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Exposition zu Kriegsdienstverweigerern der DDR in Borna

Exposition zu Kriegsdienstverweigerern der DDR in Borna

Montagnachmittag wurde in Borna die Ausstellung „Graben für den Frieden" in der Aula des Gymnasiums „Am Breiten Teich" eröffnet. Bei dem Projekt hatten drei Schüler in Zusammenarbeit mit ihren Geschichtslehrern und Mitarbeitern des Stadtmuseums elf ehemalige Bausoldaten zu ihren Erfahrungen befragt.

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Die Projektmacher und drei Zeitzeugen mit der entstandenen Broschüre: Markus Barthel (v. l.), Tobias Weischet, Josephine Kluth, Michael Theile, Katharina Kobsch und Hans-Georg Focking.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Daraus entstanden Schautafeln und eine Broschüre. Diese wurde im Rahmen der Ausstellungseröffnung feierlich an die Zeitzeugen übergeben. Die Männer aus Borna und Umgebung hatten in der ehemaligen DDR den Kriegsdienst verweigert. Anstatt den regulären Wehrdienst abzuleisten, waren sie als Bausoldaten innerhalb der Nationalen Volksarmee Armee (NVA) eingesetzt worden. Bis zum 30. September können sich Interessierte über die Problematik der Wehrdienstverweigerung in der DDR und die Lebensbedingungen der „Soldaten mit Spaten" informieren.

In mehreren Abschnitten hatten Josephine Kluth (19), Katharina Kobsch (17), und Markus Barthel (15) die Interviews vorbereitet. Zunächst galt es für die Schülerinnen der 12. Klasse und den jungen Mann aus der 10. Klasse, sich in die Thematik einzuarbeiten. Das bedeutete Stöbern in den Archiven. Nachdem entsprechende Zeitzeugen gefunden waren, erfolgte die Erstellung eines Fragekatalogs. „Die Aufzeichnungen aus den Interviews mussten dann digitalisiert und die Antworten der Zeitzeugen zusammengefasst werden", erklärte Annett Börner vom Stadtmuseum. Mit der finanziellen Unterstützung verschiedener Initiativen und Fördervereine entstand so eine reich bebilderte Broschüre. Während des gestrigen Festaktes trug der evangelische Landesjugendwart Andreas Bergmann auf seiner Gitarre „Es ist an der Zeit" von Hannes Wader vor. Er würdigte die Entscheidung der Zeitzeugen, den aktiven Kriegsdienst zu verweigern. Denn ob gut oder schlecht, „richtig ist nur, was einem das eigene Gewissen sagt", so Bergmann.

Schließlich führten Gabriele Kämpfner vom Museum und Katharina Kobsch die Besucher durch die Ausstellung. Zwischen zahlreichen Schautafeln steht eine Glasvitrine. Sie enthält Erinnerungsstücke einiger Zeitzeugen. Die Uniform, den Wehrdienstausweis, eine Ausgabe des Wehrdienstgesetzes oder eine Bibel, sind nur einige der Gegenstände.Die Schüler waren begeistert: „Denn hier ging es um persönliche Schicksale und nicht um Geschichtsbücher", sagte Josephine Kluth. Auch Katharina Kobsch würde sich diese Arbeit „immer wieder machen. Denn dadurch fangen junge Leute an, sich für Geschichte zu interessieren." Alle drei seien durch die Initiative von Lehrerin Steffi Kohlmetz zu dem Projekt gekommen. „Ich hatte mir irgendein Thema für meine Besondere Lernleistung ausgesucht. Da kam Frau Kohlmetz auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, lieber hier mitzumachen. Sie wollte mich einfach abwerben", erklärt Josephine, die sich nun Hoffnung auf eine gute Zusatznote für Besondere Leistungen (BELL) im Abi-Zeugnis machen kann.Bereits 2009 gab es ein Projekt, bei dem Schüler Zeitzeugen zur Wende befragt hatten: „Da habe ich gesehen, wie gut Lehrer und Schüler und die Mitarbeiter des Museums zusammenarbeiten können. Als dann über die Landtagspost angeregt wurde, eine Ausstellung über Bausoldaten zu machen, wollte ich das unbedingt nach Borna holen", erklärte CDU-Landtagsabgeordneter Georg-Ludwig von Breitenbuch, Schirmherr der Ausstellung. Im Ergebnis sei „Graben für den Frieden" dann auch ein regionales Projekt geworden. Zum einen, weil es sich bei den Zeitzeugen um Menschen aus der Umgebung handele. Zum anderen, weil die Befrager Schüler des Teichgymnasiums seien, erklärte von Breitenbuch. „Es ist deshalb so wertvoll, weil die Zeitzeugen Menschen sind, die noch mitten im Leben stehen. Sie gehen noch ganz aktiv mit diesen Erinnerungen um", sagte er. Marco Irrgang

Marco Irrgang

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