Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Fachtag in Bad Lausick: „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“
Region Borna Fachtag in Bad Lausick: „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 24.02.2016
Mitglieder des Bornaer Kinder- und Jugendparlaments gedenken mit dem Putzen von Stolpersteinen ermordeter Juden in der Kreisstadt. Quelle: Foto: Thomas Kube
Anzeige
Bad Lausick

Um das Engagement junger Leute bei Entscheidungen in ihrer Gemeinde soll es am 18. März in Bad Lausick gehen. Der Fachtag für kommunale Jugendbeteiligung im Landkreis Leipzig steht unter der Überschrift „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“. Initiator ist der Kinder- und Jugendring (KJR) Landkreis Leipzig. Es geht darum, angesichts der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum Angebote für junge Leute zwischen 14 und 27 Jahren zu machen, sagt Silke Polster, Koordinatorin des KJR. Dem Jugendhilfegesetz zufolge gelten Menschen bis eben 27 Jahre als jung.

KJR-Koordinatorin Polster verweist darauf, dass junge Frauen und Männer vor allem kleinere Orte recht häufig verlassen, wenn sie die Schule hinter sich haben. Deshalb sei es wichtig, wenn es auch dort ehrenamtlich betriebene Jugendklubs als Angebot für sie gibt. Nicht zuletzt deshalb sollen beim Fachtag in Bad Lausick Bürgermeister, Jugendreferenten, Ortschaftsräte und Schulsozialarbeiter zusammengebracht werden. Es gebe gute Beispiele für das Engagement junger Leute, so Silke Polster. Etwa die Bemühungen von ihnen in Grimma, sich unter der Betreuung von einem Sozialarbeiter des Diakonischen Werkes in der Alten Spitzenfabrik neue Räume zu erschließen. Von diesem Vorhaben soll beim Fachtag Felix Wenzel vom Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit berichten. Melissa Roscher vom Kreisjugendring Erzgebirge spricht über die Jugendbeteiligung in Annaberg-Buchholz.

Polster verweist auch auf das Beispiel der Bad Lausicker Initiative „Lautstark“, die im vergangenen Jahr eine Fragerunde an die Bürgermeisterkandidaten organisiert hat. Es sei aber abzusehen, dass sich Jugendliche heutzutage eher projektbezogen engagieren, in Bad Lausick etwa, wenn es um die Nutzung der alten Rollschuhbahn gehe.

Das weiß auch Inya-Tinko Rabold, Jugendreferent der Stadt Borna und seit Jahren mit den Höhen und Tiefen der Arbeit mit jungen Leuten vertraut. Es komme immer wieder zu Schwankungen, etwa beim Kinder- und Jugendparlament. In diesem könnten in Borna satzungsgemäß 15 gewählte Mitglieder sowie vier entsandte Jugendliche sitzen. „Derzeit sind es acht“, so Rabold mit Blick auf vorhersehbare Abgänge. Wie den von Carlo Hohnstedter, eines jungen Mannes, der lange Zeit in den Stadtratssitzungen den Platz des Nachwuchsparlamentes einnahm und dort mit blitzgescheiten Fragen auffiel. Hohnstedter setzt seine Ausbildung andernorts fort. Und er ist nicht der einzige, dessen Abgang zur Verringerung des Personalbestandes im Bornaer Jugendparlament führt.

Die verbliebenen Mitglieder, ergänzt von zwei Abgesandten aus dem Bornaer Gymnasium „Am Breiten Teich“, haben dennoch einen anspruchsvollen Veranstaltungsplan für dieses Jahr vorgelegt. Dazu gehören etwa ein Volleyballturnier im April und nicht zum ersten Mal eine Lesung aus verbrannten Büchern im Mai. Dass es bei der Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments, dessen Neuwahl in diesem Jahr ansteht, immer wieder ein Auf und Ab gibt, sei normal, sagt Jugendreferent Rabold. Wenn aber die Beteiligung von den jungen Leuten nicht gewollt sei, „dann ist das auch nicht schlimm“. Es gehe eben nicht mehr zu wie in Zeiten von Jungpionieren und Freier Deutscher Jugend (FDJ), weshalb es auch keinen Zwang gebe. Die Möglichkeiten für das Engagement der Heranwachsenden müssten immer wieder neu ausgelotet werden.

Darum geht es am 18. März in den Räumen der Evangelischen Schule für Sozialwesen „Luise Höpfner“ in Bad Lausick, die den Fachtag ebenso unterstützt wie die Stadt Bad Lausick und das Landratsamt. Landrat Henry Graichen (CDU) macht im Grußwort für die Veranstaltung deutlich, dass „vor allem der Jugendarbeit in den einzelnen Städten und Gemeinden wachsende Bedeutung“ zukommt. Unterstützung, über die sich KJR-Koordinatorin Polster erfreut zeigt.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Kitzschers Plattenbauviertel an der Leipziger Straße wird seit Montag ein Block abgerissen.Bis die Voraussetzungen dafür geschaffen waren, hatte es mehrere Jahre gedauert. Aus Sicht der Stadt müssten wegen des großen Leerstandes weitere der unsanierten Häuser zurückgebaut werden. Das ist wegen zahlreicher Eigentümer aber schwierig.

23.02.2016

Der Groitzscher Feuerwehrchef Mario Zetzsche wünscht sich Unterstützung von der „großen Politik“, um das Ehrenamt attraktiver zu gestalten und so neue Mitglieder zu gewinnen. Das erklärte der Ortswehrleiter auf der jährlichen Jahreshauptversammlung der Stadtfeuerwehr. Mit 56 Alarmen sei 2015 ein durchschnittliches Jahr gewesen, erklärte er.

23.02.2016

Ein Brand in der Wiprechtskirche, eine unvergessliche 925-Jahr-Feier und der Wechsel an der Spitze des Ortschaftsrates sind in die Dorfchronik der Eulaer im Jahr 2015 eingegangen. Jetzt übernimmt Ortsvorsteher Hans-Jürgen Telesch die Geschäfte. Mit den Mitgliedern im Ortschaftsrat und den Bewohnern will er Eula attraktiver machen.

23.02.2016
Anzeige