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Borna Ethikcafé in Borna: Interesse ist groß
Region Borna Ethikcafé in Borna: Interesse ist groß
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10:15 10.10.2018
Rund 20 Besucher waren zur zweiten Auflage des Ethikcafés in die Sana Klinik gekommen. Quelle: Julia Tonne
Borna

Patientenverfügung, Betreuungsverfügung oder doch eine Vorsorgevollmacht? Um diese drei Begriffe drehte sich am Dienstag das Ethikcafé in der Bornaer Sana Klinik, zu dem das Ethikforum des Krankenhauses eingeladen hatte. „Gerade bei diesen Themen gibt es viele Fragen“, machte Jacqueline Lindner, Krankenschwester und Ethikberaterin, deutlich. Was ist wann notwendig und was sollte man unbedingt haben? Worin liegen die Unterschiede, reicht eine Vollmacht handschriftlich oder muss sie durch einen Notar abgesegnet sein?

Drei Experten geben Antworten

Die Antworten lieferten am Dienstag unter anderem Andreas Neumert, Richter im Ruhestand, der Bornaer Arzt Dr. Rudolf Jakobi und der Ethiklehrer André Proskawetz. Die wichtigste der drei Alternativen sieht Proskawetz vorrangig in der Vorsorgevollmacht. „Sie sichert das Selbstbestimmungsrecht weit umfassender ab als eine Betreuungsverfügung, denn diese berechtigt nicht zur Vertretung bei Rechtsgeschäften“, erklärte er. Die Vorsorgevollmacht umfasse unter anderem die Gesundheitssorge/Pflegebedürftigkeit, Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten sowie Behördenvertretung und Vermögenssorge. Dazu kämen unter anderem die Vertretung vor Gericht und die Sorge um Post.

Hinweis zur Handhabbarkeit

Neumert machte zusätzlich darauf aufmerksam, bei mehreren Bevollmächtigten – zum Beispiel bei Geschwistern – den Satz einzufügen, dass jeder einzeln handlungsberechtigt sei. „Gibt es diesen Zusatz nicht, müssen beide oder gar drei gemeinsam entscheiden“, betonte der ehemalige Richter. Das allerdings werde dann schwierig, wenn die Tochter in München lebe, der Sohn aber in Rostock.

Wichtig: Stets im Sinne des Betroffenen handeln

Wichtig zu wissen bei einer solchen Vollmacht sei es, dass der Bevollmächtigte im Sinne des Betroffenen handeln müsse. „Wenn also genügend Geld da, Platz auch und Ihr Vater sich einen Hubschrauber wünscht, müssen Sie diesen Wunsch erfüllen“, erklärte Neumert. Die Anschaffung müsse allerdings dann ausgeschlagen werden, wenn weder Geld noch ein großer Garten vorhanden seien. „Sie sind auch dafür verantwortlich, dass sich der Betroffene nicht verschuldet.“

Die rund 20 Zuhörer fragen nach

Fragen von den rund 20 Zuhörern kamen unter anderem zu der Aktualisierung der Verfügungen und Vollmachten. Jakobi betonte, dass es sinnvoll sei, sämtliche Unterlagen mindestens alle zwei Jahre daraufhin zu prüfen, „ob noch alles passt, wie Sie es wollen“. Dann könne das Dokument mit dem aktuellen Datum und einer Unterschrift versehen werden, damit es seine Gültigkeit behalte. „Denn eine Vollmacht, die Sie vor 30 Jahren ausgestellt haben, muss bei weitem nicht mehr dazu passen, was sie jetzt wünschen.“

Wichtig sei noch ein anderer Punkt: Wer eine Verfügung oder Vollmacht ausfülle, muss rechtsgeschäftlich dazu in der Lage sein. Kurz: Er muss im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten sein und wissen, was er tut.

Von Julia Tonne

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