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Borna Fische im Breiten Teich haben Mordshunger
Region Borna Fische im Breiten Teich haben Mordshunger
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19:39 27.07.2018
Der Breite Teich in Borna:Den Fischen darin geht es derzeit gut, und sie haben großen Appetit. Quelle: Jakob Richter
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Borna

Auch wenn die Hitzewelle anhält: Den Fischen im Breiten Teich in Borna geht es recht gut. Mehr noch. Während die Tiere in anderen Gewässern angesichts der Rekordtemperaturen leiden, haben die Karpfen, die Teichpächter Udo Wolf im Frühjahr in das größte innerstädtische Gewässer gesetzt hat, nachgerade einen außerordentlich guten Appetit. Dennoch warnt der Fachmann davor, dass die Situation auch für die Fische im Teich schwieriger werden kann, wenn sich das Wetter verändert.

Teiche in Bad Lausick und Frohburg geleert

Immerhin hat Wolf bereits mehrere Teiche, die er bewirtschaftet, mittlerweile leeren müssen Etwa in Bad Lausick oder in Frohburg. Im Breiten Teich hingegen gebe es derzeit noch ausreichend Sauerstoff für die Fische. Fast schon etwas mehr als üblich, eine Folge der intensiven Sonneneinstrahlung. Die sorgt auch dafür, dass die dreijährigen Karpfen derzeit einen Mordshunger haben. Wolf: „Deren Stoffwechsel ist bei 120.“ Heißt: Sie fressen wie verrückt, so dass die Chancen nicht schlecht stehen, dass der Teichpächter beim alljährlichen Abfischen im Oktober vielleicht vier Tonnen Fisch aus dem Wasser holen kann. Im Frühjahr hatte er 900 Kilo eingesetzt.

Größe schützt Fische vor Kormoranen

Dass Wolf am Ende so viele Karpfen aus dem Wasser holen kann, hat auch damit zu tun, dass er in diesem Jahr größere Satzfische als sonst in den Teich befördert hat. Die waren im Frühjahr an die 400 Gramm schwer und dürften am Ende ein bis anderthalb Kilo wiegen. Mittlerweile seien sie in jedem Fall schon bei 800 Gramm und mehr.

Eine Gewichtszunahme, die für die Karpfen lebensrettend und für den Teichpächter von entscheidendem wirtschaftlichen Effekt ist. Mit diesem Gewicht sind die Fische schlichtweg zu schwer, als dass sie noch auf dem Speisezettel für die Kormorane stehen könnten, die sich rund um den Teich niedergelassen haben und mit kleineren Fischen leichteres Spiel haben. Wolf: „Ab 800 Gramm kann sie kein Kormoran mehr fressen“, weil die Vögel die Fische nicht mehr im Ganzen verschlucken können.

Springbrunnen sorgt für Belüftung

Dass es den Fischen im Breiten Teich derzeit relativ gut geht, hat auch mit dem Springbrunnen im See zu tun. „Das ist wie eine Belüftung“, sagt Wolf. Auch der Wasserstand ist keineswegs besorgniserregend. Er hat am Ablauf, dem tiefsten Punkt des Gewässers, eine Höhe von 80, 90 Zentimetern.

Völlig sorgenfrei ist Teichpächter Wolf allerdings dennoch nicht. Wenn es doch irgendwann regnen sollte und die Sonne längere Zeit nicht scheint, könnte sich die Situation für die Fische verschlechtern.

Von Nikos Natsidis

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