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Borna Fehlende Plätze in Kindertagesstätten: Bisher nur eine Klage im Landkreis
Region Borna Fehlende Plätze in Kindertagesstätten: Bisher nur eine Klage im Landkreis
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11:25 23.09.2016
In Borna ist Ende des Vorjahres die Kinderkrippe „Die Einsteins“ eröffnet worden. Noch sind nicht alle 60 Plätze belegt. Das Jugendamt des Landkreises sieht aber einen größeren Bedarf in der Kreisstadt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Landkreis Leipzig

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Die unter anderem Winston Churchill und Kurt Tucholsky zugeschriebene Feststellung passt auch für Einschätzungen zum Bedarf an Kita-Plätzen. Galt es vor einigen Jahren noch als ausgemacht, dass die Zahl der Geburten zurückgehen wird, kann davon derzeit keine Rede sein. Das vorhergesagte Geburten-Minus sei bisher ausgeblieben, heißt es dazu in der Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung im Landkreis.

Vor nicht allzu langer Zeit war im Landkreis davon ausgegangen worden, dass im Jahr 2016/2017 rund 20 500 Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren hier wohnen. Nunmehr liege die Zahl bereits um rund 1600 höher. Ein Anstieg, der den Landkreis und einige Kommunen vor erhebliche Probleme stellt. Für die gesamte Planung der Kinderbetreuung ist das Jugendamt des Kreises verantwortlich. Jährlich wird hier der Bedarfsplan aktualisiert, der fehlende Plätze in Kitas, Krippen und Horten auflistet und als Pflichtenheft für die Kommunen gilt. Lösungen könnten nur in enger Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden erreicht werden, so Jugendamtsleiterin Ines Lüpfert.

Zwischen den Regionen gibt es dabei erhebliche Unterschiede: Vor allem in den Leipzig nahen Orten ist in den vergangenen Jahren ein kontinuierlicher Zuzug von jungen Familien zu registrieren. In ländlichen Gemeinden hingegen fehlt es an Nachwuchs. Aktuell werden im Landkreis rund 19 400 Kinder in 206 Kindergärten, Krippen, Horten sowie von Tagesmüttern betreut.

Die Zahl der Plätze, mit denen die Kreisbehörde kalkuliert, liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. „In der aktuellen Bedarfsplanung für die Jahre 2016 bis 2019 plant das Jugendamt die Bereitstellung von Plätzen für Krippenkinder mit einer Bedarfsdeckung von 99 Prozent, für Kindergartenkinder mit 100 Prozent und für Hortkinder mit 95 Prozent“, gibt Konstanze Morgenroth, stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes, Auskunft. Um die Betreuungsangebote auf diesem hohen Niveau zu realisieren, müssten Kapazitäten in einigen Kommunen aufgestockt werden, so zum Beispiel im Einzugsbereich Brandis. Insgesamt sieht der Kreis Nachholebedarf in sechs Kommunen. Neben Brandis werden in Borna, Markranstädt, Pegau, Regis-Breitingen und Naunhof weitere Plätze vom Jugendamt gefordert.

Bislang ist es allerdings die absolute Ausnahme, dass Eltern den Rechtsanspruch auf einen Platz in Kita und Krippe auch juristisch durchsetzen wollen. „Im Landkreis war bisher lediglich ein Verfahren vorm Verwaltungsgericht Leipzig anhängig“, erklärt Konstanze Morgenroth auf Nachfrage. Dabei habe es sich um einen Fall aus Markkleeberg gehandelt. Nachdem beide Parteien – sowohl Kläger als auch Landkreis – die Erledigung des Streits erklärt hatten, stellte das Gericht das Verfahren ein.

Von Simone Prenzel

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