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Borna Feuerwehrmann Tino Reim rückt an die Spitze der Stadtwehr in Borna
Region Borna Feuerwehrmann Tino Reim rückt an die Spitze der Stadtwehr in Borna
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10:29 25.11.2015
Tino Reim (li.) ist der neue Chef an der Spitze der Stadtwehr von Borna.   Quelle: Andreas Döring
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Borna

 Tino Reim ist der neue Chef der Stadtfeuerwehr von Borna. Damit löst er den bisherigen Stadtwehrleiter Kai Noeske ab und tritt in die großen Fußstapfen seines Vaters. Bernd Reim hatte die Kameraden in Borna und den Ortsteilen über 19 Jahre organisiert, bis er 2004 einem schweren Krebsleiden erlag. „Das Gerätehaus ist der Ort meiner Kindheit“, sagte Oberbrandmeister Tino. In der Dienstwohnung an der Röthaer Straße sei er groß geworden. Auf Wunsch seiner Kameraden hatte sich der bisherige Chef der Bornaer Ortswehr bei den Wahlen zur Spitze der Stadtwehr aufstellen lassen. Er sei bereit, Verantwortung für die Einsätze von über 160 aktiven Kameraden, die Technik und die Schlagkraft der Wehr zu übernehmen.

Mit dem 36-jährigen Reim schlägt erneut ein leidenschaftliches und kompetentes Herz an der Spitze der Stadtwehr. Er hat nicht nur das Engagement beim Retten, Bergen, Löschen und Schützen mit der Muttermilch eingesogen. Als Mann der Flughafenfeuerwehr auf dem Airport Leipzig ist er inzwischen auch ein Profi auf dem Gebiet. Nach 13 Jahren als Kraftfahrer bei der Edeka musste er sich mit der Entscheidung zur Schließung des Standortes in Borna abfinden. „Ich hab mich neu orientiert“, so der gelernte Karosserie- und Fahrzeugbauer. Der Handwerksberuf habe ihm den Einstieg in die Berufsfeuerwehr erleichtert.

Dass sich jüngst das Personalkarussell in der Bornaer Stadtwehr drehte, ist nicht nur den turnusmäßigen Wahlen geschuldet. Mit dem ehemaligen Vize Marcel Böhm verließ ein engagierter Kamerad die Stadt, um in Hamburg einen beruflichen Neustart hinzulegen. Seine Aufgabe wird künftig Kai Noeske übernehmen, der seit 2004 die Stadtwehr leitete und parallel dazu noch als Vize-Kreisbrandmeister tätig ist. „Die ehrenamtliche Tätigkeit für die Feuerwehr lässt sich nicht in Stunden aufrechnen“, sagte der Oberbrandinspektor, der jetzt einen Teil der Verantwortung an den jüngeren Reim übertragen wird. Verwaltungsarbeit, Einsatzpläne, Investitionsvorhaben, Ehrungen und Jubiläen seien im Auge zu behalten. „Der bürokratische Aufwand ist enorm“, so Noeske.

Die Herausforderungen an die Kameraden, die in den Ortswehren Borna, Thräna, Eula, Zedlitz, Neukirchen und Wyhra organisiert sind und deren Schlagkraft in der Stadtwehr gebündelt wird, wachsen ständig. Aufgrund der vielen Berufspendler wird die Personaldecke immer dünner. Reim weiß, wovon er spricht. Während seiner 24-Stunden-Dienste auf dem Flughafen stand er bislang der Bornaer Wehr nicht zur Verfügung. „Aber die Einsatzfähigkeit muss gewährleistet sein“, so Noeske, der auf dem Wirtschaftshof der Stadt arbeitet.

Mit knapp 130 Einsätzen ist allein die Bornaer Feuerwehr in diesem Jahr in einer Häufigkeit ausgerückt, wie sie nur in Jahren mit Sturm und Hochwasser üblich ist. Ein Einsatz sitzt den beiden gestandenen Feuerwehrmännern tief im Gedächtnis – der Laubenbrand in Wyhra. Mit dem in Flammen stehenden Gebäude, einer durchgebrannte Freileitung und Gasflaschen in unmittelbarer Nähe hätte sich eine riskante Verkettung von Umständen ergeben. Als nach der Löschung deutlich geworden sei, dass ein Mensch in den Flammen verbrannt war, hätten die Kameraden die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht.

Um derartige Situationen auch künftig meistern zu können, setzt Reim auf Schulung der Feuerwehrleute. Er nennt sich selbst einen Allrounder, der die Grundausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst absolviert hat. Er orientiert darauf, dass jeder Kamerad universell einsetzbar ist.

Doch in der Ortswehr Borna reißt Tino Reim momentan eine Lücke. Diese schließt kommissarisch Toni Winkler bis dann die Wahl der neuen Ortwehrchefs ansteht.

Von Birgit Schöppenthau

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