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Borna Es war ein Abend der Offenbarungen
Region Borna Es war ein Abend der Offenbarungen
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11:06 18.09.2017
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Borna

Auch gut anzusehen: die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke, die vor der Veranstaltung hatte anklingen lassen, dass sie sich auf der Tanzfläche nur bedingt wohl fühlt.

Gatte Holger hatte die Lage und seine Frau aber jederzeit gut im Griff.  Das Vergnügen, sich zu den Klängen der Konrad-Kater-Kapelle zu bewegen, war naturgemäß weitverbreitet. Etwa bei Rainer Arnold, langjähriger Leiter des Volkskundemuseums Wyhra und Gattin Anne-Sophie. Die hatte zum letzten Mal vor 18 Jahren geschwoft - „in einer ausgebombten Disco in Angola", wo die Wissenschaftlerin seinerzeit Wahlbeobachterin war. v Durchaus passabel auch das rhythmische Bewegungsschema von Landrat Gerhard Gey.

Borna. Es war ein Abend der Offenbarungen - und zwar der Tanzkünste der Ballbesucher. Besonders eindrucksvoll dabei zweifellos Katharina Landgraf. Die CDU-Bundestagsabgeordnete, mit Teilen ihrer großen Familie angerückt, schwebte mit ihrem Gatten Gerhard übers Tanzparkett, dass es eine Lust war, zuzusehen.

Dabei hatte der sich nach eigenem Bekunden bei der Begrüßung der Besucher wohl ein wenig um Kopf und Kragen geredet. Immerhin hatte sich Gey, Schirmherr des Balls, unter Verweis auf seinen Terminkalender bisher erfolgreich dem Ansinnen seiner besseren Hälfte Inge verweigert, gemeinsam einen Tanzkurs zu absolvieren. Damit dürfte es jetzt vorbei sein.  Zu den Nichttänzern gehörten der frühere Bornaer Oberbürgermeister Bernhard Schubert und seine Parteifreundin, die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Manuela Krause, die mit Mann Uwe erschienen war. Schubert war allein gekommen, weil seine Frau mit Gipsbein das Haus in Kesselshain hüten muss. Der 73-Jährige hatte das Empfinden vieler Ballbesucher auf den Punkt gebracht, als er eine bemerkenswerte Parallele zog - zum Sächsischen Opernball in der Dresdner Semperoper. „Unser Ball findet wie der in Dresden zum fünften Mal statt." Kleiner Unterschied, so der Vorsitzende des Freundeskreises des Westsächsischen Symphonieorchesters: „In Dresden brauchen sie 300 Leute zur Vorbereitung, bei uns etwas weniger."  Vor allem zwei Frauen: Kristina Kügler, gekommen mit Ehemann Manfred, stadtbekanntem Handwerksmeister und Stadtrat, und Gabriele Schitke, ihres Zeichens Kulturmanagerin und in Begleitung von Ehemann Andreas, der gleichfalls im Stadtrat sitzt und zudem schon Generationen von Schülern am Teichgymnasium in Musik und Deutsch unterrichtet hat.

Die Kulturfrau und die Inhaberin des Geschäfts „Buch und Kunst" hatten sich in der Vorbereitung um so gut wie alles gekümmert - von der Organisation bis zur Sitzordnung im großen Saal des Stadtkulturhauses. v Der Mann hat zweifellos Entertainer-Qualitäten. Andreas Woda, Vorstand der VR-Bank, die den Orchesterball wie auch die LVZ tatkräftig unterstützt hat, präsentierte launig und witzig die Gewinne, die den Siegern im Preisrätsel winkten. Dabei ging es um die Gemeinsamkeiten von Borna und seiner französischen Partnerstadt Etampes. v Gewinnerin war am Ende Monika Taubert. Sie wusste, dass es sowohl in Borna als auch Etampes einen schiefen Kirchturm gibt. Freuen darf sich die Frau aus Frohburg über ein Wochenende mit ihrem Gatten Gunter im Dresdner Maritim-Hotel, bei dem auch der Besuch einer Aufführung der Oper „Notre Dame" von Franz Schmidt in der Semperoper auf dem Programm steht. Und manchmal passt es besonders gut: Monika und Gunter Taubert feierten justament am Sonnabend ihren 35. Hochzeitstag.  Dass der Orchesterball in Borna keineswegs nur dem Amüsement dient, hat Tradition.

