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Borna Flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Internet – Utopie?
Region Borna Flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Internet – Utopie?
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00:18 22.07.2017
Henry Graichen. Quelle: Archiv
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Landkreis Leipzig

Der Landkreis Leipzig ist bereit, sich für die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Internet stark zu machen. Prinzipiell bestehe die Möglichkeit, die entsprechenden Arbeiten zu bündeln, sagt Landrat Henry Graichen (CDU). Dazu müssten die Gemeinden allerdings die entsprechenden Aufgaben an die Landkreisverwaltung abgeben, was allerdings recht unwahrscheinlich sei. Graichen kritisiert zudem, dass die Arbeiten zum Breitbandausbau in Deutschland generell „falsch angepackt worden“, so der Landrat.

Das hänge damit zusammen, dass die Breitbandversorgung nicht in ähnlicher Weise in Angriff genommen werde, wie einst die Errichtung eines leistungsfähigen und modernen Telefonnetzes in den 90er-Jahren in den neuen Bundesländern. Seinerzeit hatte die Telekom (noch Monopolist) binnen weniger Jahre das alte DDR-Telefonnetz, das noch aus den 20er-Jahren stammte, ersetzt und jeden, der es wollte, mit einem Telefonanschluss versorgt. Graichen: „Heute investiert die Telekom nur noch dort, wo es sich rechnet.“ Wirtschaftlich nachvollziehbar, aber mit der Folge, dass es etwa in der Kreisstadt Borna einen regelrechten Flickenteppich gibt, was die Möglichkeiten der Nutzung von leistungsfähigem Internet anbelangt. Dort hatte der Stadtrat kürzlich beschlossen, dass in der Stadt künftig Leerrohre verlegt werden, um die Möglichkeiten für die Versorgung von Internet zu schaffen.

Bei der Versorgung mit Internet handle es sich um ein Angebot, „das nicht jeder in Anspruch nehmen muss“, so Graichen. Andererseits sei es für Unternehmen eine unabdingbare Voraussetzung. Die Gemeinden müssten zu entsprechenden Fördergeldern immer auch einen kommunalen Eigenanteil dazugeben, so der Landrat weiter. Geld, das etwa in Konkurrenz zu anderen wichtigen Investitionen stehe.

Graichen verweist darauf, dass es im Landkreis Leipzig bereits vor zwei Jahren eine Bedarfs- und Potenzialanalyse in acht Gemeinden, darunter Neukieritzsch, Machern und Elstertrebnitz gegeben habe. „Die Planungen für den Internetausbau sind abgeschlossen“, jetzt müssten die Gemeinden investieren. Ob sie dazu am Ende bereit seien, sei deren Entscheidung, die allerdings angesichts von Beträgen in Millionenhöhe nicht einfach sei.

Immerhin sei eine Bündelung entsprechender Aufgaben auf Landkreisebene denkbar. „Wir würden uns dem nicht verschließen“, macht Graichen klar. Daran müssten sich aber auch Kommunen beteiligen, die bereits recht gut mit einem leistungsfähigen Internet versorgt sind, etwa Groitzsch oder Belgershain. In jedem Falle bleibe die flächendeckende Versorgung mit Breitband ein Dauerproblem.

Von Nikos Natsidis

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