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Borna Espenhain: Aspe-Wirt Peter Petters wird 75 und hat nur zwei Wünsche
Region Borna Espenhain: Aspe-Wirt Peter Petters wird 75 und hat nur zwei Wünsche
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11:11 30.03.2018
Auch mit 75 denkt Aspe-Wirt Peter Petters noch lange nicht ans Aufhören. Quelle: André Neumann
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Rötha/Espenhain

Sein Herz schlägt immer noch links, er liebt seinen Garten und vor allem seinen Heimatort Espenhain und dessen Menschen. Am Freitag wird Peter Petters 75 Jahre alt. Er ist nach wie vor politisch aktiv und bewirtet die Besucher in seinem Gasthof „Aspe“ immer noch selbst. Und das will er tun, so lange es noch geht, weswegen er zu seinem Geburtstag nur zwei Wünsche hat: „Gesundheit, und dass ich nach wie vor heiter und fröhlich bin.“

Auch wenn Peter Petters 15 Jahre in Leipzig gewohnt hat, seinem Heimatort hat er nie wirklich den Rücken gekehrt. Hier wurde er am 22. Dezember 1942 in der heutigen Straße des Friedens geboren, die damals im Volksmund Bereitschaftssiedlung hieß. Denn hier wohnten die, die für das Braunkohlewerk jederzeit verfügbar sein mussten. Petters Vater war Fahrer des Direktors.

Erfolgreich Veranstaltungen organisiert

Der junge Petters ging in Espenhain acht Jahre zur Schule und lernte dann Betriebsschlosser. Sein erster Anlauf auf ein Studium scheiterte. Warum, wurde ihm nie gesagt, aber kurz vor Beginn war sein Bruder in den Westen gegangen.

Er bekam einen Job im Forschungslabor des Werkes und begann zugleich im Espenhainer Jugendklub Veranstaltungen zu organisieren. Das tat er offenbar so gut, dass er später Kultursekretär bei der Kreisleitung der DDR-Jugendorganisation FDJ in Borna wurde und selbst die Armee ihn gern zum Kultur-Offizier gemacht hätte. Doch er kam nach Borna zurück und landete schließlich auf der Gewerkschaftshochschule, womit eine Karriere als Gewerkschafts-Funktionär begann. Er wurde stellvertretender Vorsitzender in Leipzig, wehrte sich aber gegen einen Ruf nach Berlin. Weil er weiter vor Ort mit den Leuten im Gespräch bleiben wollte, weil er die Nähe zum ganz großen Polit-Betrieb der DDR scheute und wohl auch wegen seines Kleingartens, den er seit 1979 bis heute in der Anlage „Wiesengrund“ bewirtschaftet und als sein zweites Zuhause bezeichnet.

Gasthof übernommen und später gekauft

Noch kurz vor dem Ende der DDR übernahm er als Kommissionär den Gasthof „Aspe“, der seit zwei Jahren leer stand. Hier hatte schon seine Mutter über zehn Jahre hinterm Tresen gestanden. Peter Petters hatte seine eigenen ersten Gastro-Erfahrungen während des Studiums im Espenhainer Kulturhaus gemacht. Zwei Jahre später kaufte er den Gasthof, den er nun schon seit fast 28 Jahren betreibt.

Ein Linker im besten Sinne ist Peter Petters immer geblieben, seit er auf langes Drängen eines „alten Kommunisten“, wie er sagt, 1965 in die SED eintrat. „Ich möchte für die Menschen da sein“, sagt er. Dass sei ein Grund dafür, dass er nach wie vor die Kneipe betreibt, weil doch sonst kaum noch etwas los sei im Ort. Deswegen hat er vor zwei Jahren mit dem Ortschaftsrat, dem er auch angehört, die regelmäßigen Seniorenveranstaltungen fortgeführt, die nach der Eingemeindung wegzufallen drohten. Deswegen ist er immer noch ein streitbares Mitglied im Kreistag und im Gemeinderat. Und es macht ihn stolz, wenn einer ihn dankbar darauf anspricht, dass er sich für den Erhalt des Geldautomaten in Espenhain eingesetzt hat.

Peter Petters mag auch mit 75 nicht ruhen. Auch wenn er den Vorstandsposten im Gartenverein demnächst abgeben wird. „Ich kann nur jedem raten, der gesundheitlich noch fit ist, nach der Rente weiter irgend etwas zu tun“, sagt er.

Von André Neumann

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