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Borna Erstes Training in Brandcontaineranlage
Region Borna Erstes Training in Brandcontaineranlage
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15:00 10.06.2018
Wie eine Person aus einem brennenden Haus geborgen wird, konnten die Feuerwehrleute an der Containeranlage proben. Quelle: Bert Endruszeit
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Mölbis

Eine ganz heiße Sache konnte am Sonnabend beim Mölbiser Dorffest bestaunt werden: Zwei schwarze Container, die es in sich haben. „Das ist eine mobile feststoffbetriebene Brandcontaineranlage“, erklärte Silvio Röser von der Firma Atemschutz Röser aus Oelzschau. „In die Anlage haben wir fast zweieinhalb Jahre Entwicklungszeit gesteckt. Jetzt ist sie gerade fertig geworden.“ Eine Woche zuvor war sie in Naunhof erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden, in Mölbis erlebte sie nun die ersten planmäßigen Trainingsstunden mit Feuerwehrleuten.

Die Brandcontaineranlage war ein Hingucker beim Mölbiser Dorffest. Doch zum Programm gehörte noch mehr.

Was steckt eigentlich in ihr drin? „Im ersten Container ist eine zweigeschossige und zwölf Meter lange Kriechstrecke aus Gitterboxen, im zweiten wird dann ein Feuer bekämpft“, sagte Röser. Mit dem entsprechenden Atemschutz versehen, können Feuerwehrleute selbst erleben, was Brandbekämpfung in engen, dunklen und extrem heißen Räumen bedeutet.

Der Mölbiser Feuerwehr-Gruppenführer Andreas Nebel wagte sich schon am Morgen in die heißen Container. „Wir wollten so etwas mal in Hoyerswerda ausprobieren, doch dort war der Andrang einfach zu groß.“ Nun sei die Übungseinheit direkt im Ort. „Die Hitze ist der Hammer, das ist Sauna im XXL-Format“, so Nebel.

36 Brandschützer durchlaufen die Anlage

Er weiß wovon er spricht, denn in der Sauna ist er einmal pro Woche. „Doch hier in diesem Container ist alles viel heißer. Und es ist absolut finster, man läuft da völlig blind herum und muss alles absuchen und abtasten.“ Erstaunlich sei, wie schnell sich angesichts solcher Temperaturen Wasser in Dampf verwandelt. „Und der Dampf ist richtig heiß.“ Löschen mit ganz viel Wasser sei bei solchen Bränden keine Lösung, denn dann steht der Feuerwehrmann einfach nur mitten im heißen Dampf.

Insgesamt 36 Feuerwehrleute von zwölf Wehren durchliefen am Sonnabend die Hitzestrecke, drei von ihnen kamen sogar aus der Nähe von Kiel. Kein Wunder, sind solche Brandcontainer durchaus eine Rarität. In ganz Deutschland soll es nur eine Handvoll dieser mobilen Übungsmodule geben.

Herausforderung: Raumtemperatur von 270 Grad

Das Besondere ist, dass die Hitze darin dauerhaft gehalten werden kann. Dafür sorgt ein mächtiges Feuer, das immer wieder mit frischem Holz gespeist wird. „Wir haben hier eine Raumtemperatur von 270 Grad Celsius“, erklärte Röser. Faszinierend sei für viele der Übenden, wie in Sekundenschnelle aus einem Liter Wasser 1700 Liter Wasserdampf entstehen. Bei solchen Bränden müsse man dann immer überlegen, ob nicht das Löschen mit Pulver besser wäre.

Weitere Angebote beim Dorffest

Mit Wasser wesentlich geringerer Temperaturen haben die Mitglieder des Anglervereins Göselaue Mölbis zu tun. Beim spielerischen Weitwurf konnten sich Kinder selbst an der Angelrute versuchen. Wenn es nach Vereinschef Reiner Engelhardt ginge, dann längst auch wieder im Mölbiser Dorfteich. „Der ist derzeit leider eine Kloake, seit rund fünf Jahren ist er regelrecht umgekippt.“ Das Problem seien große Bäume, deren Laub sich im Wasser zersetzt, und fehlende Zuflüsse.

Längst würde es ein Projekt für die Renaturierung geben, doch dafür sei ein teures Planfeststellungsverfahren nötig. „Aber wir bleiben an dem Thema dran, denn irgendwann sollen Kinder auch dort wieder angeln können.“

Von Bert Endruszeit

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