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Borna Fantasievolle Vehikel beim Kieritzscher Badewannenrennen am Start
Region Borna Fantasievolle Vehikel beim Kieritzscher Badewannenrennen am Start
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20:51 03.07.2016
Schwein gehabt: Diese Matrosen legten den Begriff Schlachtschiff auf ihre Weise aus. Quelle: René Beuckert
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Kieritzsch

Wenn die Kieritzscher feiern, dann feiern sie richtig und gleich das ganze Wochenende lang. So hatten sie denn zum traditionellen Dorf-, Teich- und Kinderfest eingeladen. Den Auftrakt bildete am Samstag das sogenannte Badewannenrennen. Reine Badewannen wurden zwar keine auf dem Dorfteich gesichtet, vielmehr schipperten die Mannschaften mit schwimmenden Gebilden übers Wasser, deren Aussehen der Fantasie freien Lauf ließ. Eine Reis-Dschunke ging genauso an den Start wie ein Gebilde, das nur von zwei Fässern getragen wurde. Und hinter dem Namen Schlachtschiff verbarg sich eine schwimmende Schlachterei, an deren Masten kleine im Wind wehende Würste die Segel ersetzten. Das Aussehen jedes Vehikels war auf seine Weise preisverdächtig.

Der Zusammenhalt auf hoher See schien größer zu sein als auf dem Land. Als ein Boot mit gehissten Segeln mitten auf dem Teich nicht mehr von der Stelle kommen wollte, legte das Konkurrenzschiff eine Extrarunde ein, um die Havarierten zu bergen. Das Abschleppmanöver gelang unter dem Beifall der Zuschauer. Der rettende Kapitän Lars Schmidt, in dessen Boot auch zwei Prinzessinnen und der Steuermann saßen, sagte hinterher: „Es ist doch selbstverständlich, in Seenot Geratenen zu helfen.“ Am Fest beteilige er sich gern, zumal die Kinder ihren Spaß daran hatten.

Die Reis-Dschunke, an deren Stirnseite chinesische Schriftzeichen prangten, die den Namen Hainer Seepiraten darstellen sollten, erwies sich als recht wendig. Allerdings nur, wenn die Ruderer die Schlagtechnik verstanden. Die zweite Mannschaft nämlich drehte sich in der darauf folgenden Runde nahezu nur im Kreis. Erst dem beherzten Einsatz zweier zu Hilfe schwimmender Lotsen verdankten sie eine zielsichere Rückfahrt ans rettende Ufer.

„Als die Kameraden vor neun Jahren zu Besuch in einem Ort in Sachsen-Anhalt weilten, haben sie ein solches Bootsspektakel auf dem dortigen Dorfteich miterleben dürfen“, blickte Organisator Alf Abrahamczyk zurück. „Uns war gleich klar, das ist etwas für unser Dorffest.“ Seitdem gehört das Badewannenrennen neben weiteren Höhepunkten mit dazu und zieht viele Schaulustige an. Es werden nicht nur die schnellsten Boote ermittelt, auch das am schönsten dekorierte Boot und die Mannschaft kommt in die Wertung. „Sogar die Zuschauer haben eine Stimme bei den Wertungen“, hebt Abrahamczyk hervor.

Unter vorgehaltener Hand verweist er noch auf die Schatzinsel mitten im „See“, auf der die Kieritzscher ihr Vermögen versteckt haben sollen. Diese Geschichte ist sicher so wahr wie die für jeden sichtbar auf der Wasserfläche stehende Lokomotive, die zwar genügend Wasser und Kohle zur Weiterfahrt hätte, der aber die Feuerung ausgegangen sei, weshalb sie nicht vom Fleck komme.

Die Zuschauer hatten ihren Spaß am feuchtfröhlichen Vergnügen und an den originellen Konstruktionen bis hin zur besagten Lokomotive. Auch die Hainer Seepiraten mit ihrer Dschunke waren wieder gern mit dabei. „Den Ausdruck Hainer Seepiraten haben wir von Google ins Chinesische übersetzen lassen und hoffen, dass aus China keine Klagen kommen, sollte er doch etwas ganz anderes bedeuten“, bemerkte Adriano Antonin mit einem Augenzwinkern.

Von René Beuckert

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