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Borna Feuerwehrtechnische Zentren: Maßgeschneiderte Angebote nötig
Region Borna Feuerwehrtechnische Zentren: Maßgeschneiderte Angebote nötig
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14:41 19.05.2015
Blick aufs Feuerwehrtechnische Zentrum in Trebsen. Über die Zukunft beider Zentren im Landkreis ist eine Debatte entbrannt. Quelle: Andreas Röse

Zu ihr wird auch Landrat Gerhard Gey erwartet. Über das heiße Thema diskutiert werden wird zudem wohl am 12. Februar im Kreisausschuss in Borna. Dort steht es auf der Tagesordnung, allerdings im nicht öffentlichen Beratungsteil. Die LVZ fragte Bürgermeister der Region, wie sie sich in dieser Debatte positionieren.

"Hier werden Probleme in die Zukunft verschoben", sagt der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Dass die beiden Feuerwehrtechnischen Zentren (FTZ) nicht kostendeckend arbeiteten, sei schon "vor zwei Jahren offenkundig" gewesen. Der Landkreis habe "diese Unwirtschaftlichkeit wissentlich in Kauf genommen", sagt er an die Adresse von Landrat Gerhard Gey (CDU): "Wenn jetzt über Konsens und Konzept gesprochen wird, ist das dieselbe Eierei. In einem Jahr stehen wir vor demselben Dilemma." Denn die Kreisumlage zu erhöhen, um die Zentren zu stützen, komme für die Kommunen nicht in Frage. Allenfalls suche der Kreis jetzt nach Argumenten, doch einen beider Komplexe zu schließen, argwöhnt Berger. Und hat klar vor Augen, welches das sein sollte: Trebsen nämlich. Das werde man nicht akzeptieren, weil das fachlich Unsinn wäre.

Fakt sei: Die großen Städte bildeten ihre Feuerwehren maßgeblich selber aus, Grimma zum Beispiel seine 625 Kameraden. Das sei effizienter, zumal man die Ausbilder in den eigenen Reihen habe. Es sei doch widersinnig, Ausbilder und Auszubildende erst in ein FTZ zu schicken und dafür an den Kreis zu zahlen, den erheblichen Zeit- und Kostenaufwand für die ehrenamtlichen Wehrmitglieder noch gar nicht eingerechnet, sagt Berger.

"Natürlich brauchen wir die Leistungen der Feuerwehrtechnischen Zentren", sagt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Aber nicht in jedem Fall: "Wir kooperieren mit den Nachbarstädten bei der Ausbildung, weil die Ausgaben exorbitant gestiegen sind." Mit Geithain, Frohburg, Kohren-Sahlis und Narsdorf verbindet Bad Lausick eine Vereinbarung. Die regelt, dass, "terminlich maßgeschneidert", die eigenen Ausbilder aktiv werden, jede Kommune auf einem speziellen Gebiet: bei der Qualifikation zum Truppführer, zum Funker, zum Maschinisten. Die FTZ brauche man für spezielle Ausbildungen und vor allem für die technische Unterstützung.

"Für uns spielt vor allem das FTZ in Trebsen eine wichtige Rolle: für Schulungen, für die kurzfristige Wartung der Technik", sagt der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos). Sechs Wehren mit 150 Frauen und Männern stehen im Stadtgebiet bereit. Dass Wurzen bei der Ausbildung mit anderen Kommunen kooperiere, hängt nicht zuletzt mit einem "erheblichen Ausbildungsstau" bei den FTZ zusammen: "Deshalb machen wir es jetzt so, und es läuft richtig gut."

"Unsere Wehren wollen die Angebote der FTZ nutzen, doch sie müssen kostenverträglich sein", nennt der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) eine Prämisse. Und man müsse die Ausbildung so organisieren, dass sie die Ehrenamtlichen nicht über Gebühr belaste: "Das war immer ein großer Kritikpunkt." Groitzsch verfügt über sieben Wehren mit 180 Kameraden. Die Zentren ließen sich, schon wegen der Fördermittel-Bindung, nicht einfach schließen, so Kunze, und das wäre wohl auch der falsche Weg: "Aber der Kreis müsste mehrere Varianten anbieten, um zu einer Lösung zu kommen.

Wie berichtet, hatte der Kreisfeuerwehrverband vor Weihnachten einen Brief an die Kreisräte verfasst und bezüglich der FTZ in Thierbach und Trebsen Alarm geschlagen. Der Landkreis Leipzig habe die Zentren, die unverzichtbar seien für Ausbildung und technische Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren, durch ein fehlendes Konzept in Gefahr gebracht. Wegen der hohen Kosten hatten Kommunen wie Grimma die Ausbildung in die eigene Hand genommen und damit das Kostenverhältnis der FTZ weiter verschärft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2014
Ekkehard Schulreich

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