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Borna Fledermäuse bremsen Abrissbagger aus
Region Borna Fledermäuse bremsen Abrissbagger aus
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00:32 23.05.2015
Steht seit zwei Jahren leer: Die grünen Netze am ehemaligen Schulhaus sollen verhindern, dass sich artengeschützte Tiere hier weiter ansiedeln. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Wie Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) gestern sagte, sei das Gebäude auf Anraten von Naturfreunden der Ökologischen Station Borna-Birkenhain mit grünen Netzen verhüllt worden. "Die Tiere können hinaus-, aber nicht wieder hineinfliegen", erklärte Luedtke.

Den Angaben des Landratsamtes im Landkreis Leipzig zufolge hat es vor kurzem eine Beratung vor Ort gegeben. Dabei ist festgelegt worden, dass für die geschützten Arten Ersatzbrutplätze geschaffen werden müssen. "Wenn festgestellt wird, dass der Ersatz angenommen wird, können die Abbrucharbeiten weitergeführt werden", sagte Brigitte Laux, Sprecherin des Landrats. Derzeit werde dazu ein Artenschutzgutachten erstellt.

Seit dem Neubau der Clemens-Thieme-Grundschule in Borna-Nord vor mehr als zwei Jahren steht die in den Jahren 1975 bis 1978 errichtete ehemalige Polytechnische Oberschule leer. Bereits Ende 2012 hatte der Stadtrat den Abriss des maroden Funktionsbaus beschlossen. Daraufhin hatte sich die Stadtverwaltung um einen staatlichen Zuschuss bemüht. Nachdem die Aufnahme ins Förderprogramm zur Revitalisierung von Brachflächen abgelehnt worden war, erhielt die Stadt im vorigen Jahr den Zuschlag für eine finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 200 000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost. Daraufhin ist das Projekt in eine Maßnahmenliste zum Umbau der östlichen Innenstadt aufgenommen worden. Die Verwendung war für 2014 vorgesehen. Über die Aktualisierung der Umbaumaßnahmen entscheiden die Stadträte auf der heutigen Sitzung.

Ob die aktuelle Verzögerung einen Einfluss auf die im vorigen Jahr bereitgestellten Fördermittel hat, dazu wollte sich die Sächsische Aufbaubank gestern mit Verweis auf das Verwaltungsgeheimnis nicht positionieren. "Innerhalb des Stadtumbaugebietes entscheidet die Kommune eigenverantwortlich, für welche Vorhaben sie die Fördermittel einsetzt", sagte Beate Bartsch, Sprecherin der Förderbank. Dem Rückbau der ehemaligen Grundschule müsse die Bank nicht zustimmen, deshalb würden keine Detailinformationen zur Umsetzung vorliegen. Bartsch verwies jedoch auf ein gängiges Verfahren: Sollte das Geld im vorigen Jahr beantragt und ausgezahlt worden sein, dann sei das unter dem Vorbehalt des Nachweises der zweckentsprechenden und fristgerechten Verwendung der Fördergelder geschehen. "Nach Ablauf von zwei Monaten ab Auszahlung ist der Betrag mit fünf Prozent p.a. über Basiszins zu verzinsen", erklärte sie. Die Frist zum Nachweis könne aber auch verlängert werden.

Die Stadt Borna sieht sich derzeit noch im Zeitplan. Wegen der Winterpause hätte der Abriss frühestens im Februar dieses Jahres beginnen können, stellte Luedtke klar. Jetzt rechnet sie mit einem Baubeginn Ende Juni, Anfang Juli. Die Firma Schornstein- und Industrieabbruch Voigt in Borna hat bereits den Zuschlag für einen Teil des Abrisses der Grundschule in Borna-Ost erhalten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2015
Birgit Schöppenthau

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