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Familienbetrieb in Großzössen: Schon vor um fünf gibt es frische Brötchen

Mittelstand Familienbetrieb in Großzössen: Schon vor um fünf gibt es frische Brötchen

Seit 68 betreibt die Familie Bodenlos die kleine Bäckerei in Großzössen. In dritter Generation hat jetzt Andreas Bodenlos die Geschäfte von seiner Mutter Elke übernommen.

Generationswechsel in Großzössen. Andreas Bodenlos übernahm die Familienbäckerei von seiner Mutter Elke (r.). Ehefrau Genia arbeitet als Verkäuferin mit.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Grosszössen. Wie lange es die Bäckerei in dem Haus in der Lobstädter Straße 14 in Großzössen schon gibt, wissen die heutigen Betreiber nicht genau. Da das Haus aber erst nach 1910 gebaut wurde, ist klar, dass sie seit 68 Jahren in der Hand der Familie Bodenlos ist. Und nun sind die Weichen dafür gestellt, dass das Familienunternehmen noch etliche Jahre existieren kann. Denn ab sofort ist Andreas Bodenlos (40) Inhaber der Bäckerei, die somit auf die dritte Familiengeneration übergegangen ist.

Viktor Bodenlos hatte 1949 die Bäckerei übernommen und sie fast vierzig Jahre lang geführt. Dann traten Sohn Dieter mit seiner Frau Elke an dessen Stelle. Und auch Enkel Andreas Bodenlos entschied sich für das Bäckerhandwerk. Er lernte den Beruf bei der Bäckerei Fischer in Hainichen und stand seit zwanzig Jahren seinen Eltern zur Seite.

Eine schwere Zeit für die Familie brach an, als Dieter Bodenlos vor ein paar Jahren schwer erkrankte und 2013 starb. Seitdem führte Elke Bodenlos die Bäckerei bis zu ihrem jetzigen Eintritt in den Ruhestand mit 63 Jahren. Zum kleinen Team, das noch eine Filiale in Eula betreibt, gehört auch Andreas Bodenlos’ Frau Genia. Zwei weitere Familienangehörige, die für ihre Berufe ebenfalls den erforderlichen Hygienepass haben, greifen gelegentlich unterstützend mit zu. Für Elke Bodenlos wird der Ruhestand also noch nicht all zu wörtlich zu nehmen sein.

Nach wie vor beginnt ihr Tag kurz nach zwei Uhr morgens. Dann steht sie mit dem Sohn in der kleinen Backstube, um erst die Brötchen, dann das Brot zu backen. Denn um 5 Uhr öffnet das Geschäft, dann treffen sich Heimkehrer von der Nachtschicht und Frühschichtler beim Brötchenkauf. Je nach Dienstzeit holen sich die ersten Stammkunden ihre Semmeln schon eine viertel Stunde früher – sie kommen übern Hof. Und die Brötchen dann gerade aus dem Ofen.

Nur von den Bewohnern des Ortes, sagt Andreas Bodenlos, kann eine kleine Dorfbäckerei nicht leben. Konnte er schon früher nicht. Damals gab es noch das Braunkohlenwerk als Großabnehmer. Heute beliefert die Bäckerei Bodenlos immerhin noch das Kinderheim in Borna, die Kindertagesstätte in Neukieritzsch und das Schillercafé in Kahnsdorf. Und das Geschäft sorgt auch selbst mit für regionale Wirtschaftskreisläufe. Solange die Kahnsdorfer Mühle noch produzierte, kaufte man dort das Mehl ein. Heute kommt es aus der Mühle in Gardschütz bei Altenburg.

Außer einem kleinen Sortiment Lebensmittel wie Milch, Mehl, Butter, Marmelade, Nudeln und Büchsenwurst gibt es in der bodenloschen Bäckerei nichts, was nicht selbst hergestellt wird: acht, sonnabends sogar elf Sorten Brötchen, fünf verschiedene Brote, Torten und Eclairs. Besonders beliebt sind nach wie vor Obstkuchen und die Rumkugeln mit den bunten Streuseln drauf. Wobei das mit dem Obstkuchen so eine Sache sei. „Diesen in einem Dorf zu verkaufen, ist schwer“, sagt Andreas Bodenlos. „Die Leute haben alle Obstbäume und backen selbst.“

Immerhin, die Großzössener halten offenbar zu ihrer Bäckerei. Zur Feier der Geschäftsübergabe, einer so genannten 1-Euro-Party (alles kostete je einen Euro), kamen immerhin rund 130 Gäste und brachten reichlich Blumen, Geschenke und liebe Worte mit für den neuen Bäckereiinhaber und seine Mutter.

Von André Neumann

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