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Feuerwehr: Pegauer Gerätehaus bekommt was aufs Dach

Sanierung Feuerwehr: Pegauer Gerätehaus bekommt was aufs Dach

Nur 13 Jahre nach der Gebäudeeinweihung muss das Dach des Pegauer Feuerwehrgerätehauses saniert werden. Ohne Gefälle errichtet, konnte die Abdichtung offensichtlich nicht das stehende Wasser komplett abhalten. Jetzt wird eine leichte Neigung eingebaut.

Beim jüngsten Unwetter mussten Pegaus Feuerwehrleute auf dem eigenen Gerätehaus Wasser abpumpen.

Quelle: Feuerwehr Pegau

Pegau. Wichtigstes Argument, bei der Feuerwehr einzutreten, ist häufig, anderen zu helfen. Da mutet es – bestenfalls – kurios an, wenn die Floriansjünger sich selbst beistehen müssen. Beim jüngsten Unwetter war für die Pegauer das eigene Domizil ein Einsatzort. Reichlich Wasser hatte sich auf dem Dach des Gerätehauses gestaut und musste abgepumpt werden. Als Hauptgrund galten die laufenden Sanierungsarbeiten. Dass die schon 13 Jahre nach der Gebäudeeinweihung nötig sind, hatte bei der Auftragsvergabe in der Stadtratssitzung für Ärger gesorgt.

Bauamtsleiter Gunther Grothe sprach von Undichtigkeiten des Daches. Dabei sei nicht klar, wo diese genau sind und woher sie stammen. Womöglich stamme der Schaden von Waschbären; mehr als 30 seien herausgeholt worden. Jedenfalls tropfe es vereinzelt. „Aber davon ist die gesamte Fahrzeughalle betroffen“, warf Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) ein. Es waren mehrere Unternehmen eingeladen worden, sich das Dach anzuschauen, so Grothe. „Die meisten kamen nicht.“ Die Firma Götze aus dem Zeitzer Ortsteil Geußnitz sei hingegen einige Male oben gewesen und habe ein Angebot mit verschiedenen Optionen abgegeben, sodass sie den Zuschlag erhalten solle. „Wir tappen zwar noch im Dunkeln. Aber deshalb müssen wir das Dach aufnehmen.“

Mit der Materie kennt sich Stadtrat Peter Kretschmer (CDU) aus. „Ein Dach muss mindestens zwei Prozent Gefälle haben, es entspricht sonst nicht der DIN-Norm und ist nicht zulässig“, sagte der Kitzener Dachdeckermeister. „Es liegt nicht am Nullgefälle. Es ging ja mehr als zehn Jahre gut“, entgegnete Grothe. „Ein Dach muss mindestens 50 Jahre halten“, trumpfte Kretschmer auf. „Vielleicht sind die Nähte nicht richtig verschweißt.“

Untersagt ist ein Dach ohne Neigung nicht, steuerte Joachim Albus (CDU) bei, ein Architekt. Es habe mal einen solchen Trend zum Flachdach gegeben. Dann sei eine höherwertige Abdichtung erforderlich. „Es bleibt eben immer ein problematisches Dach, weil dort Wasser viel länger steht.“ Er schlug vor, nachträglich ein kleines Gefälle einzubauen.

Ein solches Angebot wurde ebenfalls eingeholt und kostet 25 000 Euro extra, sagte Grothe. Für die bisherigen Aufgaben hatte Götze maximal gut 64 000 Euro gefordert. Damit war es klar für Wiederaus Ortsvorsteher Michael Buth (Freie Wählervereinigung Wiederau), der beratend an den Stadtratssitzungen teilnimmt: „Wir sollten das Geld jetzt draufpacken, damit wir nicht in zehn Jahren wieder so diskutieren müssen.“ Albus stimmte ihm zu. Als Kämmerer Guido Voigt die Zusatzsumme abnickte, wurde der Vergabebeschluss um die Möglichkeit eines Gefälleeinbaus erweitert und auf maximal rund 89 000 Euro erweitert.

Ob die Baufirma, die das Dach des Gerätehauses ursprünglich errichtet hat, in Regress genommen werden kann wurde gefragt. „Die gibt es nicht mehr“, war die Antwort. Vielleicht müsse die Versicherung des damaligen Planers zahlen, lautete ein weiterer Versuch, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. „Können wir prüfen“, kam es zurück.

Inzwischen ist die Zimmerei, die auch Dachdeckerarbeiten ausführt, dabei, die Gerätehausbedeckung abschnittsweise zu überprüfen. Dabei wird bei entsprechender Dämmung eine Neigung von zwei Prozent eingefügt. Bauamtsleiter Grothe geht davon aus, dass die Sanierung Ende Juli beendet ist. „Den Preis werden wir wohl nicht erreichen, aber es geht weit ran.“ Damit sich die Feuerwehr dann länger als ein Jahrzehnt nur um Hilfeleistungen für andere kümmern kann.

Von Olaf Krenz

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