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Flüchtlinge ohne Licht am Rad sind ein Fall fürs Ehrenamt

Straßenverkehrsordnung Flüchtlinge ohne Licht am Rad sind ein Fall fürs Ehrenamt

Es ist ein alltägliches, eigentlich ein allabendliches Problem: Flüchtlinge sind auf Fahrrädern ohne Licht unterwegs und sorgen damit für gefährliche Situationen. Gelöst werden kann das vermutlich nur ehrenamtlich vor Ort. Denn ein hauptamtlicher Flüchtlingshelfer betreut im Landkreis 150 Personen – da bleibt kein Raum, über die Straßenverkehrsordnung aufzuklären.

Geschieht ein Unfall, werden Radfahrer oft schwer verletzt (Symbolfoto).

Quelle: Roland Halkasch

Rötha/Espenhain/Mölbis. Es ist ein alltägliches, eigentlich ein allabendliches Problem: Flüchtlinge sind auf Fahrrädern ohne Licht unterwegs und sorgen damit für gefährliche Situationen. Die Räder sind in der Regel gespendet und älteren Datums, manche hatten nie eine Beleuchtung, an anderen ist sie defekt oder sie wird nicht benutzt.

Eine Äußerung des Abgeordneten Pascal Németh (Mölbis) im Röthaer Stadtrat in diesem Zusammenhang sorgte jüngst für Verwirrung. Németh sprach konkret von drei Asylbewerbern aus Espenhain, die in Mölbis Fußball spielen und am Abend mit unbeleuchteten Fahrrädern zurückkehren. Er regte an, mit kleinen Spenden zu helfen, meinte damit Lampen für die drei.

Darauf reagierte ein Leser aus Rötha, der Németh vorwarf, kleine Spenden würden nicht helfen, vielmehr müsste Asylbewerbern „erst einmal erklärt werden, wie unsere Straßenverkehrsordnung ist“.

Der Mölbiser Stadtrat habe tatsächlich anregen wollen, dass seine Kollegen und Kolleginnen im Rat „einfach ein paar Euro sammeln sollten, damit man hier schnell und unkompliziert für diese drei Flüchtlinge Abhilfe schaffen kann“, sagte Németh darauf jetzt der LVZ. Auch ihm sei natürlich klar, dass „eine montierte Fahrradbeleuchtung, die im Übrigen bei den betreffenden Fahrrädern nicht vorhanden war, nicht die Schulung und Sensibilisierung der Flüchtlinge bezüglich der Teilnahme am Straßenverkehr“ ersetzen kann. Hier sieht Pascal Németh den Kreis und den Freistaat in der Pflicht des Erklärens.

Zumal es nicht nur um fehlende Beleuchtung gehe, sondern um das Verhalten im Straßenverkehr generell. Auch die drei Espenhainer seien nicht nur ohne Licht unterwegs gewesen, sondern überdies teils unkontrolliert, also mitten auf der Straße und nebeneinander. Und auch das ist keine Einzelerscheinung in der Umgebung von Flüchtlingsunterkünften. Und es ist, auch das muss gesagt sein, längst nicht nur ein Problem der Ausländer.

Friederike Bensien, Flüchtlingshelferin im Landkreis Leipzig, zu deren Betreuungsgebiet auch Espenhain gehört, kennt das geschilderte Problem zwar gut, muss allerdings abwinken. Bei einem Betreuungsschlüssel von einem hauptamtlichen Flüchtlingshelfer auf 150 Personen im Landkreis Leipzig könne sie in den Gesprächen mit den Asylbewerbern nicht auch noch über die Straßenverkehrsordnung aufklären. Das müsse von ehrenamtlichen Helfern geleistet werden.

Beispiele dafür gebe es bereits. Unter anderem sei auf der Webseite www.helferwissen.de/verkehrssicherheitskurs eine Anleitung für Informationskurse zu finden einschließlich in mehrere Sprachen übersetzter Erläuterungen wichtiger Verkehrsregeln. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat sich der Problematik angenommen. „Es muss sich dann“, sagt Flüchtlingshlferin Bensien, „vor Ort jemand finden, der Zeit und Muse hat“. Und wenn jemand ein Fahrrad an einen Flüchtling verschenkt, sollte er den schon auf die notwendige Beleuchtung hinweisen.

In Mölbis hat das im konkreten Fall offenbar gut funktioniert. Die Sportfreunde im Fußballverein, berichtet Németh, „haben sich die Flüchtlinge zur Seite genommen, mit ihnen zusammen die Fahrradlampen montiert und ihnen auch den sicheren Umgang im Straßenverkehr nahegelegt“. Jetzt wolle man sich noch um Warnwesten kümmern. Der Stadtratsabgeordnete sieht aber auch die Flüchtlinge selbst in der Pflicht und sagt: „Ein Flüchtling – wenn er schon vorübergehenden Schutz genießt – hat sich auch an unsere Werte und Regeln zu halten, freilich auch an die Straßenverkehrsordnung.“

Von André Neumann

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