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Förderverein für die Kirche Großpötzschau nach Orgelweihe optimistischer

Veranstaltungsrecht im Gotteshaus Förderverein für die Kirche Großpötzschau nach Orgelweihe optimistischer

Nach der gut besuchten und bewegenden Feier zur Einweihung der sanierten Poppe Orgel in der Kirche Großpötzschau am Sonntag richten sich die Blicke vieler jetzt in die Zukunft: Wie geht es weiter mit der Sanierung des Gotteshauses? Vor allem innen ist noch viel zu tun, und ein Anbau wird gebraucht.

Schmuckstück am Ortsrand: Die sanierte Kirche in Großötzschau.

Quelle: André Neumann

Rötha/Großpötzschau. Nach der gut besuchten und bewegenden Feier zur Einweihung der sanierten Poppe Orgel in der Kirche Großpötzschau am Sonntag richten sich die Blicke vieler jetzt in die Zukunft: Wie geht es weiter mit der Sanierung des Gotteshauses? Vor allem innen ist noch viel zu tun, und ein Anbau wird gebraucht.

Dass ein Raum mit Lagermöglichkeit, Sakristei und WC benötigt wird, steht außer Frage, sowohl für den Förderverein, der seit 2005 die Sanierung der Kirche vorangetrieben hat, als auch für Pfarrer Stephan Vorwergk. Doch gerade an dem Anbau scheiden sich im Moment die Geister. Seit rund vier Jahren liegt ein Fundament im Boden. Doch weil Förderverein und die Baubetreuung der Landeskirche uneins über das Aussehen des Anbaus sind, wurde nicht gebaut. Im Inneren der Kirche will der Förderverein aber erst dann sanieren, wenn der Durchbruch zum Anbau und dieser selbst gebaut sind. Diesen Knoten zu lösen, gelang bisher nicht.

Auch nicht an diesem Sonntag. Doch immerhin „könnte man nach dieser Veranstaltung wieder etwas optimistischer sein“, schätzt Fördervereinsvorsitzender Falk Pidun vorsichtig ein. Diese Vorsicht legt auch Pfarrer Stephan Vorwergk an den Tag, wenn er zu dem Thema befragt wird. Er will die Situation lieber nicht kommentieren, zu groß ist offenbar die Gefahr, zartste Pflänzchen der Annäherung zu zertreten. Lediglich Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) sprach das Thema am Sonntag recht offen an: Geborgenheit, Erhabenheit und Heimat vermittle diese schöne Kirche und sie könne Christen und Nichtchristen vereinen. Doch er wisse nicht, „ob die Landeskirche das genau so sieht“, sagte Eichhorn in Anspielung auf den Stillstand bezüglich des Anbaus. Gleichzeitig bot das Stadtoberhaupt Hilfe an.

Tatsächlich ist die Sanierung der Pötzschauer Kirche ein besonderer, in Sachsen möglicherweise sogar einzigartiger Vorgang. Denn es waren und sind vor allem Nichtchristen, die den Erhalt und die Erneuerung des Gotteshauses zu verantworten haben. Eine Situation, auf die Pfarrer Vorwergk in seiner Predigt ausdrücklich hinwies und die für ihn zur „Realität der Landschaft“ gehört, wie er der LVZ sagte: „Wir sind als Kirchgemeinde jeweils vor Ort nicht fähig, die Kirchengebäude alleine zu erhalten“. Allerdings sei es auch eine Art „Pionierarbeit“, mit einer derartigen Situation umzugehen. Die in Großpötzschau sogar noch ein Detail enthält, das es nach Vorwergks Kenntnis in Sachsen so nicht noch einmal gibt: Hier hat der weltliche Förderverein ein vertraglich vereinbartes Recht, in der Kirche eigene Veranstaltungen durchzuführen.

In dieser Konstellation stoßen beim Anbau die Meinungen zweier Architekten, des Fördervereinsvorsitzenden und des kirchlichen Baubetreuers aufeinander, deren Denkansätze auch unterschiedlichen Beziehungen zum Glauben entspringen dürften. An dem für die meisten Beteiligten beglückenden Sonntag wurde immerhin die Idee eines Ortstermines mit dem Regionalkirchenamt geboren. „Die Worte von Herrn Eichhorn als Bürgermeister und die bei dieser Gelegenheit geführten Gespräche mit dem ehemaligen Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach und anderen Gästen lassen etwas Hoffnung für eine Lösung keimen“, sagt Pidun.

Vorerst soll die Kirche, die in der Geschichte sowohl Auen- als auch Auferstehungskirche genannt wurde, weiterhin genutzt werden. Jetzt mit Orgel bietet sie noch mehr Möglichkeiten. Christine Uhlmann vom Förderverein hat Musiker angesprochen, die die Orgel spielen möchten und ein Sommerkonzert angeregt. Geöffnet wird die Kirche auf jeden Fall zur Nacht der offenen Dorfkirchen und zum Tag des offenen Denkmals (2. Juli, 11. September). Die 200 Jahre alte Orgel in ihrer originalen Stimmung von damals zu hören, lohnt sich, wann immer es die Gelegenheit gibt. „Wir haben in unserer Orgellandschaft einen ganz eigenen Klang dazubekommen“, schwärmt Vorwergk.

Von André Neumann

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