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Ferien im Stadtmuseum Borna: Luisa und Stella machen blau

Nächstes Angebot am 6. Juli Ferien im Stadtmuseum Borna: Luisa und Stella machen blau

Einfach mal blau machen – ein Gedanke, mit dem sicherlich jeder Schüler schon einmal gespielt hat, der jedoch in der Ferienzeit schnell zur Makulatur wird. Nicht so allerdings im Bornaer Stadtmuseum – wenn auch anders, als man im ersten Moment vermuten würde.

Die Farbe Blau stand am Mittwoch im Museum Borna im Mittelpunkt. Almut Zimmermann führte Luisa Renée (l.) und Stella Sophie (r.) durch das Ferienprogramm.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Einfach mal blau machen – ein Gedanke, mit dem sicherlich jeder Schüler schon einmal gespielt hat, der jedoch in der Ferienzeit schnell zur Makulatur wird. Nicht so allerdings im Bornaer Stadtmuseum – wenn auch anders, als man im ersten Moment vermuten würde.

Unter dem Motto „Gemeinsam blau machen“ fanden sich am Mittwoch denn auch zwei junge Teilnehmerinnen zur von Museumspädagogin Almut Zimmermann geleiteten Ferienveranstaltung vor dem Museumsbau in der Bornaer Innenstadt ein. Die vermeintlich geringe Teilnehmerzahl erwies sich dabei schnell als Vorteil. „Natürlich spielen dabei diverse Faktoren eine Rolle“, gab sich Zimmermann gelassen. „Wenn das Wetter so gut ist wie heute, verbringen viele einfach auch den Tag lieber im Freien.“ Und die elfjährige Luisa Renée fügte an: „Mich stört das überhaupt nicht – so ist es ja auch ein bisschen ruhiger hier.“

Und Ruhe war auch gefragt. Denn passend zum Motto durften sich Luisa Renée und Mitstreiterin Stella Sophie (7) künstlerisch betätigen. Nachdem in einer Einführung zunächst gemeinsam über die verschiedenen Bedeutungen, die der Farbe blau zugeschrieben werden, diskutiert wurde, war es an den beiden Mädchen, ihre ganz eigenen Traumtücher zu gestalten. Ausgestattet mit spezieller Konturfarbe wurden Seidentücher bemalt. Der Kreativität waren hier keine Grenzen gesetzt, einzige Bedingung – es musste natürlich alles in blau gehalten sein.

„Mir ist es bei meinen Veranstaltungen immer wichtig, alle Sinne einzubinden“, erläuterte Almut Zimmermann. „Gerade das Malen ist hier eine optimale Betätigung: Es macht Spaß, entspannt und hilft zudem, Dinge besser im Gedächtnis zu behalten.“ Luisa Renée und Stella Sophie jedenfalls waren mit Feuereifer dabei, arbeiteten konzentriert – und unterstützt von Stellas Mutter Annett Zschätzsch – an ihren Werken.

Natürlich stand aber nicht nur künstlerische Betätigung auf dem Programm. Denn das Motto der Veranstaltung hatte Almut Zimmermann ganz bewusst gewählt. „Ich wollte mich nach und nach den drei Bornaer Wahrzeichen widmen: Der Zwiebelfrau, dem Bergmann und den Blauen Reitern“, zählte die 40-Jährige auf. Besonders den Färbeprozess der Uniformen der Reitereinheit wollte sie Luisa Renée und Stella Sophie bei der anschließenden Führung durch die Museumsausstellung näherbringen. Und der war durchaus ungewöhnlich.

„Um die Farbe zu gewinnen, wurde eine Pflanze namens Weid benötigt“, informierte Zimmermann. „Die Blätter wurden zu Kugeln gerollt und dann mehrere Tage in Urin eingeweicht. In diese Lösung wurden dann die Tücher gelegt und das ganze in regelmäßigen Abständen mit Alkohol vermischt.“ Die erwartbare Reaktion der beiden Schülerinnen – Stella Sophie befand der Prozess sei „eklig“ – wurde von Zimmermann im Nachgang mit viel Humor aufgegriffen. „Natürlich haben die Färber den Alkohol meistens nicht einfach so in die Bottiche gekippt, sondern zuvor auch kräftig davon getrunken“, betonte sie augenzwinkernd – und schlug so den Bogen zurück zum Motto der Veranstaltung.

Die konnte dann auch nach knapp zwei Stunden durchaus als Erfolg gewertet werden. „Die Färbegeschichte war zwar ein wenig eklig, aber trotzdem interessant“, befand Luisa Renée. Und Stella Sophie schob nach: „Es war vor allem auch schön, etwas über die eigene Stadt zu erfahren.“

Die nächste Ferienveranstaltung im Museum Borna findet am Mittwoch, 6. Juli, statt. Dann dreht sich von 10 bis 12 Uhr alles rund die Zwiebel und deren vielfältige Verwendungsmöglichkeit, etwa für Geheimschriften.

Anmeldung unter 03433/2 78 60 oder museum@borna.de. Es wird ein Unkostenbeitrag von 3 Euro fällig. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Plätze begrenzt. Werden diese nicht erreicht, sind auch Spontanbesuche möglich.

Von Bastian Fischer

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