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Feuerwehrchef fordert Sirenen für Borna

Alarmierung Feuerwehrchef fordert Sirenen für Borna

In Borna springen derzeit im Ernstfall keine Sirenen an, um die Brandschützer in Marsch zu setzen. Ein Zustand, der im Zweifelsfall durchaus gefährlich werden kann, ist der Bornaer Stadtwehrleiter Tino Reim überzeugt. Deshalb macht er sich dafür stark, auch in Borna eine sirenengestützte Alarmierung zu ermöglichen.

Sirene auf einem Dach. Diese Möglichkeit der Alarmierung gibt es in Borna bislang nicht.

Quelle: pholidito - Fotolia

Borna. Wurzen hat sie. Grimma auch. Nur in Borna springen im Ernstfall keine Sirenen an, um die Brandschützer in Marsch zu setzen. Ein Zustand, der im Zweifelsfall durchaus gefährlich werden kann, ist der Bornaer Stadtwehrleiter Tino Reim überzeugt. Deshalb macht sich der oberste Brandschützer der Kreisstadt dafür stark, auch in Borna eine sirenengestützte Alarmierung zu ermöglichen.

„Das wäre für uns eine Rückfallebene“, sagt Reim. Auf gut Deutsch: Damit ließe sich die Alarmierung der Einsatzkräfte unabhängig von anderen Nachrichtenmitteln sicherstellen. Üblicherweise werden die Feuerwehrleute in Borna wie andernorts auch durch so genannte Piepser in Bewegung gesetzt. Eine hochmoderne und an sich gute Sache. „Aber wir leben im digitalen Zeitalter“, sagt der Bornaer Feuerwehrchef. Heißt: Die Technik kann spätestens dann versagen, wenn der Strom ausfällt. Und zudem kennt jeder die Situation, dass ein Handy mal ohne Netz ist. Nicht zuletzt sei es schon passiert sagt Reim, „dass von 15 Piepsern auch mal zehn nicht gehen können“.

Wenn dann die Einsatzkräfte terrestrisch herbei telefoniert werden müssen, ist das nicht nur deshalb umständlich, weil die Nummern der einzelnen Feuerwehrleute erst einmal herausgesucht werden müssen. Wer im Ernstfall nachts angeklingelt wird, muss auch erst einmal begreifen, worum es geht.

Am Ende auch um Menschenleben, weshalb die Installation von Sirenen, wie es sie in allen Bornaer Ortsteilen gibt, schlichtweg vonnöten ist, wie Stadtwehrleiter Reim erklärt. Die würden keineswegs 120-mal im Jahr ertönen, sondern vielleicht zehn-, zwölfmal. „Bei Wohnungsbränden, aber nicht dann, wenn wir eine Ölspur beseitigen.“ Dass die Bevölkerung mit einem Übermaß an – nächtlicher oder auch täglicher – Ruhestörung rechnen müsste, sei deshalb nicht zu befürchten. Sirenen funktionierten unabhängig von anderen Störungen, „weil wir im Gerätehaus in der Röthaer Straße nur auf einen Knopf drücken müssten“. Dort gibt es ein Notstromaggregat.

In anderen Kommunen im Landkreis Leipzig ist das längst gängige Praxis, wie Kreisbrandmeister Nils Adam bestätigt. Zwar erfolge die Alarmierung der Feuerwehrleute üblicherweise im gesamten Landkreis Leipzig durch Piepser. Wenn es aber um größere Einsätze, etwa bei einem Dachstuhlbrand gehe, sei die Sirene zu hören. Ein Informationssystem, für das es zwar wegen seiner durchdringenden Lautstärke auch ein gewisses Für und Wider gäbe, das aber, sofern vorhanden, flächendeckend Wirkung entfalte. Außerdem werde es nur dann eingesetzt, wenn die Einsätze ein nennenswertes Gefahrenpotenzial haben, wenn etwa ein Dachstuhl in Flammen steht, macht der Kreisbrandmeister klar.

In Grimma wurden die Sirenen nach den Erfahrungen des großen Hochwassers wieder installiert. Für die Sirenen gibt es wöchentlichen Probealarm. Nicht mehr wie zu DDR-Zeiten, als es gängige Praxis war, dass das Alarmgeheul jeden Mittwoch, Punkt 13 Uhr, eine Minute lang nicht zu überhören war. Adam: „Der Ton erklingt jetzt fünf Sekunden lang.“

Für den Bornaer Stadtwehrleiter ist es deshalb zwingend, dass das auch in Borna möglich wird. Die Alarmierung mittels Sirenen sollte deshalb auch im neuen Brandschutzbedarfsplan festgeschrieben werden, an dem seit einem Jahr gearbeitet wird, betont er. Reim verspricht sich von der Möglichkeit, die Einsatzkräfte in Zukunft auch über Sirenen zu rufen, auch einen gewissen Werbeeffekt. „Dann merken die Leute auch, dass es noch eine Feuerwehr gibt.“ In Zeiten, in denen das Ehrenamt gestärkt werden soll, wäre das für die Brandschützer eine schöne Konsequenz.

Die Nutzung von Sirenen im Katastrophenfall in Borna wäre kein Problem. Das hat Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) klargemacht. Sie unterstützt damit die Bornaer Stadtfeuerwehr, deren Leiter Tino Reim sich für die Nutzung der lautstarken Warnsysteme einsetzt. In den Bornaer Ortsteilen seien Sirenen im Einsatzfall der Brandschützer „ganz normal“.

Luedtke weiter: „Ich habe mit Sirenen überhaupt kein Problem.“ Auch deshalb, weil sie selbst privat höre, wenn die Sirene in Lobstädt angehe. Zudem sei klar, dass Sirenen nur dann zum Einsatz kämen, wenn es sich um ernsthafte Katastrophen handle und nicht um die Beseitigung einer Ölspur, erklärt sie.

Beim letzten Hochwasser sei deutlich geworden, wie sehr Sirenen in der Stadt gefehlt hätten. Stattdessen sei sie als Oberbürgermeisterin mit den Rettungskräften mit dem Auto durch die Stadt gefahren, um die Bürger mittels Lautsprecher über die bedrohliche Situation zu informieren. Dass Borna seinerzeit glimpflich davon gekommen sei, habe auch mit Glück zu tun.

Die Nutzung von Sirenen bleibe eine Option, so Luedtke weiter. Wo und in welchem Abstand die akustischen Warngeräte installiert werden sollten, sei noch unklar. „Das muss am Ende ausgemessen werden.“

Von Nikos Natsidis

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