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Fachkräftemangel und Langzeitarbeitslose

Fachkräftemangel und Langzeitarbeitslose

Die Unternehmen im Landkreis Leipzig suchen nach Fachkräften und haben immer größere Schwierigkeiten, welche zu finden. Das war eine Botschaft der Veranstaltung, zu der das Landratsamt vorgestern Abend unter der Überschrift „Modellhafte Beschäftigungsinitiative" ins Stadtkulturhaus Borna eingeladen hatte.

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Während der Konferenz.

Quelle: Guenther Hunger

Borna. Dabei wurden auch die Probleme deutlich, unter denen speziell Langzeitarbeitslose zu leiden haben.

Vor sieben, acht Jahren gab es 30 bis 40 Bewerber, wenn etwa ein Bäckereibetrieb nach einer Fachverkäuferin suchte. „Das ist jetzt anders", erklärte Bernd Biedermann, der Geschäftsführer der Service- und Vertriebsgesellschaft der Kreishandwerkerschaften mbH, die sich als Dienstleister für die Kreishandwerkerschaften in Sachsen versteht. Wenn sich auf eine entsprechende Stelle jetzt nur noch drei oder vier Interessenten melden, sei das nur ein Teil des Problems. Was Biedermann besonders bemängelt, ist die fehlende Qualität potenzieller Bewerber. „Die Qualitäten sind veraltet und nicht mehr passgenau." Häufigstes Hemmnis dabei: der fehlende Führerschein. Außerdem fehle es oftmals an notwendigen Arbeitseigenschaften wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Belastbarkeit. Was sich die Handwerker wünschen, ist eine „zunehmende Individualisierung der Aus- und Weiterbildung" von Bewerbern.

Bernhard Krabiell von der Gewerkschaft Verdi Leipzig/Nordsachsen verwies in der Diskussion, die vom Dritten Beigeordneten des Landkreises, Thomas Voigt, moderiert wurde, auf „brachliegende Potenziale". Und weiter: Die Mittel für Sozialausgaben würden immer geringer, „dafür sind wir natürlich nicht".

Jemand, der weiß, wie es um Langzeitarbeitslose bestellt ist, das ist Christian Kamprad, der Geschäftsführer der BSW Muldental. Bei den Leuten, die bei einem Bildungsträger landen, handle es sich um drei verschiedene Gruppen. Es seien entweder Leute, die früher gearbeitet hätten und nunmehr aus der Bahn geworfen wurden. Oder es seien Menschen im Alter zwischen 25 und 50, „die niemals eine ernsthafte Arbeit gehabt haben". Und drittens, so Kamprad, kämen Leute, „die sind schon als Langzeitarbeitslose zur Welt gekommen". Das seien die Kinder von Langzeitarbeitslosen, „die halten das für einen Lebensentwurf". Was notwendig sei, lasse sich als soziales Lernen beschreiben.

Zuvor hatte Landrat Gerhard Gey (CDU) auf die Situation im Landkreis Leipzig verwiesen, die durch die erheblichen Stukturveränderungen in den letzten 20 Jahren geprägt sei. „Wir hatten einen Rückgang des Kohlebergbaus und der Chemieindustrie und dadurch einen erheblichen Verlust an Arbeitsplätzen." Ein grundsätzliches Handicap sieht Gey in der langen Dauer des Strukturwandels. „Die neue Infrastruktur braucht Zeit."

Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) verwies darauf, „dass es Realität ist, dass ältere Langzeitarbeitslose nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben". Es gehe jetzt um Verständnis für alternative Beschäftigungsförderung.

Beate Beier, Geschäftsführerin der Operativ-Arbeitsagentur Leipzig, verwies auf die sinkenden Arbeitslosenzahlen, auch in der Region Borna/Gethain. Mit einer Quote von 10,7 Prozent im Juni im Bereich der Bornaer Arbeitsagentur liege die Region nur noch leicht über dem sächsischen Durchschnitt. Der Aufschwung habe mit der Ansiedlung von Logistikunternehmen sowie dem steigenden Bedarf in der Gastronomie zutun, erklärte Beier weiter. Im Bereich der Bornaer Arbeitsagentur gibt es etwa 32 000 Beschäftigte. Allerdings gehöre es auch zur Wahrheit, dass es einen gewaltigen Anteil an sogenannten Auspendlern gebe - allein in Richtung Leipzig 16 000.

Nikos Natsidis

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