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Borna Fette Reifen und tiefe Lenkgabeln – Bornaer Fahrradclub setzt auf Marke Eigenbau
Region Borna Fette Reifen und tiefe Lenkgabeln – Bornaer Fahrradclub setzt auf Marke Eigenbau
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07:00 10.04.2017
Peter Meyer mit einem seiner sechs Räder Marke Eigenbau – dem „Dreckigen Holländer“. Quelle: Kathrin Haase
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Borna

Ganz normale Stadt- und Wiesenfahrräder sind für Peter Meyer (41) und seine Freunde vom Bornaer Fahrradclub No-name-Ridazzz so prickelnd wie ein Schluck stilles Wasser. Ein bisschen Aerodynamik, Spielerei und Exklusivität mit fetten Reifen und tiefen, u-förmigen Lenkgabeln müssen schon sein, denn der Reiz liegt für sie im Besonderen. Und so schwingen die Pedalritter ihre fünf Buchstaben ausschließlich auf Marke Eigenbau – Trikes, Beachcruiser, Chopper – und erkunden damit die Landstraßen.

Die Geburtsstunde des Fahrradclubs lag vor einem Jahr in einer Garage in Borna-Nord. Dort treffen sich die Radfreunde noch heute regelmäßig, schrauben an ihren fahrbaren Untersätzen und planen gemeinsame Unternehmungen. Mittlerweile hat die lustige Runde sogar einen Namen – die „No-name-Ridazzz“ – und ein eigenes Logo mit Totenkopf, Käppi und gekreuzten Schraubenschlüsseln. „Wir haben echt ein halbes Jahr gebraucht, um einen Namen zu finden“, lacht Peter Meyer. Zusammen mit Thomas Huy aus Haselbach war der Bornaer bei einer Veranstaltung der „Golden Riders“ 2015 in Dresden so richtig auf den Geschmack gekommen. „Wir haben schnell gemerkt, dass es dort eine Riesenszene gibt. Als wir mit unseren Rädern durch die Stadt gefahren sind, war das spektakulär“, erinnert er sich.

Mittlerweile gehören dem Club an der Wyhra sechs Gleichgesinnte an, und er ist offen für weitere Kreative von 18 bis 88. Ab Juni beziehen sie ihre eigene Werkstatt auf dem ehemaligen ZW-Gelände in Regis-Breitingen und wollen dort so eine Art Vereinssitz herrichten. „Eines Tages möchten wir ein eingetragener Verein werden, so ähnlich wie bei den „Golden Riders“, kündigt Peter Meyer an. Zu den Dresdnern halten die No-name-Ridazzzer genauso freundschaftliche Kontakte wie zu den „Cursed Kings“ in Nijmegen und „VCorps“ in Veenendaal, Niederlande. „Wir können nur von ihnen lernen“, findet der Kopf des Bornaer Clubs.

Denn immer nur im eigenen Saft schmoren, ist der unternehmungslustigen Truppe zu wenig. Vom 12. bis 15. Mai veranstaltet sie ihr erstes Custom-Treffen im Beachclub Weitblick am Zwenkauer See und hat dafür schon Zusagen aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Die Wyhrastädter organisieren für ihre Gäste unter anderem einen Barbecue-Abend, eine Rundfahrt am 13. Mai von Zwenkau nach Borna – gegen 14 Uhr werden sie mit ihren Spezialrädern auf dem Bornaer Marktplatz eintreffen – sowie Live-Musik, eine Ausstellung mit bis zu 80 Rädern, Tätowierer und Airbrusher. „Zeitgleich findet in Zwenkau das Hafenfest statt“, hat sich Peter Meyer kundig gemacht, „deshalb hoffen wir auf besonders viele Gäste.“

Für den 41-Jährigen ist das Radfahren nicht nur Zeitvertreib wie für andere Angeln oder Briefmarken sammeln, sondern ein Gefühl von grenzenloser Freiheit. „Das ist genau mein Ding, ich habe das gefunden, was mir am meisten Spaß macht“, erzählt der Mann, dessen längste Tour einmal über 106 Kilometer führte. Mittlerweile verfügt er über sechs Fahrräder, doch damit ist noch lange nicht Schluss. „Es ist wie eine Sucht, man hat immer neue Ideen. Und bis auf viereckige Räder bekomme ich alles hin“, lacht der Mann mit den drei abgeschlossenen Berufsausbildungen Industriemechaniker, Koch und Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Derzeit absolviert er eine dreijährige berufliche Reha zum Digitalfilmer beim MDR.

Von Kathrin Haase

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