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Borna Falk Seidenstücker neuer Oberschulleiter
Region Borna Falk Seidenstücker neuer Oberschulleiter
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00:23 30.08.2018
Falk Seidenstücker (47) leitet jetzt als Nachfolger von Gudrun Meier die Groitzscher Oberschule. Quelle: Olaf Krenz
Groitzsch

Motorrad fahren nennt er als eins seiner Hobbys. Auf einer Chopper Kawasaki VN 90 lässt sich Falk Seidenstücker den Fahrtwind um die Nase wehen. Als Rocker in Lederkluft wird er dennoch kaum seinem Job am neuen Arbeitsplatz nachgehen. Der 47-Jährige leitet seit zwei Wochen die Oberschule Groitzsch. Er folgt auf Gudrun Meier, die Ende Juni nach 15 Jahren an der Spitze der Bildungseinrichtung in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Erstmals Schulleiter

Für Seidenstücker ist es die Premiere als Chef. Ein Jahr Erkenntnisse als kommissarischer Stellvertreter bringt er von der Oberschule Taucha mit – und eine Zusatzausbildung. „Ich möchte mich beruflich weiterentwickeln“, sagt er, warum er die „Komfortzone“ eines Pädagogen mit 19 Jahren Berufserfahrung für die wesentlich umfangreichere Verantwortung eintauscht. Auf den unmittelbaren Unterricht mit den Schülern mag er aber nicht verzichten. „Nur Schreibtisch geht nicht. Ich wollte schon immer mit Kindern arbeiten. Das ist ein interessanter, abwechslungsreicher Beruf.“

„Keine Minusstunden“

Als Lehrer für Englisch und Geschichte ist er gleichzeitig mit einer weiteren neuen Kollegin Ersatz für zwei ebenfalls kürzlich ausgeschiedene Lehrerinnen. Vorerst beschränkt er sich auf die Fremdsprache in der 8. und der 9. Klasse. Der dritte freigewordene Platz – Sport – wird wohl vorerst nicht wieder besetzt.

Das Kollegium besteht jetzt aus 24 Frauen und Männern. „Wir können den Unterricht im Grundbereich komplett abdecken“, ist Seidenstücker froh. „Wir haben sogar die Möglichkeit für integrative Arbeit. Es gibt keine Minusstunden.“ Wobei er Realist genug ist zu wissen, dass diese bei Krankheitsfällen sicherlich entstehen werden. Er selbst könnte, falls doch mal Not herrschen sollte, auch Informatik unterrichten.

Gebürtiger Thüringer lebt in Leipzig

Der 47-Jährige ist gebürtiger Thüringer, stammt ursprünglich aus Gotha. „Doch das hört man nicht mehr, weil ich schon so lange in Leipzig zu Hause bin.“ Aktuell wohnt er im Ortsteil Engelsdorf, sodass er 25, 30 Minuten Fahrzeit bis nach Groitzsch hat. Er ist verheiratet und hat zwei Mädchen (17 und 14 Jahre). Nach dem Studium in der Messestadt war 1999 Zschaitz bei Döbeln seine erste Lehrer-Station, „eine Dorfschule“. Als die nach sechs Jahren geschlossen wurde, ging er nach Taucha, am Rande der Großstadt und so gut wie zu Hause.

Und nun die neue Herausforderung. Falk Seidenstücker hat sich bewusst auf die Groitzscher Leiter-Stelle beworben, sich die Oberschule hier angeschaut. „Ich habe im ländlichen Raum begonnen, das war ein gutes Arbeiten. Daran wollte ich anknüpfen.“ Hier hat er jetzt zwar immerhin auch 291 Schüler (in Taucha sind es circa 500 und 40 Lehrer), „aber es ist nicht so anonym wie dort bei Leipzig“. Womit er ausdrücklich auch das Umfeld und die Kommune meint.

Übergang hat funktioniert

„Ich bin erst noch dabei, die personellen und materiellen Ressourcen kennenzulernen“, schränkt er ein. Er müsse sich aber noch durch meterweise Papier wühlen. „Doch auf jeden Fall bin ich lieb und nett an der Schule aufgenommen worden“, hatte er bei der Kurzvorstellung in der Stadtratssitzung gesagt. „Auch die Schüler sind sehr lieb – noch.“ Klar, dass er dafür einige Lacher erntete. Dabei habe der Übergang recht gut funktioniert, was vor allem an der Hilfe der ausgeschiedenen Gudrun Meier, von Stellvertreterin Ines Penzholz und Sekretärin Thurit Felgner lag.

Miteinander ist ihm wichtig

In den wenigen Tagen bisher habe es eine „sehr, sehr konstruktive Mitarbeit“ der Kollegen gegeben. „Sie haben eine Steuergruppe für aktive Mitgestaltung gegründet. Selbstverständlich werde ich ihre Erfahrungen nutzen.“ Kollegial sieht Seidenstücker auch sein Verhältnis zu den Fünft- bis Zehntklässlern. „Ich war jahrelang Vertrauenslehrer und bin daran interessiert, dass sie am Schulleben mitwirken, den Schulalltag mitgestalten, so weit das möglich ist.“ Was nicht ausschließe, dass er auch härter durchgreifen kann. „Wenn man sich für den Beruf entscheidet, muss man das können.“ Aber das Miteinander sei ihm wichtiger.

Schulleiter hat zwei Ziele

Zwei große Ziele sieht der neue Schulleiter für seine Arbeit in Groitzsch. „Wichtig ist mir, dass möglichst alle Schüler im Anschluss eine Ausbildung, einen Job erhalten. Da gibt es ja auch schon Kooperationen und Zusammenarbeit mit Firmen. Und dann muss, auch wenn der Bürgermeister das wegen des Geldes nicht gern hört, der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Schule vorangehen.“ Sicher sei eine Menge da, doch es müsse weiter gehen. Digitale Bildung habe eine überaus wesentliche Bedeutung.

Wann Falk Seidenstücker wieder einem weiteren Hobby nachgehen kann, weiß er angesichts der Aufgabenfelder noch nicht. Der England-Fan reist gern auf die britische Insel. „Ich war schon oft da. Aber es muss auch nicht jedes Jahr sein“, meint er schmunzelnd.

Von Olaf Krenz

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