Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Erwerbsloseninitiative will Domizil in der Bornaer Schulstraße verlassen
Region Borna Erwerbsloseninitiative will Domizil in der Bornaer Schulstraße verlassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 05.03.2018
Geschäftsführer Wolfgang Osterkamp von der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig vor dem Vereinshaus in der Schulstraße 19 in Borna. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative (ESI) Leipzig wird das Vereinshaus in der Bornaer Schulstraße 19 verlassen. Das hat Geschäftsführer Wolfgang Osterkamp angekündigt. Der Verein könne nicht mehr in seinem bisherigen Domizil bleiben, nachdem die Stadtverwaltung vor einigen Wochen den Mietvertrag des Vereins für das erste Obergeschoss der einstigen Kindereinrichtung gekündigt hatte (die LVZ berichtete). Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) hatte die Kündigung mit dem Fehlen eines Fettabscheiders begründet, der für die Zubereitung von Speisen, wie dort geschehen, zwingend vorgeschrieben sei.

Der fehlende Fettabscheider ist aber offenkundig nicht mehr der Kern des Problems. Osterkamp erklärte, er habe nach einem Vor-Ort-Termin mit einem Mitarbeiter des zuständigen Zweckverbandes Wasser/Abwasser (ZBL) Bornaer Land veranlasst, „dass wir bis zum 31. Januar einen Fettabscheider haben werden“.

Nach wie vor aber steht der Vorwurf der Stadtverwaltung im Raum, dass die ESI die Räumlichkeiten in der Schulstraße zweckentfremdet, weil gewerblich genutzt hat. Nicht nur, weil eine Genehmigung für den An- und Verkauf von Möbeln für Bedürftige nur für das Sozialkaufhaus in der Raupenhainer Straße vorliege. In der Schulstraße hätten auch Möbelstücke gestanden, die keineswegs als Angebot für finanziell weniger gut Betuchte hätte gelten können, etwa „ein antiker Schreibtisch“, so Oberbürgermeisterin Luedtke.

Das bestreitet ESI-Geschäftsführer Osterkamp gar nicht. Das aber habe keinen Einfluss auf die Gemeinnützigkeit seines Vereins, dessen Tätigkeit in einen Zweck- und einen Geschäftsbetrieb zu trennen sei. Wertvollere Möbelstücke, die nicht unbedingt den finanziellen Möglichkeiten von Hartz-IV-Empfängern entsprächen, würden mit Mehrwertsteuer verkauft, und das sei dann rechtens.

Allerdings ist jetzt klar, dass der Verein, der in der Nachfolge des insolventen Vereins Obdach St. Joseph seit Jahren auch für die Betreuung von Obdachlosen in der Mühlgasse zuständig ist, das Vereinshaus in der Schulstraße verlassen wird. Zugleich betont Osterkamp, „dass wir weiter in Borna aktiv sein wollen“. Dringend benötigt würden dafür aber neue Räume, „weil wir unter den aktuellen Verhältnissen keine Beratungen durchführen können“. Etwa wenn es darum geht, Leuten zu helfen, die Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Barschaften so einzuteilen, dass sie damit über den Monat kommen.

Von der Stadt bekomme die ESI dabei keine Unterstützung, so der ESI-Geschäftsführer weiter. Allerdings gebe es ein konkretes Angebot für ein neues Vereinsdomizil, möglicherweise gar nicht weit entfernt von der Schulstraße 19.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Trotz der Kritik aus Pegau hält die Sparkasse Leipzig an den stark reduzierten Öffnungszeiten ihrer Filiale am Markt fest. Zudem verweist sie darauf, dass zwar der Serviceschalter eingeschränkt genutzt werden kann, für persönliche Beratungen aber viel mehr Stunden zur Verfügung stehen.

04.01.2018

Ein Streit zwischen dem Unternehmer Ronny Träger und der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen ist mittlerweile vor Gericht gelandet. Entzündet hat sich die Auseinandersetzung an der Einleitung des Regen- und Abwassers in das Speicherbecken Witznitz. Und wohl auch an einem Grundstückskauf.

24.04.2018

Das Jahr 2018 ist keine 56 Stunden alt, da haben die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Borna schon ihren fünften Einsatz absolviert. Bemerkenswerter noch als dieses erstaunliche Pensum ist die Adresse, zu der in allen Fällen - zuletzt am Mittwoch, 7.40 Uhr - ausgerückt wird: Markt 1, Sitz der Stadtverwaltung. 

22.02.2018