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Borna Ex-Wirtschaftsboss in Geithain
Region Borna Ex-Wirtschaftsboss in Geithain
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18:03 24.11.2009
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Geithain

„Das ist ein völlig neues Gefühl, das tief ins Herz geht, gleichzeitig Verpflichtung und Freude ist“, beschrieb der Wolfsburger seine Gefühle angesichts der Namensgebung. Er führte VW zum Weltkonzern, durch sein Engagement wurde das Unternehmen nach der Wende zum größten Investor in Ostdeutschland. Ruhestand scheint für den 83-Jährigen mit Ruhe nichts zu tun zu haben. Der charismatische Manager kam aus London, hatte in Berlin zu tun, absolvierte Montagabend einen Termin in Hannover und musste gestern noch nach Braunschweig. Dennoch nahm sich der geborene Chemnitzer den ganzen Vormittag Zeit für die Schüler des IWG. Auch in der kurzen Pause der Diskussions- und Vortragsrunde war er dicht umringt.„Mit den Schülern zu diskutieren, ist wunderbar. Sie sind so tüchtig wie alle jungen Menschen, wir müssen ihnen Chancen geben“, erklärte der vierfache Vater und sechsfache Großvater. Chancen hat aus seiner Sicht, wer etwas kann, etwas weiß, Sprachen spricht, versucht offen zu lernen und aus dem größeren Horizont heraus sein Leben gestaltet. „In unserer offenen Welt gibt es Chancen jeder Art“, so der Vorreiter der Globalisierung, der mit einer Amerikanerin verheiratet ist. Die Familie ist Italien sehr verbunden, ihre Kinder sind dreisprachig aufgewachsen. Carl Hahn forderte, dass internationale Unternehmen allen Menschen in den verschiedenen Teilen der Welt durch entsprechende Personalpolitik gleiche Chancen geben müssten. Er propagierte unter anderem mehr Kontakte zu Russland, wofür sich auch seine Stiftung einsetze.„Dramatische Aufgaben“ sieht der Automobilmanager für die Autoindustrie, die in Sachsen eine lange Tradition habe. „Ihr werdet noch erleben, dass ihr alle mit der Brennstoffzelle fahrt und dann mit Elektroautos“, prophezeite er den Schülern. Durch entsprechende Konstruktion noch mehr Verkehrsunfälle zu vermeiden, sieht Hahn als besondere Herausforderung.Dass Opel bei General Motors bleibt, hält er übrigens für die weit bessere Lösung. „Die Rezession liegt noch nicht hinter uns, erst 2010 zeigt sich, wie wir aus der derzeit ernsten wirtschaftlichen Situation herauskommen“, schätzte er ein. Wichtig sei, das Forschungs- und Arbeitstempo so zu verbessern, dass Deutschland den Anschluss bei wichtigen Technologien nicht verliere.„Wenn man eine höhere Position hat, gehören dazu nicht Privilegien, sondern Pflichten“, erklärte er auf eine Schülerfrage zu Ethik in Unternehmen. Abends nie fertig zu sein und eine Woche Urlaub nur mit schlechtem Gewissen – das habe für ihn als Top-Manager dazugehört.Den ersten „Carl-Hahn“-Anstecker der Schulen überreichte ihm gestern Rüdiger School, Geschäftsführer der Glauchauer Studiencolleg Bildungsgesellschaft, die auch Träger des IWG ist. Schülerin Angie Schenkel bedankte sich mit Pralinen und einem Buch aus Geithain bei dem Gast.www.hahn-carl.de

Inge Engelhardt

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