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Fiskus erobert ehemalige Husarenkaserne

Fiskus erobert ehemalige Husarenkaserne

Ansgar König, Vize-Präsident des Landesamtes für Steuern und Finanzen, fühlte sich unweigerlich an den Ausspruch von Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erinnert.

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Schlugen symbolisch die letzten Nägel ein: Amtsvorsteher Grimma Finanzamt Christian Holzhey, Vize-Präsident LSF Ansgar König und Abteilungsleiter Johann Gierl (v.l.).

Quelle: Andreas Doering

Grimma. "Der hatte der Schweiz bekanntlich mit der Kavallerie gedroht, um die Eidgenossen zum Einlenken im Steuerstreit zu bewegen", erklärte König anlässlich des gestrigen Richtfestes an der ehemaligen Husarenkaserne in Grimma. Ab Frühjahr 2016 werden die vereinigten Finanzämter von Borna und Grimma "für die finanziellen Grundlagen unseres Gemeinwesens sorgen", sagte König. Allerdings werde eine neue Mannschaft einziehen, nahm er Bezug auf die frühere militärische Nutzung. "Die Bediensteten kommen sicher nicht mit Uniformen, Degen und schon gar nicht mit Pferden." Vielmehr würden die Mitarbeiter auf das klassische Handwerkszeug eines Steuerbeamten vertrauen. "Ausgereifte Technik, Computer und jede Menge Richtlinien."

Wie berichtet, stemmt das Land an der Lausicker Straße in Grimma eine 10,6- Millionen-Euro-Investition auf dem Gelände der einstigen Königin-Karola-Kaserne. "Damit setzt der Freistaat nach Sanierung von Schloss und Polizei ein weiteres Zeichen für den Erhalt historischer Bausubstanz in Grimma", erklärte Gerlind Berndt, zuständige Niederlassungsleiterin des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Dass es im Zuge der Strukturreform pro Kreis nur noch ein Finanzamt geben wird, ist so neu nicht: Bereits 2010 wurden erste Pläne bekannt, den Behördenstandort in Borna aufzugeben. Die Argumente des Freistaates: Im Neubaukomplex hinter dem Bornaer Rathaus sei man nur Mieter. In Grimma hingegen könne eine Liegenschaft des Landes genutzt werden. Seit 2002 hat das Finanzamt Grimma bereits in der Lausicker Straße sein Domizil. Ein ehemaliges Dragonergebäude wurde für die Bediensteten schon komplett saniert. Der Umbau hatte 1999 begonnen und 7,5 Millionen Euro gekostet. Direkt neben der jetzigen Behörden-Adresse wird nun ein weiteres Gebäude der Husarenkaserne für das künftig um den Bereich Borna erweiterte Finanzamt hergerichtet. Grimma ist damit Gewinner der Zentralisierung. Rund 300 Mitarbeiter sollen nach der Zusammenlegung an der Mulde arbeiten.

Die Daten, die beim Richtfest zu hören waren, machen die Größe des Vorhabens deutlich: "Durch die Sanierung und einen Verbindungsbau entsteht eine zusätzliche Fläche von rund 2700 Quadratmetern", erklärte Johann Gierl, Abteilungsleiter im sächsischen Finanzministerium. "Damit schaffen wir moderne Arbeitsbedingungen für die Bediensteten und machen einen wichtigen Schritt hin zu einer bürgerfreundlichen Verwaltungsstruktur im Freistaat." Die Zahl der Finanzämter in Sachsen sinke von ursprünglich 27 auf 17.

Armee ging auf dem Gelände seit Jahrzehnten ein und aus. "1903 bezog hier das 2. Königlich-Sächsische Husarenregiment Nr. 19 Station", erinnerte Gierl. Später folgte die Wehrmacht. Jüngere Grimmaer kennen den Standort nur als "Russenkaserne". Die letzten Soldaten der sowjetischen Streitkräfte zogen 1993 ab, verluden ihre Panzer auf dem nahe gelegenen Bahnhof und hinterließen nur den roten Stern am Eingangstor. Seitdem war die Unterkunft verwaist. Mehr als 20 Jahre Leerstand verwandelten das Haus in eine Ruine. Andere Armee-Objekte fielen einfach in sich zusammen, mussten aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Dieses Schicksal bleibt der einstigen Heimstätte der blauen Husaren erspart.

Das äußere Erscheinungsbild wird sich dem bereits sanierten Gebäude anpassen. Dazwischen lässt sich bereits ein zweigeschossiger Neubau erahnen, der den imposanten Militärgebäuden ihren Rang nicht streitig macht. "Im Erdgeschoss des Verbindungsbaus wird die Informations- und Annahmestelle untergebracht. Im Keller verbirgt sich außerdem das Langzeitgedächtnis des Fiskus: fast zehn Kilometer laufende Akten, die ein Rollregallager aufnehmen wird. Christian Holzhey, Leiter des Finanzamtes Grimma, freute sich unter anderem, dass sich die Zahl der Parkplätze von derzeit 89 auf 204 erhöhen wird. Den Bornaer Kollegen, bei denen die Vorfreude nicht so ausgeprägt sei, stellte er "sehr gute Arbeitsbedingungen" in Aussicht. Die Umzugskisten müssen die 115 Mitarbeiter des Finanzamtes Borna spätestens im Juni 2016 packen. Dann läuft der Mietvertrag für die Immobilie in der Kreisstadt aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2015
Simone Prenzel

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