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Borna Feierlicher Baubeginn für Autobahnabschnitt Frohburg-Borna
Region Borna Feierlicher Baubeginn für Autobahnabschnitt Frohburg-Borna
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16:06 06.03.2010
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Borna/Frohburg

Vor den Augen lokaler Politprominenz sowie zahlreicher Medienvertreter und Gäste übernahm eine Spezialtiefbaufirma auf Knopfdruck des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer, seines sächsischen Amtskollegen Sven Morlok und des Ministerpräsdienten Stanislaw Tillich den symbolischen Akt.

Die Autobahn 72 erstreckt sich zwischen Frohburg und Borna über sechs Kilometer, inklusive mehrerer Brücken, die Baukosten betragen 66 Millionen Euro. Es war nur der erste von weiteren 2700 Rammschlägen im Baufeld Zedtlitzer Grund, den die Ministerriege am Sonnabend in Bewegung setzte. In diesem Bereich ehemaliger Tagebaukippen und des Tiefbergbaus spannt sich künftig eine 315 Meter lange Pfahlbrücke über das Tal. Für ihre Standsicherheit wird der Bauuntergrund extra mit einem Spezialverfahren verdichtet, erläutert Rüdiger Rakete, Bauleiter für den Spezieltiefbau, auf Anfrage unserer Zeitung. Seinen Angaben zufolge sei der Boden an dieser Stelle wenig belastbar. „Er würde durch die erhebliche Brückenlast zu Zersetzungen neigen." Daher werden sogenannte Rüttelstopfpfähle vier bis sechs Meter in die Tiefe gerammt und anschließend mit Kies aufgefüllt. „So entstehen Kiessäulen von 80 Zentimeter Durchmesser", ergänzt Herbert Perner, Geschäftsführer der gleichnamigen Spezialtiefbaufirma aus Delitzsch. „Sie sind wichtig für einen tragfähigen Untergrund." Allein der imposante Brückenbau verschlingt Baukosten in Höhe von 15 Millionen Euro, heißt es aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium.   [gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_779]

Für die Menschen in dieser Region und für die sächsische Wirtschaft sei der Autobahnbau von größter Bedeutung, stellte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok am Sonnabend heraus. Es werde höchste Zeit, dass zwischen den beiden wichtigen Zentren Chemnitz und Leipzig die Strecke vollendet werde. Lieferwege und Anfahrtzeiten verkürzen sich, der Standort gewinne an Attraktivität. Daumen hoch auch bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer: „Es gibt in Deutschland keine vergleichbaren Städte von dieser Größe und Bedeutung wie Chemnitz und Leipzig, die noch nicht mit einer Autobahn verbunden sind. Wir werden die europäische Metropolregion Sachsendreieck optimal verbinden. Das schafft neue Impulse, die Erreichbarkeit wird bis 2012 spürbar verbessert und die Ortsdurchfahrten werden erheblich vom Verkehr entlastet. Ich finde, dieses Geld ist gut angelegt."

Der Abschnitt Frohburg-Borna umfasst knapp sechs Kilometer und verschlingt Kosten in Höhe von 66 Millionen Euro, bereitgestellt von Bund und Europäischer Union. Nach dem Bau der Talbrücke in Zedtlitz sowie weiterer kleinerer Brücken beginnt der Streckenbau im Frühjahr 2011. Über die Anschlussstelle bei Frohburg und ihre Anbindung wird in einem ergänzenden Verfahren entschieden (wir berichteten).

Die schnellste Verbindung zwischen Chemnitz und Leipzig erstreckt sich künftig über 62 Kilometer. Davon ist der elf Kilometer lange erste Abschnitt der A72 vom Autobahndreieck Chemnitz bis Niederfrohna bereits seit 2006 freigegeben. Die nächsten 12,2 Kilometer (112 Millionen Euro) von Niederfrohna bis Rathendorf befinden sich seit Dezember 2007 im Bau. Seit Sommer vergangenen Jahres wird auch am 14,5 Kilometer langen Abschnitt von Rathendorf bis Frohburg gearbeitet. Für den Teil nördlich von Borna bis Rötha zum Autobahndreieck A38 bei Markkleeberg ist das Baurechtsverfahren beantragt beziehungsweise in Vorbereitung.

Kathrin Haase

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