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Erzieherinnen und Eltern in Neukieritzsch fühlen sich schlecht informiert

Trägerwechsel Erzieherinnen und Eltern in Neukieritzsch fühlen sich schlecht informiert

Sieben freie Träger bewerben sich um die Kindereinrichtungen in Lobstädt und Großzössen. Die Gemeindeverwaltung, die die Einrichtungen abgeben will, sieht sich derweil mit Fragen und Vorwürfen des Personals und aus der Elternschaft konfrontiert.

Die Kindertagesstätte „Krümelwäldchen“ in Großzössen soll in freie Trägerschaft gehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch. Der von der Gemeinde geplante Trägerwechsel für drei derzeit noch kommunale Kindereinrichtungen in Lobstädt (Hort und Kindertagesstätte) sowie in Großzössen (Kita) stößt bei Personal und Eltern offenbar auf große Vorbehalte. Der Gemeinde liegen nach ihrer Ausschreibung unterdessen sieben Angebote vor. Nach einer Vorauswahl, die die Verwaltung trifft, sollen drei Interessenten ihre Konzepte am 13. September dem Verwaltungs- und dem Technischen Ausschuss vorstellen.

Neben inhaltlichen Fragen geht es bei den Vorbehalten auch um die bisherige Kommunikation durch die Gemeindeverwaltung. Das wurde auf der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, als Thomas Meckel (SPD-Fraktion) die Verwaltung fragte: „Was haben Ihnen diese Frauen getan?“ Womit er auf die aus Sicht des Personals offenbar spärliche Information der Mitarbeiterinnen anspielte. Meckel bezog sich auf die jüngste Sitzung des Ortschaftsrates, auf der sechs Erzieherinnen und zwei Eltern ihrem Ärger Luft machten.

Im Protokoll ist vermerkt: „Die Gäste, vor allem die Erzieherinnen, brachten ihren Unmut über das Informationsverhalten der Gemeinde zum Ausdruck. Sie haben von dem geplanten Trägerwechsel nur aus der Zeitung erfahren.“ Zudem, heißt es dort weiter, seien Eltern und Belegschaften „auf Grund fehlender Information der Gemeinde und ungewisser Aussichten für die Einrichtungen höchst verunsichert“.

Den Vorwurf mangelnder Information wiesen Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) und Hauptamtsleiterin Petra Jung zurück. Die Einrichtungen seien per Mail informiert worden, sagte Jung. Zwei Tage nach der Sitzung, auf der der Gemeinderat grünes Licht für die Suche nach einem Träger gegeben hatte, sei sie selbst in allen drei Einrichtungen gewesen. Dass die Angelegenheit zu Verstimmungen führt, bestätigte die Hauptamtsleiterin selbst mit den Worten: „Seit ich in den Einrichtungen war, wird nicht mehr mit mir geredet.“

Zu den inhaltlichen Fragen gab Bürgermeister Hellriegel im Gemeinderat Auskunft. Er versicherte, dass keine Einrichtung geschlossen werde. Diese Frage hatten Eltern im Ortschaftsrat aufgeworfen. Hellriegel bekräftigte sogleich die Absicht, dass ein Träger alle drei Einrichtungen übernehmen soll. Auch längere Schließzeiten in den Ferien werde es nicht geben. Möglich sei aber, in den Ferien Öffnungszeiten zu verkürzen, so wie es schon jetzt im Hort praktiziert werde.

Auch auf Fragen, die das Personal bewegen, ging Hellriegel ein. So werde es keine Veränderungen beim Verdienst, beim Urlaub, bei Zusatzrentenansprüchen und bei der Dauer der Betriebszugehörigkeit geben.

Konfrontiert wurde die Verwaltung auch mit der Frage, warum die personellen Probleme, mit denen der angestrebte Trägerwechsel begründet wird, gerade jetzt zu Tage treten. Mit seiner Antwort kritisierte Hellriegel indirekt seinen Amtsvorgänger Henry Graichen (CDU). Die personellen Engpässe seien der Verwaltung schon vor einem Jahr bekannt gewesen. „Warum der vorige Bürgermeister nichts unternommen hat, weiß ich nicht“, sagte Hellriegel. Ein freier Träger, der mehrere Einrichtungen betreibt, können mit seinem Personal flexibler auf Engpässe reagieren.

Amtsleiterin Jung versuchte schließlich, die Gemüter zu beruhigen: „Den Kindern, den Eltern und auch den Erzieherinen passiert nichts Schlimmes.“ Zugleich beteuert sie, die Verwaltung mache sich die Sache nicht leicht.

Von André Neumann

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