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Borna Fischerfest ohne Abfischen: Trages feiert mit Musik, Kuchenbasar und Laternenumzug
Region Borna Fischerfest ohne Abfischen: Trages feiert mit Musik, Kuchenbasar und Laternenumzug
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07:00 01.11.2016
Das Bastelangebot beim Trageser Fischerfest kommt bei Kindern und Erwachsenen gut an. Quelle: René Beuckert
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Kitzscher/Trages

Seit mehr als zwei Jahrzehnten feiert der Kitzscheraner Ortsteil Trages Ende Oktober sein Fischerfest. Obwohl mittlerweile keine Fische mehr aus dem Teich gezogen werden, halten die Dorfbewohner an ihrer Tradition fest – und brauchten auch diesmal nicht auf Fisch zu verzichten, denn den gab es am Wochenende wieder reichlich, besonders als Räucherware.

Laut Jörg Berthold von der örtlichen Feuerwehr habe der Teich einen verunreinigten Zufluss, deshalb können darin keine Fische überleben. „Wenn wir an das Abwassernetz angeschlossen werden, wird sich das ändern“, ist er überzeugt. Doch wie lange das noch dauert, vermochte er nicht zu sagen. Zumindest stimmen ihn die Aussagen des Kitzscheraner Bürgermeisters Maik Schramm (Freie Wähler) zuversichtlich. Dann, so Berthold, soll gleich der Teich mit entschlammt werden.

Viele ältere Einwohner erinnern sich noch, wie aus einer einfachen kleinen Feier das Dorffest in Trages entstanden ist. „In der ehemaligen Post wurde ein Raum genutzt, um eine bescheidene Feier auszurichten. Ein Kasten Bier und einige Gespräche genügten, und das Dorffest war aus der Taufe gehoben. Später folgte das Fischerfest mit Abfischen des Dorfteiches“, erklärte Petra Hammer. Als sich im Teich noch Fische tummelten, kamen die Leute schon früh, um beim Abfischen zuzusehen, entsinnt sie sich.

Heute helfen viele Ortsbewohner mit, um das Fest immer wieder neu zu gestalten. Die Familien im Ort backen Kuchen, manche sogar zwei, den dann andere Frauen zusammentragen. Kaum war das Kuchenbuffet am Sonnabend eröffnet, standen die Menschen schon Schlange. „Hier ist immer so ein Gedränge, denn die Kuchen schmecken einfach klasse“, bekräftigte Petra Hammer. Nur die Frauen von der Kuchentafel warten jeweils bis zuletzt, um sich selber ein Stück davon zu gönnen.

Bereits am Freitagabend nahm das Fest seinen Anfang. „Ich war erstaunt, dass so viele Kinder mit ihren Eltern gekommen sind, um mit ihren Laternen durch den Ort zu ziehen. Darunter waren auch etliche Familien aus den umliegenden Dörfern“, hatte Jörg Berthold bemerkt. Auch die Veranstaltung im Festzelt mit dem Auftritt der Gastspieldirektion bestätigte: Die Trageser verstehen zu feiern.

Damit die Kinder nicht zu kurz kommen, wurde in die Tischlerwerkstatt Hellriegel zum Bastelnachmittag eingeladen. Madeleine Hellriegel hatte wieder alle Hände voll zu tun. „Es werden von Jahr zu Jahr mehr Besucher“, freute sie sich. Zudem beobachtet sie, dass nicht nur die Kinder Freude am Gestalten haben, auch die Eltern und Großeltern basteln begeistert mit. „Manchmal sind die Erwachsenen aktiver als ihre Sprösslinge“, stellte sie belustigt fest. Was die Besucher jedoch nicht sehen, sind die Vorbereitungen. „Ich kaufe das Bastelmaterial ein und denke mir ständig etwas Neues aus, das ich selber gestalte und als Anregung ausstelle. Aber ohne die Unterstützung der Frauen aus dem Ort, wäre dies nicht zu schaffen“, sagte Madeleine Hellriegel dankbar.

Hartmut Laas hatte die Idee gern aufgegriffen und mit seiner Tochter Emily die Gelegenheit zum Basteln genutzt. „Ich finde es eine schöne Idee, den Kindern eine Möglichkeit zum Gestalten zu geben.” Er zeigte Bewunderung für die Bewohner, die seit vielen Jahren ein solches Ereignis auf die Beine stellen.

Von René Beuckert

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