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Borna Festival AdriAkustik im Kulturpark zieht Hunderte Besucher in seinen Bann
Region Borna Festival AdriAkustik im Kulturpark zieht Hunderte Besucher in seinen Bann
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00:19 23.08.2017
Markus Sommer schlug in Deutzen ein: hunderte Besucher bevölkerten während seines Konzerts den Grillplatz.   Quelle: Julia Tonne
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Neukieritzsch/Deutzen

 Wenn sich der Kulturpark in Deutzen in einen Campingplatz verwandelt, Hunde kurzzeitig an Anhängerkupplungen festgebunden werden, Handtücher auf der Leine quer über Wege hängen und sich Besucher 18 Uhr „Guten Morgen“ sagen, ist wieder Liedermacherfestival.

In Zahlen ausgedrückt, kamen am Wochenende 400 Übernachtungsgäste und noch einmal so viele Besucher täglich zur AdriAkustik, um rund 70 Musikern zu huldigen oder sie erstmals auf der Bühne zu erleben. Unter ihnen bekannte Gesichter wie Götz Widmann, Max Prosa, Michael Krebs und Spieltrieb, aber auch – zumindest in Deutzen – Newcomer wie Markus Sommer und Grillmaster Flash. Letzterer kam extra aus Bremen Nord angereist, um dem Publikum gleich klar zu machen, er sei zu jung für Schallplatten und zu alt für Retro. „Ich freue mich sehr, dass ich hier sein muss“, begrüßte er die Besucher auf dem Grillplatz.

Zu jung für Schallplatten, zu alt für Retro: Grillmaster Flash aus Bremen. Quelle: Julia Tonne

Markus Sommer schlug laut Festivalorganisator Martin Veit und Liedermacher-Managerin Fabia Widmann schon am Donnerstag während der offenen Bühne so richtig ein. Kein Wunder also, dass auch am Samstag sämtliche Stuhlreihen und Bodensitzplätze vor der Bühne weg waren, als er sein Solokonzert gab.

Markus Sommer (rechts) mit Unterstützung eines Saxofonspielers. Quelle: Julia Tonne

Genauso voll blieb es auf dem Grillplatz, als Michael Krebs vor dem Keyboard Platz nahm. Der Berliner Kabarettist hatte sichtlich Spaß und fühlte sich durchaus wohl in Deutzen, „einem typischen Örtchen in Deutschland – schick und extra für das Festival herausgeputzt“. Sein Zelt sei bereits aufgebaut, er werde wohl bleiben. Unverschämt, charmant und schlagfertig – zuweilen auch

Wem das Konzert von Michael Krebs nicht gefällt: An ihm liegst nicht, wie er deutlich zeigt. Quelle: julia tonne

nicht ganz kindertauglich – unterhielt er das Publikum, das dem Künstler bereits am frühen Abend mit einem gewissen Alkoholpegel „und ganz bestimmt auch bekifft“ seine Aufwartung machte.

Unverblümt und mit Wortwitz nahm Krebs so ziemlich alles und jeden auf die Schippe, keiner und nichts kam ungeschoren davon. „Coffee to go, Auto to go, Erziehung to go – für immer mehr brauchen wir immer weniger Zeit, und immer wieder dazwischen Wellness: Gute-Laune-Tee, Hol-Dir-Schwung-Tee, Innere-Erleuchtung-Tee, Schöne-Regel-Tee“.

Dass der Berliner thematisch auch ganz anders kann, wurde schon beim Soundcheck deutlich. Noch nicht in voller Lautstärke, aber doch für alle verständlich, warb er für Körperkontakt, um die Welt ein Stück besser zu machen: „Ficken für den Frieden, poppen für die Antifa und vögeln für das Weltklima“. Und auch seine eigenen Erfahrungen bezog er zu vorgerückter Stunde mit ein: „Das Mädchen von den Bündnis Grünen, zerrt mich beim Waleretten in die Dünen, und so oft wie mit ihr konnt ich noch nie – regenerative Energie“.

Was viele Festivalbesucher vor allem lockte, war die „handgemachte Musik“, wie es Basti aus Darmstadt auf den Punkt brachte. Er war das erste Mal in Deutzen, „aber mit Sicherheit nicht das letzte Mal“. Felix und Anne aus Zittau hingegen mögen schlicht deutsch-sprachige Texte und finden es immer wieder spannend, wie sich die Liedermacher – ob gestandene oder Neulinge ausprobieren. Der Festivalorganisator Martin Veit hatte in diesem Jahr erstmals auf freie Anmeldungen durch die Künstler verzichtet, vielmehr mussten sich die Liedermacher bewerben. 150 Bewerbungen lagen schließlich vor, die Hälfte wurde für gut und passend für Deutzen befunden und dann auch eingeladen. Dass er die richtige Wahl getroffen hatte, zeigten die Besucherzahlen.

Lisa, Chris, Max, Basti und Janina (von links) sind nicht das letzte Mal beim Festival. Quelle: Julia Tonne

Von Julia Tonne

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