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Borna Eulaer achten nach Brand und Diebstahl ganz besonders auf ihre Kirche
Region Borna Eulaer achten nach Brand und Diebstahl ganz besonders auf ihre Kirche
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00:31 18.03.2018
Pfarrer Matthias Lehmann vor der Tür der Sakristei in der Eulaer Wiprechtkirche. Quelle: Nikos Natsidis
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Für viele Eulaer ist sie eine Reliquie. Die Tür, die einstmals die Sakristei in der Wiprechtkirche schloss. „Ohne die Tür gäbe es die Kirche nicht mehr“, sagt Pfarrer Matthias Lehmann. Die Tür verhinderte in der Nacht zum 30. Januar 2015, dass die Flammen aus der Sakristei auf das gesamte Bauwerk übergriffen. Mittlerweile gilt sie als „Schutzengeltür“ und ist am Eingang in die Kirche aus dem zwölften Jahrhundert zu besichtigen. Doch nicht nur die sichtbar von den Flammen beschädigte Holztür sorgt dafür, dass sich das Verhältnis der Eulaer zu ihrer Kirche verändert hat, wie Pfarrer Lehmann beobachtet hat.

Feuer in der Nacht gelegt

Einsatzkräfte der Feuerwehr sind am 30.01.2015 mit Löscharbeiten in der Wiprechtkirche in Eula (Sachsen) beschäftigt. Quelle: ZB

Der 40-Jährige, seit September als einer der Geistlichen im Kirchspiel Leipziger Neuseenland auch für die Kirchgemeinde Eula zuständig, hat mitbekommen, dass die Eulaer ganz besonders auf ihre Kirche achten. Dazu hat sicher auch der Diebstahl von Krippenfiguren vor knapp zwei Jahren beigetragen. Damals hatten Unbekannte ein Fenster eingeschlagen waren und in die Kirche eingestiegen. Die Figuren hatten den Brand unbeschadet überstanden und sind seither weg.

„Ich glaube, die Anwohner gehen von Zeit zu Zeit um die Kirche und schauen nach dem Rechten“, sagt der Pfarrer. Grund dafür gibt es. Keine zwei Woche ist es her, da machten sich Unbekannte am Kirchendach zu schaffen, um Teile der Kupferabdeckung herunterzureißen, was deutlich zu sehen ist. Es ist deshalb Usus, dass alles, was wertvoll ist, nicht in der Kirche übernachtet, wie Lehmann sagt. Das heißt: Sämtliche Gerätschaften, die beim Abendmahl, zum Einsatz kommen, nimmt jemand nach dem Gottesdienst wieder mit nach Hause.

Es sind Leute, die zu den Aktivposten in der Gemeinde mit ihren vielleicht 100 Mitgliedern gehören, die als unverzichtbare Helfer im Hintergrund dafür sorgen, dass überhaupt Gottesdienste gefeiert werden können, das Läuten der Glocken eingeschlossen. Matthias Franke, für insgesamt sieben Kirchen im Kirchspiel zuständig, darunter Kitzscher und Steinbach, hätte es ohne seine Helfer vermutlich schwerer.

Aufwändige Sanierung nach dem Brand

Konzentrierte Arbeit: Restauratorin Claudia Nikolaisen-Luckenbach malt Fehlstellen auf den floralen Ornamenten des Jugendstil-Kreuzes der Eulaer Wiprechtkirche nach. Quelle: Jens Paul Taubert

Längst lässt sich bestenfalls noch erahnen, wie es in der Kirche nach dem Feuer im Winter vor drei Jahren ausgesehen haben muss. Das Kircheninnere war vollständig verrußt, die Kreutzbach-Orgel musste ausgebaut werden. Immerhin, so Pfarrer Lehmann, sprang die Versicherung ein. „Weil die Brandstifter mit Gewalt in die Kirche eingedrungen sind, galt das als Einbruch“. Dessen Folgen zu beseitigen, kostete etwa 200 000 Euro, neben Versicherungsgeldern auch Spenden.

Die Brandstifter sind bis heute nicht ermittelt, die gestohlenen Krippenfiguren, Wert etwa 1000 Euro, sind ersetzt worden. Für die Eulaer Gemeinde waren der Brand und der Diebstahl auch deshalb ein besonders herber Schlag, weil die Kirche nach Sanierungen in den Jahren 2008 und 2009 gerade „fertig“ war. Die Kirche wurde 1106 von Wiprecht von Groitzsch errichtet und gilt als einer der ältesten Sakralbauwerke im Leipziger Land.

Von Nikos Natsidis

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