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Borna Etliche Promis bekommen von Jörg Knör im Bornaer Stadtkulturhaus ihr Fett weg
Region Borna Etliche Promis bekommen von Jörg Knör im Bornaer Stadtkulturhaus ihr Fett weg
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00:20 25.10.2017
Parodist mit Leib und Seele: Jörg Knor als Karl Lagerfeld. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Rammstein singt „Hello again“ von Howard Carpendale, Reiner Calmund liebt Hähnchen in Parfüm – coco chanel –, Udo Jürgens hat nun drei Flügel und Johannes Heesters ist im Duett mit Michael Jackson zu hören. Am Samstagabend war im Stadtkulturhaus in Borna der Parodist Jörg Knör los. Und mit ihm Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Angela Merkel, Inge Meisel, Udo Lindenberg und Boris Becker. Das Who is Who der Berühmtheiten also.

Allerdings gaben sich nicht nur die lebenden und toten Promis das Mikro in die Hand, auch die Showmaster von früher und heute nutzten den Sonnabend für ihre Unterhaltungssendungen. So hüpfte Mario Barth genauso zappelig über die Bühne, wie Dieter Bohlen und Bruce Darnell rote und grüne Knöpfe drückten. Rudi Carell überraschte genauso, wie Wum und Wendelin der Rateshow „Der große Preis“ Glamour verliehen.

Irre wie das Original: Jörg Knor als Udo Lindenberg. Quelle: Julia Tonne

Zweieinhalb Stunden begeisterte Knör, Komiker und Parodist, dessen Stimmenrepertoire gewaltig ist, das leider nur kleine Publikum in Borna. Gerade einmal rund 100 Zuschauer waren gekommen, die allerdings eine Show erlebten, die ihresgleichen sucht. Wer nicht da war, verpasste einen Abend, der mit Lachtränen und Muskelkater im Zwerchfell einherging. Knör sang die Meisel und Helge Schneider, malte Karikaturen wie die von Rudi Carell, ließ Merkel und Herausforderer Martin Schulz im Keller bei der Briefmarkensammlung aufeinander prallen, gesellte sich zu der Schickeria auf der Insel Sylt („der Schmuck der dort Erholung suchenden Frauen ist von schätzbarem Wert, die Gesichter von unschätzbarem Wert“) und stattete dem Berliner Flughafen BER einen Besuch ab. „Und was bitte ist nachhaltiger als ein Flughafen, der nie Kerosin zu spüren bekommt?“

Die Universitätsstadt Borna („gleich in der ersten Reihe gibt es vier Leerstühle“) hatte es Jörg Knör eindeutig angetan, schließlich wartet sie mit einem ähnlich klangvollen Namen auf wie Roma oder Pisa. „Am Bahnhof heult der Wind, Strohballen fliegen umher, eine Ansage der Station in der S3 gibt es nicht, sonst würde ja keiner aussteigen.“ Knörs Vorschlag für die Hymne der großen Kreisstadt: Spiel mir das Lied vom Tod.

Die „Bornschen“ waren begeistert, nahmen die Reisezielbeschreibung mit Humor. Und Gabriele Schitke kann sich seit Sonnabend rühmen, für die „Miniausgabe der Elbphilharmonie“ Verantwortung zu tragen. Immerhin könne das Stadtkulturhaus mit ein bisschen Barock und einem Hauch von Ikea aufwarten.

Vor allem die Promis bekamen am Sonnabend ihr Fett weg. Oder eben auch nicht: Calmund will 40 Kilogramm abnehmen, stellt aber beim Gang auf die Waage fest, dass noch 66 Kilo fehlen. Becker macht das Besenkammer-Schild in der Sendung „Bares für Rares“ zu Gold, Gerhard Schröder singt zur Melodie Kalinka „Kein Linker, kein Linker hat soviel Geld wie ich“. Und Papst Johannes Paul II antwortet auf die Frage eines Messdieners, wann denn das Zölibat abgeschafft werden würde: „Das werden selbst meine Enkel nicht mehr erleben.“

Knör hatte sich für seine Show ein beeindruckendes Bühnenbild geschaffen: Paris. Kein Wunder also, dass auch das Baguette zu Ehren kam. Von diesem, so erfuhren die Bornaer, solle man nur das vordere und hintere Ende essen. „Denn haben Sie einmal gesehen, wie die Franzosen das Baguette tragen?“

Keine Frage: Wer am Sonnabend nicht dabei war, hat eine unvergessliche Show versäumt, einen Abend, der jede Samstagabend-, Wahl- und Musiksendung in den Schatten stellt. Knör ist es gelungen, in mehr als zwei Stunden mehrere Jahrzehnte Fernsehunterhaltung in geballter Form auf die Bühne zu bringen. Und damit gefühlte 20 Prominente, die zuweilen deutlich sympathischer daherkamen als die Originale.

Von Julia Tonne

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