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Erst Pödelwitz, jetzt Groitzsch: Protest gegen Kohlepläne der Mibrag wächst

Protest Erst Pödelwitz, jetzt Groitzsch: Protest gegen Kohlepläne der Mibrag wächst

Die Stadt Groitzsch lehnt einen neuen Aufschluss des Tagebaus Groitzscher Dreieck durch die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) ab. Gründe für diese Haltung gibt es laut Bürgermeister Maik Kunze mehrere. Der wichtigste: Die Ortslage Obertitz müsste devastiert werden.

Nahe des Ortes Obertitz liegen Kohlevorkommen. Wenn der Abbau genehmigt wird, muss der Ort weichen.

Quelle: Andreas Döring

Groitzsch. Die Stadt Groitzsch lehnt einen neuen Aufschluss des Tagebaus Groitzscher Dreieck ab. Das haben Stadträte und Verwaltung bei einem gemeinsamen Treffen von Kommunen, Oberbergamt und dem Bergbauunternehmen Mibrag deutlich gemacht. Begründung: Weitere 17 Ortsteile wären mindestens 20 Jahre lang vom Bergbau und dessen Folgen betroffen.

Anlass für das Treffen war ein Antrag der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) auf Einleitung eines bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens. Das ist nötig geworden, da seitens des Unternehmens eine Änderung des bereits genehmigten Braunkohleplans angestrebt wird. Im Kern geht es dabei um den Abbau weiterer Kohlevorkommen und die damit verbundene Abbagerung von von Pödelwitz und Obertitz. Auch ein neuer See in der Nähe von Neukieritzsch ist Bestandteil des neuen Antragsverfahrens. „Wir stellen uns nicht gegen den Tagebau an sich in Schleenhain und Peres, sondern gegen das Abbaggern von Obertitz“, betont Kunze. Zahlreiche Ortslagen würden zudem auf Jahrzehnte unter dem Bergbau leiden. „Notwendige Immissionsschutzmaßnahmen in Gestalt von Schutzpflanzungen sind bis zum jetzigen Zeitpunkt durch die Mibrag ausgeblieben. Das Landschaftsschutzgebiet Schnauderaue müsste für notwendige Band- und Transportanlagen zerschnitten werden. Und der sich in den letzten Jahren zu einem Biotop entwickelte Groitzscher See mit unberührter Flora und Fauna würde wieder verschwinden“, zählt der Rathauschef die Einwände gegen das Groitzscher Dreieck auf. Denn dieser würde als „vorbereitendes Betriebsgelände“ dem Tagebau zugeschlagen, obwohl der südliche Uferbereich durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft bereits saniert worden ist.

Fragwürdig erscheint der Stadt vor allem aber das Argument der Mibrag, die vertragliche Liefersicherheit für das Kraftwerk Lippendorf bis 2040 allein aus dem Planungsgebiet sichern zu müssen. „Dieses Argument wird durch das Verbringen der Kohle an andere Standorte immer unglaubwürdiger“, so Kunze. Für ihn und andere Kritiker ist klar, dass der Neuaufschluss des Groitzscher Dreiecks überflüssig wäre, würde die Kohle aus Schleenhain und Peres ausschließlich für das Kraftwerk genutzt werden. Zudem sollte für ihn das Abbaggern von Orten der Vergangenheit angehören. Die Begründung: die politisch gewollte Energiewende.

Für Kunze steht aber noch ein anderer Fakt im Fokus. „Mit dem Neuaufschluss des Groitzscher Dreiecks würde man der nachfolgenden Generation eine schwere Hypothek auflasten, mitten im Gemeindegebiet gäbe es einen aktiven Tagebau.“ Und der würde gerade einmal fünf Jahre bestehen. Doch die langfristigen Folgen sind deutlich umfangreicher. Neben Obertitz gingen landwirtschaftliche Nutzflächen verloren, Verkehrsanbindungen würden zerstört und ein Grundwasseranstieg durch die Flutung des Sees unvermeidlich. „Die Folgen davon sind momentan noch nicht absehbar“, stellt Kunze klar. Er befürchtet, dass die Stadt mit dem dritten Abbaufeld auf Jahre von der bisher positiven Entwicklung abgehängt wird. Damit bliebe einzig, die ganze Hoffnung in einen See zu legen, der ab 2060 das Gemeindegebiet dominieren würde. Dass aber genau dieser Umstand für eine zukunftsfähige Entwicklung ausreicht, wagt Kunze zu bezweifeln.

Er hofft, dass die Kritikpunkte beim Oberbergamt Gehör finden werden. Doch auf eine endgültige Entscheidung muss die Stadt noch einige Zeit warten. Rund drei Jahr könnte es dauern, bis die Behörde alle Einwände und Befürwortungen abgewogen hat.

Von Julia Tonne

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