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„Fast wie bei der Emmauskirche“

„Fast wie bei der Emmauskirche“

„Das ist ein historischer Moment für uns“, sagte Barbara Pustowoit am Ostermontag-Vormittag in Wyhra. Da war die „Neuholländer“ gerade in drei Teilen auf den Sattelschleppern aufgeladen worden.

Wyhra. Der Verein „Mühlen und Technik Wyhra“ hatte die erste Etappe zur Versetzung der Windmühle vom Artelt-Werksgelände am Blumrodaer Weg auf den 700 Meter entfernten Hügel „Obersteiger“ geschafft. 

 

Pustoweit ist dessen Vorsitzende. Ihr Lebensgefährte Gerhard Artelt ist voll in den Arbeiten eingespannt. Zwei Jahre lange Planungen und über 200 Seiten für das Statik-Gutachten waren nötig für den Umzug. 40 Tonnen wiegt die Mühle. Drei Sattelschlepper mit insgesamt 2000 Pferdestärken transportierten die einzelnen Etagen. Anwohner Stefan Tendis war einer der vielen Schaulustigen, die das Spektakel begeistert beobachteten. Sein Freund Andreas Kroitzsch, Wehrleiter im Ort, fuhr im Auftrag der Firma Lotter-Metall mit einem Sattelschlepper mit. „Das ist ja fast wie beim rollenden Zug der Emmauskirche nach Borna“, sagte Tendis, der unweit entfernt im Obersteigerweg wohnt. Von dort aus hat er nun beste Sicht auf den neuen Standort der Mühle, den Obersteiger, der als höchste Erhebung in der Umgebung gilt. Doch dorthin mussten die Sattelschlepper bei dem aufgeweichten Boden erst einmal kommen. Laut Pustowoit wurde deshalb der Plattenweg zum Berg von der Recycling-Firma Scholz mit 50 Tonnen Metallplatten und 150 Tonnen Recyclingmaterial befestigt. Bei Verladung und Transport wirkten neben Lotter-Metall auch die Firmen Geithainer Landwirtschafts-Gesellschaft, Ettig-Transporte, Benndorfer Bau- und Transport GmbH sowie Artelt GmbH mit. Nicht zu vergessen die vielen Helfer aus dem Verein und der örtlichen Feuerwehr. Kamerad Jörg Beyreuther etwa, der für die Absicherung zuständig war. „Wir packen hier alle mit an. Schließlich soll die Mühle auf dem Berg ein neues Ausflugsziel in der Umgebung werden“, so der Wyhraer. In der Tat haben Pustowoit und Artelt hier Großes vor. Nicht nur eine hochmoderne Mühle, die Strom ins Netz einspeisen soll, sondern auch Café und Ausstellungen sollen am neuen Standort für Wanderer, Radfahrer und Touristen angeboten werden. „Das ist eine Aufgabe für die nächsten 20 Jahre“, erklärte die Vereinschefin. „Eine Mühle braucht Wind. Auf dem Obersteiger sollte dafür der beste Platz sein“, hoffte Rolf Artelt. Der ist wie sein Cousin Gerhard Artelt einer der letzten Mühlenbaumeister. Vor 120 Jahren sei die letzte Mühle errichtet worden. Die Neuholländer schließe mit ihrer neuartigen Technik und modernen Materialien eine Lücke vom Damals zum Heute. Gestern wurde der Großteil bereits am neuen Standort aufgebaut. Eingeweiht werde die Mühle zu Pfingsten zum Mühlentag und Schleppertreffen, sagte Barbara Pustowoit. Der Bau und die Montage der Flügel sind für das kommende Jahr geplant.

Peter Krischunas

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