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Fördermittel zugesagt: Patronatsloge der Kitzener Kirche kann saniert werden

Pegau Fördermittel zugesagt: Patronatsloge der Kitzener Kirche kann saniert werden

Noch in diesem Jahr kann die umfangreiche Instandsetzung der Patronatsloge der Kitzener Kirche Sankt Nikolai beginnen. Bisher war es fraglich, ob eine Sanierung machbar ist, fehlte es doch noch an Fördermitteln. Die sind nun da. Künftig sind in der Loge Sanitäreinrichtungen und das Domizil für den Förderverein untergebracht.

Unscheinbar, aber von unschätzbarem Wert: die Patronatsloge (li.) der Kitzener Kirche kennen viele Besucher gar nicht, da sie nicht zugänglich ist. Das soll sich bald ändern.

Quelle: Julia Tonne

Pegau/Kitzen. Und wieder ist ein Schritt gemacht: Die nötigen Fördergelder für die Sanierung der Patronatsloge der Kreuzkirche Sankt Nikolai im Pegauer Ortsteil Kitzen sind bewilligt. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Ist das Unterfangen abgeschlossen, hat der Förderverein, dem die Kirche seit sechs Jahren gehört, die Hälfte der gesamten Sanierung geschafft.

Berücksichtigt wurde der Antrag des Fördervereins auf Fördermittel aus dem Denkmalpflegeprogramm des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) in diesem Jahr nicht, allerdings springt nun der Freistaat Sachsen ein und stellt rund 70 000 Euro zur Verfügung. Weitere 35 000 Euro kommen aus dem Leader-Programm, zudem fließen Eigenmittel des Vereins in die anstehenden Bauarbeiten. Viele Besucher wissen gar nicht, wo sich die Patronatsloge verbirgt, ist sie doch von innen zugemauert und nur von außen und unter großer Vorsicht überhaupt zu betreten. Als Loge selbst soll der Anbau künftig nicht mehr dienen, vielmehr entstehen hier sanitäre Anlagen und das Vereinsdomizil.

„Von den zwei Etagen der Loge aus haben die früheren Rittergutsherrschaften die Gottesdienste in der Kirche verfolgt“, erzählt Ingrid Riedel, Vorsitzende des Fördervereins. Denn unter dem gemeinen Volk zu sitzen, sei zur damaligen Zeit nicht denkbar gewesen. Heute ist die Zwischendecke, die die Etagen voneinander trennt, nicht begehbar und die Wand zum Altarraum, wo einst das Fenster die Sicht auf den Innenraum freigab, vollkommen morsch. In den kommenden Monaten stehen unter anderem Arbeiten an der Außenfassade an, Fenster, Türen, Zwischendecke, Fußboden und Treppe warten darauf, instandgesetzt zu werden. Die Wand, die die Patronatsloge mit dem Kirchenschiff verbindet, wird voraussichtlich bleiben und lediglich in Teilen erneuert. „Sie wieder zu öffnen, würde wohl den finanziellen Rahmen sprengen“, begründet die Architektin Ulrike Kabitzsch. Allerdings könne es durchaus sein, dass „uns während der Sanierung die ganze Wand entgegen kommt, so dass wir es uns noch anders überlegen“. Für Thomas Brockow, den zuständigen Referenten beim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, wäre die Wiederherstellung der Loge als solche ein „Zugewinn für den Kirchenraum“. Er war erst kürzlich wieder vor Ort, um sich über Fortschritte und weitere Planungen zu informieren.

Und diese sind noch längst nicht erschöpft. Zwar sind mittlerweile die Außenfassade, Fenster und Türen fertig, allerdings steht die Innensanierung des 1150 entstandenen Gotteshauses bisher aus. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, sagt Riedel, die gemeinsam mit Architektin und Mitstreitern ein Gesamtkonzept dafür erarbeitet hat. Ohne dieses geht es nicht, immerhin hängt im Innenraum alles mit allem zusammen: Elektrik, Putz, Malerarbeiten, Heizung, die Instandsetzung der Bänke. „Einzeln können wir nichts betrachten, da bedarf es umfangreicher und detaillierter Überlegungen“, macht die Vereinsvorsitzende deutlich. Zu den Arbeiten gehört es auch, die entdeckten Überbleibsel von Altarnischen und Absiden, also Nebenaltären, wieder in ihren Originalzustand zu versetzen.

Riedel rechnet mit Kosten für die Innensanierung in Höhe von rund einer Million Euro, die sich wieder aus Förder- und Eigenmitteln zusammensetzen dürften. Baubeginn: frühestens im nächsten Jahr. „Auf der Zielgeraden sind wir noch nicht. Aber wenn die Patronatsloge fertig ist, haben wir die Hälfte der Sanierung hinter uns“, erklärt Riedel.

Anlässlich des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, haben Besucher die Gelegenheit, Einblick in die Kirche zu bekommen. Geöffnet ist das Kulturdenkmal von 11 bis 17 Uhr, gleich um 11 Uhr gibt es eine erste Führung, kurz nach 12 schließt sich eine Andacht an, um 14 Uhr führt Riedel die Gäste dann ein zweites Mal herum. Kurz darauf wird die Leipziger Künstlerin Gerhild Biallas ihre Ausstellung von Aquarellen im Kirchenschiff eröffnen, zu sehen sind außerdem Kindermalereien und Fotos der Sanierung. Vier Wochen lang hängen die Werke, Besucher sollten sich beim Förderverein unter der Nummer 034203/ 32078 vorab anmelden.

Von Julia Tonne

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