prozedur (Dekontamination) und wird dann sicher verpackt. Quelle: Gislinde Redepenning
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Wyhra

Das war das Szenario für eine gemeinsame Übung der Freiwilligen Feuerwehren Borna, Wyhra und Neukirchen am Sonnabend.

Die Kameraden aus Wyhra waren die Ersten an der Unfallstelle. Zwei Atemschutzgeräteträger machten sich ans Erkunden der Lage und retteten fiktiv ein ohnmächtiges Opfer. Wehrleiter Andreas Krötzsch forderte weitere Hilfe an. Zur Unterstützung rückte die Feuerwehr Neukirchen aus, dann kam der Gefahrgutzug aus Borna.Voraussetzung für das weitere Vorgehen - das Anlegen der Chemikalienschutzanzüge (CSA). Die Einsatzzeit ist für ihre Träger aufgrund der hohen körperlichen wie psychischen Belastung auf 20 bis maximal 25 Minuten begrenzt. Hinzu kommt noch die Zeit, die für die Dekontamination, also das Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen, was in den Händen des Katastrophenschutzes unter Abschnittsleiter Gerd Medicke lag. Denn, so das Szenario, beim ausgetretenen Gefahrgut handelte es sich um Ammoniumnitrat, Hauptbestandteil vieler Düngemittel und in konzentrierter Form ein tückisches Atemgift. Dieses kann sich im Ernstfall auch als Giftwolke verbreiten und somit zur Gefahr für die Bevölkerung in der Umgebung werden. Ein vorsorglich aufgebauter Wasserwerfer hätte diese niedergeschlagen. Erst als das Leck im Behälter geflickt und die CSA-Träger nach einer aufwendigen Reinigungs-Prozedur in einem speziellen Zelt dekontaminiert waren, gab Einsatzleiter Rico Lengefeld den Auftrag zum Rückbau aller Maßnahmen.Als ABC-Fachberater rund um den Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren im Landkreis verfolgte Torsten Thomas (Feuerwehr Wurzen/Berufsfeuerwehr Leipzig) mit Argusaugen das Geschehen. „Das Gebiet der Unfälle mit Gefahrgut ist anspruchsvoll, sehr speziell und wird in kleineren Gemeinden nicht oft geübt", stellte Thomas fest. „Die Aufgabe erfordert einen enormen logistischen Aufwand und man merkt schnell, dass man personell an Grenzen stößt."Bornas Wehrleiter Kai Noeske hatte seinem Stellvertreter Marcel Böhm die Verantwortung für die Übung mit drei Ortswehren sowie dem Katastrophenschutz der Feuerwehren Grethen und Prießnitz überlassen. Insgesamt waren 37 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen vor Ort. „Um effektiver und konzentrierter arbeiten zu können, haben wir uns entschlossen, nicht alle sechs Ortswehren einzubinden", so Böhm. „Nach der anfänglichen Betriebsamkeit ist schnell Ruhe eingekehrt, und der Einsatz konnte vernünftig und gezielt abgewickelt werden." Sein Hauptaugenmerk lag auf der Taktik sowie der Kommunikation der Führungskräfte. Die zu verbessernden Feinheiten werden mit den Wehrleitern besprochen.„Ich hätte mir gewünscht, dass sich jemand von der Stadt persönlich über die Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehr informiert hätte", bedauerte Marcel Böhm. „Immerhin arbeiten wir alle ehrenamtlich und sind heute früh von unseren Familien weggerufen worden."

Gislinde Redepenning

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