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Borna Ferienanlage mit Eventhof und Trauzimmer – neue Zeiten im Groitzscher Krempelhaus
Region Borna Ferienanlage mit Eventhof und Trauzimmer – neue Zeiten im Groitzscher Krempelhaus
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00:22 15.02.2018
Die Bohlenstube ist das Herzstück des Umgebindehauses von Heiko Peter am Markt 15 in Groitzsch. Sie bietet Platz für private und geschäftliche Feiern, außerdem nutzt es das Standesamt als Trauzimmer. Quelle: Jens Paul Taubert
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Groitzsch

Heiko Peter hat die Sanierung des 264 Jahre alten Umgebindehauses am Markt 15 schon hinter sich. Ein großes Abenteuer mit vielen Überraschungen und herben Rückschlägen, wie er sagt. „Ich kann sie gar nicht alle aufzählen, so viele waren das.“ Im Herbst 2010 erwarb der Wahl-Groitzscher den Vierseitenhof von einem Engländer und begann nach drei Jahren Planung und vielen bürokratischen Hürden mit den Arbeiten.

Das historische Anwesen am Markt 15 in Groitzsch – im Volksmund auch Krempelhaus genannt - ist ein Blickfang mit Geschichte. Taekwondo-Großmeister Heiko Peter hatte den Vierseitenhof im Herbst 2010 erworben und mit viel Liebe zum Detail saniert. Heute beherbergt das Kulturdenkmal vier Ferienwohnungen, einen Eventhof und die originale Bohlenstube.

Als Erstes musste das Wohngebäude mit Stallungen an der Ostseite abgerissen werden, der Hausschwamm hatte sich darin breitgemacht und es war nicht mehr zu retten. Die Sanierung des Hauptgebäudes zog sich annähernd zwei Jahre hin, die der restlichen Gebäude stufenweise bis Ende 2017. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich jetzt damit fertig“, freut sich der Bauherr über die neu geschaffene Ferienanlage mit Eventhof. „Die ganze Familie hat jahrelang mitgeholfen. Bei mir selbst habe ich nach 10 000 Arbeitsstunden aufgehört zu zählen.“

Das historische Anwesen, im Volksmund auch Krempelhaus genannt, weil es viele Jahre dem Künstler und Weltenbummler Ralf Krempel (1935-2005) gehörte, gilt als Bindeglied zwischen dem alten Groitzscher Marktplatz (heute Turmplatz) und dem neuen Markt. Mitte der 1960er Jahre wurde das Wohnhaus modernisiert, das Umgebinde dabei restlos entfernt und DDR-typisch massiv aufgemauert. Die markante Fachwerkfassade verschwand unter Leichtbauplatten und wurde verputzt. Fast ein halbes Jahrhundert lang zeigte sich das ehrwürdige Gebäude als grauer, unansehnlicher Klotz. Und wurde kaum eines Blickes gewürdigt.

Bis auf Heiko Peter, der keine 200 Meter weiter das Black Belt Center betreibt und beim Blick aus dem Fenster „jeden Tag auf den armen alten Hof geschaut hat“. Ihm tat es leid, dass er immer weiter verfiel. Das wollte er unbedingt ändern, erklärt der Taekwondo-Großmeister seine Beweggründe. Mit viel Enthusiasmus, Mut und Liebe zum Detail verwandelte er das Ensemble wieder in ein Schmuckstück – bis hin zu dem über 100 Jahre alten Rebstock an der Fassade, der bis heute Früchte trägt und auf vielen alten Ansichtskarten zu sehen ist. „Es wäre eine Schande gewesen, ihn wegzumachen“, sagt er.

Über den finanziellen Aufwand möchte er nicht reden, verrät nur soviel, dass die erste Baukostenschätzung der Architektin bei 980 000 Euro lag und dass die 80 000 Euro Denkmalmittel und 54 000 Euro Fördermittel aus dem Ile-Programm nur Tropfen auf den heißen Stein waren. Bei den hohen denkmalpflegerischen Auflagen waren die Fördergelder wahrhaft verpufft, sagt der Groitzscher. „Wer so ein gewaltiges Objekt aus wirtschaftlichen Gründen saniert, wird niemals glücklich werden. Es war mir klar, dass man die Investitionskosten in einem Leben nicht refinanzieren kann. Meine Motivation war, dass ich meiner Wahlheimat, in der ich mich sehr wohl fühle, und den Bürgern der Stadt Groitzsch ein Stück Tradition und Vergangenheit zurückgeben wollte.“

Das Herzstück des Wohnhauses ist die originale Bohlenstube aus dem Baujahr 1754. Der 45 Quadratmeter große Raum bietet Platz für private und geschäftliche Feiern, aber auch kleine Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Lesungen. Zudem nutzt es das Groitzscher Standesamt als Trauzimmer.

Im Obergeschoss, Erdgeschoss und im Seitengebäude sind vier Ferienwohnungen entstanden, zwischen 36 und 70 Quadratmeter groß und gemütlich im ländlich-rustikalen Stil eingerichtet. „Ich bin ein Jahr lang durch Süddeutschland gefahren, um die Möbel einzukaufen“, ist Heiko Peter mit dem Ergebnis zufrieden. Gemietet werden die Ferienwohnungen überwiegend von Touristen.

Der Hof des Kulturdenkmals Markt 15 beherbergt einen Freisitzbereich mit 60 überdachten Sitzplätzen und kann sowohl für Feiern als auch Konzerte genutzt werden. Durch die Scheune an der Nordseite gibt es einen Durchgang zum Turmplatz mit dem Stadtturm.

Internet: www.markt15.com.de

Von Kathrin Haase

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