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Borna Ex-Verbandsrat kritisiert Zuschuss für Brückensanierung in Neukieritzsch
Region Borna Ex-Verbandsrat kritisiert Zuschuss für Brückensanierung in Neukieritzsch
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15:03 28.02.2018
Die Holzbrücke über die Pleiße zwischen Kahnsdorf und Neukieritzsch nach der Sanierung im zurückliegenden Frühjahr. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna/Neukieritzsch

Der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) zahlt an die Gemeinde Neukieritzsch mehrere zehntausend Euro für die Sanierung der Geh- und Radwegebrücke über die Pleiße bei Kahnsdorf. Der Verwaltungsrat des ZBL bewilligte kürzlich 55000 Euro und stockte damit die schon zuvor festgelegte Summe von 25000 Euro auf.

Der Vorgang stößt auf scharfe Kritik beim ehemalige Mitglied der Verbandsversammlung Manfred Kügler. Der unterstützt in einem Schreiben an die LVZ die Ablehnung, die Verbandsrat Peter Fröhlich in der Ratssitzung geäußert hatte. Kügler bezeichnet die Zahlung als ein „Geschenk“ an Neukieritzsch. Eine solche Reparatur gehöre nicht zu den Aufgaben des ZBL, betont er.

Die Gemeinde Neukieritzsch hatte Anfang des Jahres die rund 25 Jahre alte und marode hölzerne Brücke sanieren lassen. Weil die Gemeinde dafür keine Fördermittel bekam, suchte sie Finanzierungspartner. Die fand sie im ZBL und beim Abwasserzweckverband Espenhain (AZV), die beide Leitungen an der Brücke hängen haben. Beim ZBL ist es eine Wassertransportleitung zwischen Neukieritzsch und Kahnsdorf. Der Gemeinde gelang es damals offenbar, den Verbänden glaubhaft zu versichern, dass die Brücke ohne Sanierung gesperrt werden müsste, und dass damit auch ihre Funktion als Leitungsträger in Frage stünde.

„Die Gemeinde hat mit offenen Karten gespielt“, antwortet ZBL-Betriebsleiter Michael Spitzner auf die Frage, ob der Verband sich unter Druck gesetzt gefühlt habe. Die Ausgabe verteidigt er mit den Worten: „Wir benötigen die Brücke als Tragbauwerk für unsere Leitung.“ Würde die Brücke nicht mehr zur Verfügung stehen, müsste die Pleiße mit einem Düker unterquert werden. Das wäre den Verband teurer gekommen, so der Geschäftsführer.

Nach Ansicht von Ex-Verbandsrat Kügler gehöre die Trinkwasserleitung allerdings gar nicht dem ZBL. Er spielt damit auf bis heute ungeklärte Verhältnisse bezüglich der Trasse an. Die hatte ursprünglich der Landkreis gebaut, sie später aber abgegeben. Allerdings war sie dem Wasserverband nie zugeordnet worden, stattdessen kam sie offenbar in die Trägerschaft des Abwasserzweckverbandes (AZV). Vor zwei Jahren hatte die ZBL-Verbandsversammlung es abgelehnt, die Leitung für 200000 Euro vom AZV zu kaufen. Seitdem hat sich an der Situation nichts geändert, ist die Sache nicht weiter verfolgt worden. Der ZBL, sagt dessen Geschäftsführer Michael Spitzner, fühle sich aber nach wie vor für die Wasserleitung verantwortlich.

Besagte 80000 Euro würden laut Spitzner nicht komplett in die Brückensanierung fließen. Mit einem Teil des Geldes seien in dem Zug auch Sanierungen an Trinkwasseranlagen neben der Brücke vorgenommen worden.

Demnächst wird sich der ZBL allerdings mit einer weiteren Forderung der Gemeinde Neukieritzsch auseinandersetzen müssen. Die habe laut Spitzner nämlich den Antrag gestellt, dass der Verband sich künftig auch an den Unterhaltungskosten für die Holzbrücke beteiligt.

Von André Neumann

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