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Borna Etat verabschiedet – Elstertrebnitz wird wieder Herr seiner Finanzen
Region Borna Etat verabschiedet – Elstertrebnitz wird wieder Herr seiner Finanzen
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12:44 14.10.2016
Kanalbau in der Nähe der Eisenmühle Elstertrebnitz im Sommer dieses Jahres. Quelle: Jens Paul Taubert
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Elstertrebnitz

Schon im Mai dieses Jahres verabschiedete die kleine Gemeinde Elstertrebnitz ihren Haushalt – doch es klaffte ein Finanzloch von rund 170 000 Euro. Daher legte die Kommunalaufsicht ihr Veto ein. Im zweiten Anlauf hat der Ort nun einen ausgeglichenen Haushalt – dank überraschender Geldquellen.

Bürgermeister David Zühlke (CDU) war heilfroh, als sein Gemeinderat zur Sitzung am Donnerstag kurz vor 21 Uhr dem Haushaltsplan mit nur einer Enthaltung zustimmte. Das 200 Seiten starke Zahlen-Werk hatte der Kommune arge Kopfschmerzen bereitet. „Wir sind froh, dass es uns im Laufe des Jahres gelungen ist, das Minus auszugleichen“, so der Ortschef. Bis dahin galt die „vorläufige Haushaltsführung“, was bedeutet, dass viele Ausgaben mit dem Landratsamt abgestimmt werden müssen.

Grund für das aktuelle Plus von 42 000 Euro sind zum einen Einsparungen beim Kanal- und Straßenbau. Seit Jahren investiert die Gemeindeverwaltung Hunderttausende von Euro, um alle Grundstücke an die zentrale Abwasseranlage anzuschließen. Stück für Stück soll dies bis 2020 geschehen, so sieht es das Abwasserbeseitigungskonzept vor.

Aktuell läuft im Ort noch eine Baustelle. Die Rohre sind bereits im Boden, die Straße soll spätestens Anfang November fertig sein, so Zühlke. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Eilenburger Firma, „das war top“. Großer Vorteil: Das Angebot des Unternehmens lag weit unter den errechneten Kosten des Planers. Der zweite Geldsegen ergab sich durch höhere Gewerbesteuereinnahmen eines großen Betriebs, wie der Bürgermeister es formulierte.

Erschwerend sei in diesem Jahr hinzugekommen, dass verschiedene Hochwasser-Projekte gebaut wurden, bei denen die Kommune in Vorkasse gehen musste. Ein Beispiel ist die Brücke in Trautzschen über den Mühlgraben, wo für 76 000 Euro Flutschäden beseitigt wurden. Das wird zu hundert Prozent gefördert. „Wir hoffen nun, dass die ganzen Rückzahlungen fristgemäß eintreffen“, sagte Zühlke. Es sei für eine Gemeinde dieser Größenordnung generell schwierig, bei mehreren Baumaßnahmen gleichzeitig die Kosten vorzustrecken.

Die Kommunalaufsicht muss nun noch den Haushaltsplan genehmigen, dann ist Elstertrebnitz, einer der wenigen kleinen selbstständigen Orte in Sachsen, wieder Herr seiner Finanzen. Beim Blick ins nächste Jahr ist David Zühlke vorsichtig: „Das ist vorher schwer zu sagen, es kommt auch auf die Landeszuschüsse an.“ Neben dem weiteren Kanalbau wird ein großes Projekt die energetische Sanierung des Kindergartens sein. Nach 27 Jahren braucht das „Knirpsenland“ dringend eine neue Heizungsanlage. Ein Zuschuss kommt vom Förderprogramm Brücken in die Zukunft: 83 000 Euro sind bereits genehmigt.

Von Claudia Carell

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