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Erster Einzug im Inspektorenhaus Kitzen steht bevor

Sanierung Erster Einzug im Inspektorenhaus Kitzen steht bevor

Weil für die Sanierung des Inspektorenhauses im Pegauer Ortsteil Kitzen nun doch eine Baugenehmigung erforderlich war, sind die Kosten von einer halben Million auf rund 600 000 Euro gestiegen. Bauherr Carsten Iwan indes hat bereits die ersten Mieter begrüßt.

Das Inspektorenhaus (vorne) ist ein Teil des Kitzener Rittergutes (links). Von hier aus wurden die Gutsbesitzer bekocht.

Quelle: Julia Tonne

Pegau/Kitzen. Weil für die Sanierung des Inspektorenhauses im Pegauer Ortsteil Kitzen nun doch eine Baugenehmigung erforderlich war, sind die Kosten von einer halben Million auf rund 600 000 Euro gestiegen. Bauherr Carsten Iwan indes hat bereits die ersten Mieter begrüßt. Die feierten Silvester hier und ziehen dann im Januar endgültig ein.

Lange Zeit, fast 15 Jahre, stand das Inspektorenhaus, das an das Kulturhaus angrenzt und einst zum Rittergut Kitzen gehörte, leer und verfiel zusehends. Iwan, der für den Siedlerverein Kitzen Rodeland im Pegauer Stadtrat sitzt, kaufte das Gebäude, als die Stadt im Namen der Vorbesitzer das Haus zum Kauf anbot, und saniert es seit dem Sommer. Doch lange Zeit war unklar, wie alt das Haus tatsächlich ist. „Wir wussten nur, dass ein bisschen Barock und ein bisschen Renaissance im Haus steckten“, sagt Iwan.

Die Fassade wird aller Voraussicht nach im nächsten Jahr verputzt

Die Fassade wird aller Voraussicht nach im nächsten Jahr verputzt.

Quelle: Julia Tonne

Mehrere Gutachten brachten schließlich Licht ins Dunkel – und durch Zufall und nach langer Suche aufgetauchte Bauunterlagen. „Die Holzanalyse hatte ergeben, dass das Holz 1920 noch im Wald gestanden hat, und die Bauunterlagen datieren den Bau auf das darauffolgende Jahr“, erklärt der Bauherr. Im Auftrag des damaligen Rittergutsbesitzers Max Laue habe der Hallenser Architekt Paul Grempler das Gebäude entworfen.

Einige Überraschungen sind seit Sanierungsbeginn zum Vorschein gekommen. „Denn als wir angefangen haben, hatten wir noch keine Bestandsbaupläne“, begründet der Rodeländer. So sei unter anderem eine frühere Klärgrube gefunden worden. Ein preußisches Kappengewölbe gehöre ebenfalls zu den Besonderheiten. Diese gehörte zu einer Art Räucherkammer, in der das Essen für die Gutsherren zubereitet wurde.

Fünf Wohnungen entstehen im Inspektorenhaus

Iwans Ziel, dass bis Ende des alten Jahres die ersten Mieter einziehen, ist noch nicht ganz geglückt. Allerdings fehlen nur wenige Tage. Silvester wollte die erste Familie schon dort feiern, die Möbel kommen dann etwas später. Auch die zweite Wohnung ist bereits vermietet, sie wird ab März bewohnt. Insgesamt hat Iwan fünf Wohnungen saniert, die beiden im Erdgeschoss sind alters- und behindertengerecht. Und weitere Interessenten gibt es bereits – trotz der doch höheren Miete als ursprünglich geplant. Bisher ging Iwan davon aus, pro Quadratmeter 5,50 Euro zu nehmen, doch die Baugenehmigung brachte die Kalkulation etwas durcheinander und erhöhte die Sanierungskosten um rund 100 000 Euro. Erforderlich war die Genehmigung geworden, da das Gebäude mehrere Jahre ungenutzt war. Nun liegt der Mietpreis bei etwa 6,50 Euro je Quadratmeter.

Der Bauherr geht davon aus, dass die Sanierung im neuen Jahr im Großen und Ganzen abgeschlossen werden kann. Zudem hofft Iwan auf Fördermittel vom Leader-Programm für die Restaurierung der Treppenhäuser und das Verputzen der Fassade. Doch die Bescheide lassen noch auf sich warten. Eine kleine Erleichterung gab es allerdings bereits: die energetische Sanierung wurde teilweise gefördert.

Dass Iwan das Wagnis auf sich nimmt, begründet er damit, den Ort Kitzen weiter aufwerten zu wollen. Für ihn sei es undenkbar gewesen, ein solch geschichtsträchtiges Gebäude weiter verfallen zu lassen.

 

Von Julia Tonne

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