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Feldstreifen, Trafohaus, Blühwiese – FÖJler unterstützen Groitzscher Naturschutzprojekt

Aktionstag Feldstreifen, Trafohaus, Blühwiese – FÖJler unterstützen Groitzscher Naturschutzprojekt

Für drei Projekte im Groitzscher Raum holte sich die Nabu-Regionalgruppe Hilfe: 30 junge Leute zwischen 17 und 24 Jahren, die zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren, halfen mit beim Aufbau des Trafoturmes in Nöthnitz, beim Anlegen einer Blüh- und Schmetterlingswiese in Maltitz und beim Pflegen des Feldrandstreifens in Kleinprießligk.

Blick auf die Absatzbecken in Maltitz, die der Naturschutzbund von der Mibrag gepachtet hat. Hier haben sich bereits verschiedene Amphibienarten angesiedelt. Dahinter soll bald eine Blumenwiese blühen und Schmetterlinge anziehen.

Quelle: Kathrin Haase

Groitzsch. Wenn viele Hände mit anpacken, flutscht die Arbeit von ganz alleine. Das war auch der Fall beim landesweiten Aktionstag Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Die Regionalgruppe Südraum des Naturschutzbundes holte sich dafür 30 tatkräftige junge Leute zwischen 17 und 24 Jahren mit ins Boot, um drei wichtige Projekte im Groitzscher Raum voranzubringen: die Trafostation in Nöthnitz, die Absatzbecken in Maltitz und den Feldrandstreifen Katzengrund in Kleinprießligk. Einen Tag lang krempelten die FÖJler aus der Ökostation Borna-Birkenhain und der Anerkannten Schulgesellschaft Dahlen die Ärmel hoch und griffen zu Eimer, Spaten, Hammer und Häcksler.

„In Sachsen gibt es zehn Träger für das Freiwillige Ökologische Jahr und wir sind einer davon“, erläutert Christiane Franke von der Ökologischen Station. „Mit dem landesweiten Aktionstag möchten wir darauf aufmerksam machen und weitere junge Leute für den Naturschutz und das FÖJ gewinnen.“

Das markante Trafohaus im Groitzscher Ortsteil Nöthnitz stammt aus dem Jahr 1935 und wurde massiv Stein auf Stein errichtet. Nachdem es 77 Jahre lang seinen Dienst getan hatte und 20 000 Volt Netzspannung in haushaltübliche 400/230 Volt Niederspannung umwandelte, wurde es mitsamt dem 30 Quadratmeter großen Grundstück für einen symbolischen Betrag an den Naturschutzbund Sachsen verkauft. Nun soll die Trafostation saniert und ein sogenannter Chinesentempel als Vogelhotel hergerichtet werden. Er bietet beste Voraussetzungen, geschützten Tieren wie Turmfalke, Mauersegler, Mehl- und Rauchschwalbe, Gartenrotschwanz sowie höhlen- und nischenbewohnende Singvögeln ein Zuhause zu geben.

Das Mauerwerk wurde bereits in mühevoller Kleinarbeit abgetragen, erläutert Ingo Thienemann vom Landschaftspflegehof Harmonie, Mitglied in der Nabu-Regionalgruppe Südraum. Mit Hilfe der FÖJler wurden nun die alten Ziegelsteine aufbereitet und soweit in Schuss gebracht, dass sie für den Wiederaufbau verwendet werden können.

Ordentlich zu tun gab es auch am Katzengrund in Kleinprießligk, einem Feldrandstreifen, den der Nabu von der Stadt Groitzsch gepachtet hat. Dort wurden in den zurückliegenden Monaten bereits Lesestein- und Totholz-Haufen angelegt, Sträucher gepflanzt, Nisthilfen angebracht und zuletzt die Kopfweiden geschnitten. Die FÖJler kümmerten sich nun um die abgeschnittenen Zweige, schredderten sie und legten damit kleine Haufen an. „Die sind gut für Nashornkäfer“, meinte Ingo Thienemann.

Projekt Nummer 3 kümmert sich um die Absatzbecken in Maltitz, eine ehemalige Industrieanlage für das Kraftwerk Mumsdorf. „Die Becken sollten zurückgebaut und plattgemacht werden“, berichtet Jörg Geier, ökologischer Bauleiter. „Zum Glück konnten wir das in letzter Minute stoppen.“ Der Nabu pachtete das Gelände von der Mibrag und pflegt hier nun drei Feuchtbiotope, in denen sich zahlreiche Amphibienarten angesiedelt haben, ergänzt Peter Windolph, Vorsitzender der Nabu-Regionalgruppe. Daneben gibt es zwei Trockenbecken als Eidechsenhabitate und es soll eine Brachfläche als Blüh- und Schmetterlingswiese angelegt werden. Die FÖJler kümmerten sich in erster Linie um die sandige Brachfläche, lasen die Steine aus und legten damit kleine Lesesteinhaufen für Eidechsen an. „In ein paar Wochen sieht es hier schon ganz anders aus, dann grünt und blüht alles und fliegen die ersten Schmetterlinge“, freut sich der Naturschützer.

Von Kathrin Haase

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