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Borna Förderschule: Neuer Chef mit Rad und Gitarre
Region Borna Förderschule: Neuer Chef mit Rad und Gitarre
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12:18 10.10.2018
Die Elstertrebnitzer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (Lernförderschule) auf der Hofseite. Quelle: Olaf Krenz
Elstertrebnitz

Die Umstellung kam plötzlich, als bereits einige Wochen Unterricht nach den Sommerferien ins Land gegangen waren. Stellvertreter Matthias Gneipel wurde zum neuen Leiter der Lernförderschule in Elstertrebnitz berufen. Zum kommissarischen Chef, zunächst für ein Jahr. Der Grund ist die Versetzung von Marina Zborala, seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze, an die um einiges größere Einrichtung in Borna für diese Zeit. Aufgrund von Personalmangel in der dortigen Leitung hat sie die Führung übernommen.

Matthias Gneipel ist für zunächst ein Jahr kommissarischer Leiter der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Elstertrebnitz. Er ist der bisherige Stellvertreter von Marina Zborala, die jetzt die Bornaer Einrichtung führt. Quelle: Olaf Krenz

Gneipel, der aus dem Raum Freiberg stammt, hatte in Leipzig auf Lehramt für Förderschule mit den Spezialisierungen Mathematik und Lernbehinderten- sowie Sprachbehindertenpädagogik studiert. „Ich war jung und blauäugig. Ich wollte etwas Anspruchsvolles machen. Aber bereut habe ich es nicht“, sagt der gerade noch 41-Jährige. Er arbeite gern daran, bei Mädchen und Jungen, die im Regelschulsystem nicht klarkommen, Potenziale zu erkennen und zu fördern. Dem Referendariat im Land Brandenburg folgte die Anstellung in Elstertrebnitz. Jetzt heißt die Einrichtung hier offiziell „Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen“.

Förderschule ist eher ein neuer Anfang“

Wichtig ist ihm die Klarstellung, dass mit der Förderschule der Weg für die Kinder nicht endet. Obwohl das häufig als Bild in den Köpfen sei. „Es ist eher ein neuer Anfang.“ Für die Schüler hier passe der allgemein übliche Unterricht nicht. Sie müssen erst das Lernen lernen, was häufig mit praktischer Ausbildung verknüpft werde. „Bei uns gibt es viel Arbeitslehre und Hauswirtschaft. Und wir arbeiten mit mehreren Betrieben zusammen.“ Auch der Mitmachzirkus kürzlich habe gezeigt, wo bei einigen die Talente liegen. Richtig stolz ist Gneipel, dass ein ehemaliger Schüler bei einem Wettbewerb zum besten sächsischen Lehrling in der Landwirtschaft gekürt wurde.

100 Schüler lernen derzeit an der Einrichtung

Zurzeit sind rund 100 Kinder und Jugendliche bis zum neunten Schuljahr im Haus. Für Erst- und Zweitklässler gibt es eine gemeinsame Gruppe. „Meist starten die Schüler ja an einer Regelschule, wechseln erst nach einiger Zeit zu uns.“ Deshalb sind die „älteren“ Klassen größer; momentan gibt es zwei achte. Mit 15 Lehrern hat Gneipel, ihn eingeschlossen (Mathe und angrenzende Fächer Physik und Informatik für die Oberstufe), genug Personal, damit es möglichst keinen Ausfall gibt. Zumal ihm etwas Unterstützung nach Zboralas Weggang zugesagt wurde.

Gneipel will weiter Netzwerke knüpfen

„Sicherlich habe ich meinen eigenen Stil, ich will ja auch niemanden imitieren“, sagt der kommissarische Leiter. Große Veränderungen hat er aber nicht vor. Es gehe ihm darum, weiter Netzwerke zu knüpfen, damit für die Schulabgänger „hier ganz viele Wege anfangen, die sie eigenbestimmt gehen können“.

Gern mit Fahrrad und Geländemotorrad unterwegs

Seine Wege absolviert er gern auf zwei Rädern. Häufig kommt der Leipziger mit dem Fahrrad nach Elstertrebnitz, wobei er früh erst den Zug nach Pegau nimmt und dann weiter radelt, jedoch für den Heimweg komplett in die Pedalen tritt. Und in seiner Freizeit hat es ihm ein Geländemotorrad angetan, im Sommer war er damit in den spanischen Pyrenäen. Musikalisch ist Matthias Gneipel auch. Er spielt E-Bass-Gitarre in mehreren Gruppen und betreut die Schülerband.

Von Olaf Krenz

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