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Flüchtlingsheim in ehemaliger Berufsschule in Lobstädt wird am Dienstag bezogen

Asylbewerber Flüchtlingsheim in ehemaliger Berufsschule in Lobstädt wird am Dienstag bezogen

Kurz vor dem ersten Bezug am kommenden Dienstag schauten sich Ortschafts- und Gemeinderäte die Flüchtlingsunterkunft in Lobstädt an. Zunächst sollen hier 110, perspektivisch bis zu 250 Plätze geschaffen werden.

Ortschafts- und Gemeinderäte lassen sich von Vertretern des Landratsamtes den am Dienstag beginnenden Bezug der Flüchtlingsunterkunft in Lobstädt erläutern.

Quelle: André Neumann

Lobstädt. Die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Berufsschule des Braunkohlewerkes in Lobstädt wird am Dienstag bezogen. Das erfuhren Lobstädter Ortschaftsräte und Neukieritzscher Gemeinderäte am Donnerstagabend bei einer Begehung des Objektes von Vertretern des Landratsamtes. Während des Rundganges in dem Haus, in dem die Bauleute noch zu Gange sind, war der Säuregeruch noch deutlich spürbar, der von einem Anschlag in der Nacht zuvor herrührte. Wie berichtet, hatten Unbekannte mehrere Scheiben eingeworfen und eine unbekannte Substanz, vermutet wurde Buttersäure, gegen die Hauswand geschleudert. Es war bereits der zweite Anschlag, seit Anfang November bekannt geworden war, dass die ehemalige Berufsschule, die der Landkreis für zehn Jahre von der Lehmbaugesellschaft mietet, eine Asylunterkunft wird.

Betreiber ist Marcel Wiesemann mit der Firma KVW Beherbergungsbetriebe aus Bad Wildungen, die er gemeinsam mit seinem Vater betreibt. Wiesemann hatte in der Nacht zum Donnerstag in dem Haus übernachtet, wurde durch die Einschläge aufgeschreckt, konnte die Täter aber nicht ausmachen.

In dem parallel zur Straße nach Großzössen stehenden Hauptgebäude wird in Vier- bis Sechsbettzimmern Platz für 110 Asylbewerber geschaffen. Die ersten 36 kündigte Silvia Michels, Leiterin des Ausländeramtes beim Landratsamt, für kommenden Dienstag an. Dabei handelt es sich noch nicht um Zuweisungen aus der Erstaufnahme des Freistaates, sondern um Menschen aus Syrien, Afghanistan, Serbien, Libanon, Marokko und anderen Ländern, die derzeit noch in der Notunterkunft am Königsplatz in Borna untergebracht sind. Die wird damit aufgelöst, sagte Michels. Es werden zwei große Familien und 25 alleinstehende Männer in Lobstädt einziehen. Denen stehen spärlich eingerichtete Zimmer mit Schränken, einfachen Holzbetten, einem Tisch und je einem Stuhl zur Verfügung. Waschmaschinen und Kochgelegenheiten befinden sich in separaten Räumen, Duschräume im Keller.

Betreut werden die Flüchtlinge durch die 29 Jahre alte Heimleiterin Nicole Schmidt. Die studierte Sozialwissenschaftlerin spricht englisch und französisch und bemüht sich derzeit um Kontakte zu Vereinen und Hilfsorganisationen. Über weiteren Personaleinsatz wollte Wiesmann sich auf Fragen von Teilnehmern nicht festlegen. Einen Personalschlüssel gebe es nicht, er könne das selbst entscheiden. Mindestens ein Wachmann werde ständig vor Ort sein. Amtsleiterin Michels ergänzte, dass neben der Heimleiterin ein Stellvertreter und technisches Personal eingesetzt werden müssten. Im Namen des Gemeinderates bot Silke Lorenz (CDU) bei Bedarf Hilfe und Unterstützung an.

Der Bezug des Heimes, den das Landratsamt schon Ende vorigen Jahres vorgesehen hatte, hatte sich durch den Brandanschlag im November um mindestens acht Wochen verzögert, sagte Roland Dathe, zuständig für Hochbau und Liegenschaften beim Landratsamt. Auch jetzt ist das Gelände noch eine Baustelle. Das liegt insbesondere daran, dass das Landratsamt noch zwei weitere Gebäude auf dem Areal als Unterkünfte für Flüchtlinge herrichten lässt. Perspektivisch sollen hier 235 bis 250 Flüchtlinge untergebracht werden.

Von André Neumann

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