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Falle für Autofahrer in Kitzscher: Parkbucht ist jetzt Bushaltestelle

Verkehrsregelung Falle für Autofahrer in Kitzscher: Parkbucht ist jetzt Bushaltestelle

Wer in Kitzscher in eine Parkbucht in der August-Bebel-Straße einfährt, um seinen Wagen abzustellen, muss genau hinschauen. Zwei davon sind jetzt Bushaltestellen geworden. Dort kann es nun teuer werden.

Diese Parkbucht in Kitzscher ist jetzt eine Bushaltestelle. Das Auto steht deswegen im Parkverbot.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kitzscher. Neue Buslinien, neue Haltestellen, mehr Nahmobilität. Das verspricht das Modellvorhaben des Öffentlichen Personennahverkehrs „Muldental in Fahrt“, welches seit dem 7. August in voller Ausbaustufe läuft. In Kitzscher, wo seitdem fünf Buslinien kreuzen und es zwei neue Haltestellen gibt, erleben die, die nicht den Bus nehmen, eine unangenehme Kehrseite des modernen Angebotes: mehr Knöllchen für Autofahrer.

Schuld ist eine der neuen Haltestellen, mit der manche Autofahrer offenbar nicht zurechtkommen. Sie befindet sich in der August-Bebel-Straße. Hier hält im Stundentakt der Bus der Linie 144 von und nach Zwenkau über Espenhain, Rötha, Böhlen und Lippendorf.

Auf beiden Seiten der innerstädtischen Straße, an die der Marktplatz grenzt und an der die Sparkasse, ein paar Geschäfte, die Eisdiele und das Rathaus liegen, wurden zwei gegenüberliegende Parkbuchten zu Halteflächen für den Bus umfunktioniert. Erkennbar sind die Haltestellen jeweils nur an einem Verkehrszeichen, das mitten auf dem Fußweg steht. Das wird offenbar gelegentlich übersehen. Schon mehrere parkende Autos bekamen ein Knöllchen an die Scheibe geheftet. Denn laut Straßenverkehrsordnung darf 15 Meter vor und hinter dem Haltestellenschild (Zeichen 224 der StVO) nicht geparkt werden. Damit ist die gesamte Parkbucht, in die drei Pkws passen würden, für Autofahrer tabu.

Stadträte zeigen Verständnis für Autofahrer

Auf der jüngsten Stadtratssitzung zeigten mehrere Abgeordnete ein gewisses Verständnis für den Ärger der Autofahrer – nach dem Motto: „Vermutlich wird die Bushaltestelle als solche nicht erkannt.“ Oder sie wird aus Gewohnheit genutzt. Guido Horn von der CDU-Fraktion fragte, ob die Bushaltestelle nicht anders bekannt gemacht werden könnte. Auch Torsten Uhlig (Freie Wähler) nahm für die Kraftfahrer an: „Die haben das vielleicht gar nicht gesehen.“

Immerhin hatte die Stadtverwaltung schon am 8. August einen Hinweis auf die neue Regelung und die zutreffenden Bestimmungen der StVO auf ihrer Internetseite platziert. Verbunden mit der Warnung vor möglicher Bestrafung „durch die zuständigen Behörden“. Was in dem Falle das Ordnungsamt der Stadt ist. Dass schon Knöllchen verteilt wurden, kritisierte unter anderem Ex-Bürgermeister Hartmut Harbig (CDU). Er plädierte dafür, sündigen Autofahrern im ersten Vierteljahr nur einen Informationszettel an die Scheibe zu heften.

Bessere Markierung möglich

Dazu aber wird es nicht kommen, sagte Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) der LVZ. Es wäre ungerecht den Kraftfahrern gegenüber, denen schon ein Bußgeld auferlegt wurde. Nachdenken wolle man in der

In Brandis hat eine zur Bushaltestelle umfunktionierte Parkbucht eine deutliche Farbmarkierung erhalten

In Brandis hat eine zur Bushaltestelle umfunktionierte Parkbucht eine deutliche Farbmarkierung erhalten.

Quelle: Simone Prenzel

Stadtverwaltung aber über eine deutlich sichtbare Markierung der Haltestelle. Im Stadtrat war der Vorschlag gekommen, die Buchstaben „BUS“ auf die Fahrbahn in der Parkbucht zu schreiben.

Schramm, der nach eigenem Bekunden befürwortet hatte, die Parkbuchten für die Bushaltestelle zu opfern, nannte die Diskussion ein Jammern auf hohem Niveau. „In Großstädten halten die Busse auf der Straße“, sagte er. Das tun sie gelegentlich auch in Kitzscher. Immer dann, wenn ein Auto in der Parkbucht steht, die neuerdings Bushaltebucht ist.

Von André Neumann

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