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Borna Fliegerclub Böhlen lädt zu Flugtagen ein
Region Borna Fliegerclub Böhlen lädt zu Flugtagen ein
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00:27 07.06.2018
Roland Anders (links) und Willi Horka sind mit dem Gyrokopter unterwegs. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Besucher, die am Boden blieben, waren eher die Ausnahme. Die meisten, die am Wochenende zu den Flugtagen auf den Flugplatz nach Böhlen kamen, wagten sich hoch hinaus und kamen auf ganz unterschiedliche Weise wieder runter. Manche per Fallschirm, andere per Gyrokopter oder Skywalker. Mehrere hundert Besucher zog es am Sonnabend und Sonntag zum Fliegerclub Böhlen, der seine Gäste in die Luft schickte.

Mit von der Partie waren aber nicht nur die Mitglieder des Clubs selbst, sondern auch Piloten befreundeter Vereine. So kam Willi Horka für die Flugschule Magdeburg mit einem Gyrokopter und aus 600 Metern mit einer Antonov, von der es übrigens ins ganz Deutschland nur noch 25 Stück gibt.

Tepe Grimme und sein Sohn Vico starten bald gemeinsam. Annett Bernstein wirft einen letzten Blick, ob alles richtig funktioniert. Quelle: Julia Tonne

Einer, der Interessierten Rede und Antwort stand, war Tepe Grimme. Der 48-jährige angehende Pilot hat mittlerweile 15 Flugstunden hinter sich und noch einige vor sich, darunter eine Notlandeübung, bei dem ein Motorausfall simuliert wird. „Reinhard Mey hatte mit seinem Lied ‚Über den Wolken’ schon recht: Fliegen ist Freiheit und Leichtigkeit“, begründete Grimme seine Motivation, abzuheben. Denn oben in der Luft müsse er sich so dermaßen auf Maschine und Wetterbedingungen konzentrieren, „da kriegt man den Kopf frei“. Allerdings: Mit der Meteorologie hat er schon so seine Schwierigkeiten. Wie der Elektroingenieur erklärte, sei die „ganz und gar nicht logisch“.

Wetter sorgt für Verspätung der Antonov

Das Wetter machte Piloten und Verein am Sonnabend auch so einige Striche durch die Rechnung. Wegen der starken Bewölkung konnte die Antonov erst mit Verspätung landen, und auch die Fallschirmspringer mussten zunächst am Boden bleiben.

Bodo Böhme (von links), Roland Berger und Dietmar Schaek bringen gleich die Zlin 526 AFS in die Luft. Sie schafft 180 Kilometer  pro Stunde. Quelle: Julia Tonne

Andreas Möbius, Vorsitzender des Böhlener Fliegerclubs, und Annett Bernstein vom Verein waren dennoch ob der Besucherzahlen sichtlich beeindruckt. Schon am Sonnabendvormittag gaben sich die Besucher die Kopfhörer in die Hand, um einmal das Leipziger Neuseenland von oben zu sehen. So war Angelika Harnisch mit der achtjährigen Lena und der sechjährigen Leann gekommen. Für die beiden Mädchen war der Ausflug per Cessna eine Premiere, „sie sind noch nie geflogen“, sagte Harnisch. Entsprechend begeistert stiegen die zwei wieder aus – mit dem festen Vorhaben, nächstes Jahr wieder hier zu sein.

Gyrokopter vorgestellt

Willi Horka von der Flugschule Magdeburg stellte seinen Gyrokopter vor und ließ zahlreiche Interessierten mitfliegen. Die Besonderheit: der Rotor wird nicht durch ein Triebwerk, sondern passiv durch den Fahrtwind in Drehung versetzt. Was Horka an der Maschine so fasziniert, ist die Tatsache, dass Manöver möglich sind, die andere Flugzeuge nicht können. „Man kann zum Beispiel damit in der Luft stehen bleiben oder sehr langsam fliegen“, erklärte er. Zudem könne der Gyrokopter auf den Punkt landen.

Modellflieger kreisten

Eine ähnliche Höhe wie die großen Maschinen schaffen auch die Modellflieger, die über den Köpfen der Besucher kreisten. Der Verein Modellflieger Werben hatte etliche „Kleinvarianten“ mitgebracht, die den Großen in nichts nachstehen. „Auch unsere schaffen Geschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometer pro Stunde“, sagt Vereinsvorsitzender Dietmar Schaeke. Er wurde an beiden Tagen von Roland Berger und Bode Böhme unterstützt, die seit Kindesbeinen an dem Hobby „förmlich verfallen“ sind. Was die „Kleinen“ mit Spannweiten von drei Metern und mehr alles können, ist am 4. und 5. August auf dem Monarchenhügel zwischen Werben und Großgörschen zu erleben. Dann feiert der Verein sein Sommerfest.

Von Julia Tonne

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