Gab es in anderen Jahren Geld für die Reparatur der Orchesterharfe oder die Garderobe der Musikerinnen des Westsächsischen Symphonieorchesters, wurde es diesmal konkret: Freundeskreischef Bernhard Schubert überreichte Solotrompeter Carsten Schirm eine nagelneue Es-Trompete, wie sie auch für Filmmusik und andere Klänge aus dem 20. Jahrhundert gebraucht wird. Dass sich damit noch anderes spielen lässt, machte Schirmer unmittelbar nach der Übergabe deutlich, als er Joseph Haydn intonierte. v Geleitet wurde das Westsächsische Symphonieorchester mit Ewald Donhoffer von einem Mann, der regelmäßigen Konzertbesuchern längst ein Begriff ist. Donhoffer gastiert auch regelmäßig an der Musikalischen Komödie in Leipzig, wo er morgen Abend „Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing dirigiert. Mit den Westsachsen arbeitet der 32-jährige Wiener besonders gern. „Weil sie so flexibel sind." v Donhoffer war keineswegs der einzige Orchesterleiter im Saal. Rodolphe Gibert, einer der Gäste aus der Partnerstadt Etampes, darf als Donhoffers Kollege gelten, denn er leitet das Orchestre de chambre d'Étampes. Ein Orchester, das einmal 15 und einmal 50 Musiker hat, je nach Programm und Projekt. Es sollte nur eine Frage der Zeit sein, dass Rodolphe Gibert und seine Musiker auch einmal in Borna zu erleben sind.  Zu den Gästen aus Etampes gehörte mit Klaus Schleuss ein alter Bekannter. Der 72-jährige Künstler hatte sich erst im Herbst im Goldenen Stern mit einer Ausstellung unter dem Titel „Digitale Bildkunst" präsentiert und einige seiner Werke als Dauerleihgaben in Borna gelassen.

Er stammt aus dem Raum Hannover und lebt seit drei Jahrzehnten in Etampes.  Der Mann beeindruckt immer wieder. Wer Gerhard Schreckenbach sieht, glaubt kaum, dass der frühere Chefarzt des Bornaer Kreiskrankenhauses bereits 91 Jahre ist. Zwar mit Gehstock, aber immer interessiert an allem, was in Borna vor sich geht, war der Mediziner mit Geburtsort Dresden der älteste Ballbesucher. In Borna ist er seit 52 Jahren zu Hause.  Ballstimmung kommt nicht ohne Profis aus. Die kamen im konkreten Fall aus Leipzig - die Konrad-Kater-Kapelle sorgte nicht nur für erstklassige Tanzmusik, sondern, je nach geschlechtsspezifischem Blickwinkel, auch für Augenweiden. Für die Herren: Jane Maturell, die 26-jährige Sängerin mit kubanischen Wurzeln, die aus Halle stammt. Für die Damen: Roman Petermann, der Sänger der Formation, der zu später Stunde als Elvis Presley auftauchte und mit soften wie harten Liedern des King of Rock and Roll beeindruckte. v Gute Laune geht durch den Magen. Das Team des Hotels „Drei Rosen" um Karsten Lungwitz sorgte für ein Büfett mit Spezialitäten der französischen Küche. Etwa Entengalantin, Rebhuhn und Weinbergschnecken. Fünf Leute waren dafür ab 10 Uhr in der Hotelküche im Einsatz.

Günther Hunger

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