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Erstklässler dürfen am Sonnabend doch in Deutzen eingeschult werden

Jahrgangsübergreifender Unterricht Erstklässler dürfen am Sonnabend doch in Deutzen eingeschult werden

Aufatmen in Deutzen: Am Sonnabend können in der Grundschule „4 Jahreszeiten“ ABC-Schützen eingeschult werden. Das sächsische Kultusministerium hat grünes Licht für das Konzept des jahrgangsübergreifenden Unterrichts gegeben. Damit betritt der Landkreis Neuland.

Die Grundschule Deutzen bekommt am Montag Schülerzuwachs. Denn die Einschulung und das jahrgangsübergreifende Konzept sind vom Kultusministerium genehmigt worden.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Deutzen. Die Zuckertüten sind fertig und dekoriert, die Ranzen gepackt – und nun steht auch fest, dass etwa zehn Deutzener ABC-Schützen in ihrer Grundschule „4 Jahreszeiten“ eingeschult werden können. Am vergangenen Freitagnachmittag hat das Sächsische Kultusministerium grünes Licht für das Konzept des jahrgangsübergreifenden Unterrichts gegeben. „Das überarbeitete Konzept ist bestätigt worden“, erklärt Roman Schulz, Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) in Leipzig.

Damit erfüllen sich die Hoffnungen der Eltern und Lehrer, wieder Erstklässler in der Schule begrüßen zu können. Schließlich hatte das Kulturministerium die Bildung einer regulären Klasse abgelehnt, da die erforderliche Zahl von 15 Kindern nicht erreicht worden wäre. Für Schulz ist vor allem die Entwicklung, die diesem „sensationellen Ergebnis“ vorausgegangen ist, beachtenswert. In der letzten Schulwoche habe es einen gemeinsamen Gesprächstermin mit Ministerium, SBA und Eltern gegeben mit der Aufforderung an Schule und Eltern, das Konzept noch einmal zu überarbeiten. In den Ferien lag dieses dann in Dresden vor und konnte in dieser Fassung kurz vor Beginn des neuen Schuljahres abgesegnet werden. „Der ganze Prozess ging sehr schnell, in anderen Fällen dauert so etwas durchaus ein halbes bis ein Jahr“, so Schulz.

Doch nicht nur dieser Umstand ist eine Besonderheit, sondern auch das gesamte Konzept an sich. Denn den jahrgangsübergreifenden Unterricht suchen Eltern im Landkreis Leipzig sonst vergeblich. Der Landkreis betrete laut SBA damit „Neuland“. Um das Konzept auch genehmigen zu können, waren vorab einige Änderungen notwendig. Zwar hatten Schule und Elternschaft mit einem kurzfristig vorgelegten Grobkonzept sowie die Gemeinde mit einem Gemeinderatsbeschluss am 24. Mai die formalen Voraussetzungen geschaffen. Laut Schulz aber habe es einige Defizite aufgewiesen. Vor allem fachlich-pädagogische Aspekte seien in Zusammenarbeit aller Beteiligten nachgebessert worden.

Der Elternratsvorsitzenden Jana Pfaff und ihren Mitstreitern fällt in Anbetracht der Zustimmung aus Dresden „ein großer Stein vom Herzen“. Schulleitung, Lehrer, Eltern und Kinder hätten ewig gekämpft und große Hürden überwinden müssen. „Ohne Erstklässler hätte die Zukunft der Schule auf der Kippe gestanden. Und ohne Schule würde das Dorf aussterben“, ist Pfaff überzeugt. Jetzt könne am Sonnabend ordentlich gefeiert werden. Ohnehin sei die Feier schon geplant worden. Denn auf den letzten Drücker noch etwas zu organisieren, sei schwer. „Aber im Hinterkopf hatten wir schon Ideen“, sagt Pfaff.

Dass die Einschulung nun auf jeden Fall stattfinde, ist auch daran zu erkennen, dass der sogenannte Mitwirkungsentzug zurückgenommen werde. Laut Schulgesetz für den Freistaat Sachsen muss an Grundschulen jede neu einzurichtende Klasse mindestens 15 Schüler haben, sonst entzieht der Freistaat seine Mitwirkung und stellt keinen Lehrer zur Verfügung. Durch das jahrgangsübergreifende Konzept sei das laut Schulz aber nun hinfällig.

Für die Grundschule bleiben dieser Tage nun zwei Dinge zu tun: Sie muss die Einschulungsfeier gestalten und vor allem die Eltern der Kinder, die im nächsten Jahr eingeschult werden, über die Neuigkeit informieren. Die erste Klasse des Schuljahres 2017/2018 bildet dann zusammen mit den jetzigen Erstklässlern die erste jahrgangsübergreifende Klasse im Landkreis.

Von Julia Tonne

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