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Fachtag in Bad Lausick: „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“

Beteiligung junger Leute Fachtag in Bad Lausick: „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“

Um die Beteiligung junger Leute an Entscheidungen in ihrer Gemeinde geht es beim Fachtag für kommunale Jugendbeteiligung im Landkreis Leipzig am 18. März in Bad Lausick. Initiator der Veranstaltung ist der Kinder- und Jugendring (KJR) Landkreis Leipzig.

Viel Besuch zur Eröffnung: In Bad Lausick haben sich Jugendliche für den Bau einer Dirtbike-Strecke eingesetzt.

Quelle: Gislinde Redepenning

Bad Lausick. Um das Engagement junger Leute bei Entscheidungen in ihrer Gemeinde soll es am 18. März in Bad Lausick gehen. Der Fachtag für kommunale Jugendbeteiligung im Landkreis Leipzig steht unter der Überschrift „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“. Initiator ist der Kinder- und Jugendring (KJR) Landkreis Leipzig. Es geht darum, angesichts der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum Angebote für junge Leute zwischen 14 und 27 Jahren zu machen, sagt Silke Polster, Koordinatorin des KJR. Dem Jugendhilfegesetz zufolge gelten Menschen bis eben 27 Jahre als jung.

KJR-Koordinatorin Polster verweist darauf, dass junge Frauen und Männer vor allem kleinere Orte recht häufig verlassen, wenn sie die Schule hinter sich haben. Deshalb sei es wichtig, wenn es auch dort ehrenamtlich betriebene Jugendklubs als Angebot für sie gibt. Nicht zuletzt deshalb sollen beim Fachtag in Bad Lausick Bürgermeister, Jugendreferenten, Ortschaftsräte und Schulsozialarbeiter zusammengebracht werden. Es gebe gute Beispiele für das Engagement junger Leute, so Silke Polster. Etwa die Bemühungen von ihnen in Grimma, sich unter der Betreuung von einem Sozialarbeiter des Diakonischen Werkes in der Alten Spitzenfabrik neue Räume zu erschließen. Von diesem Vorhaben soll beim Fachtag Felix Wenzel vom Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit berichten. Melissa Roscher vom Kreisjugendring Erzgebirge spricht über die Jugendbeteiligung in Annaberg-Buchholz.

Polster verweist auch auf das Beispiel der Bad Lausicker Initiative „Lautstark“, die im vergangenen Jahr eine Fragerunde an die Bürgermeisterkandidaten organisiert hat. Es sei aber abzusehen, dass sich Jugendliche heutzutage eher projektbezogen engagieren, in Bad Lausick etwa, wenn es um die Nutzung der alten Rollschuhbahn gehe.

Das weiß auch Inya-Tinko Rabold, Jugendreferent der Stadt Borna und seit Jahren mit den Höhen und Tiefen der Arbeit mit jungen Leuten vertraut. Es komme immer wieder zu Schwankungen, etwa beim Kinder- und Jugendparlament. In diesem könnten in Borna satzungsgemäß 15 gewählte Mitglieder sowie vier entsandte Jugendliche sitzen. „Derzeit sind es acht“, so Rabold mit Blick auf vorhersehbare Abgänge. Wie den von Carlo Hohnstedter, eines jungen Mannes, der lange Zeit in den Stadtratssitzungen den Platz des Nachwuchsparlamentes einnahm und dort mit blitzgescheiten Fragen auffiel. Hohnstedter setzt seine Ausbildung andernorts fort. Und er ist nicht der einzige, dessen Abgang zur Verringerung des Personalbestandes im Bornaer Jugendparlament führt.

Die verbliebenen Mitglieder, ergänzt von zwei Abgesandten aus dem Bornaer Gymnasium „Am Breiten Teich“, haben dennoch einen anspruchsvollen Veranstaltungsplan für dieses Jahr vorgelegt. Dazu gehören etwa ein Volleyballturnier im April und nicht zum ersten Mal eine Lesung aus verbrannten Büchern im Mai. Dass es bei der Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments, dessen Neuwahl in diesem Jahr ansteht, immer wieder ein Auf und Ab gibt, sei normal, sagt Jugendreferent Rabold. Wenn aber die Beteiligung von den jungen Leuten nicht gewollt sei, „dann ist das auch nicht schlimm“. Es gehe eben nicht mehr zu wie in Zeiten von Jungpionieren und Freier Deutscher Jugend (FDJ), weshalb es auch keinen Zwang gebe. Die Möglichkeiten für das Engagement der Heranwachsenden müssten immer wieder neu ausgelotet werden.

Darum geht es am 18. März in den Räumen der Evangelischen Schule für Sozialwesen „Luise Höpfner“ in Bad Lausick, die den Fachtag ebenso unterstützt wie die Stadt Bad Lausick und das Landratsamt. Landrat Henry Graichen (CDU) macht im Grußwort für die Veranstaltung deutlich, dass „vor allem der Jugendarbeit in den einzelnen Städten und Gemeinden wachsende Bedeutung“ zukommt. Unterstützung, über die sich KJR-Koordinatorin Polster erfreut zeigt.

Von Nikos Natsidis

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