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Borna Fördervereins-Vize kritisiert Politik
Region Borna Fördervereins-Vize kritisiert Politik
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00:20 07.07.2018
Die Oberschule Regis-Breitingen. Quelle: Andreas Döring
Regis-Breitingen

Die Oberschule Regis-Breitingen wird als Spielball und Druckmittel politischer Bestrebungen missbraucht. Diese Kritik äußert Mario Fritzsche, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Bildungseinrichtung, nach dem jüngsten Spitzentreffen bei Landrat Henry Graichen (CDU) wegen der dringend nötigen Sanierung des Gebäudes.

Fazit dort war, dass die besten Aussichten auf Finanzmittel beim Zusammengehen von Regis mit der Gemeinde Neukieritzsch bestehen. Schon mehrfach sei in der Vergangenheit die Existenz der Schule mit verschiedenen Landesvorhaben verknüpft worden, ärgert sich Fritzsche.

Keine Feierlaune trotz Jubiläum

„Die Oberschule Regis-Breitingen kann im nächsten Jahr auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken“, so der Vereinsvize. „Das sollte eigentlich ein guter Grund zum Feiern sein. Doch eine Feierlaune will weder beim Förderverein und den Lehrern als auch bei den Stadtvätern so richtig aufkommen.“

Jahrelang waren (Bau-)Arbeiten ausgeblieben. „Mittlerweile ist ein Neubau günstiger als eine Sanierung der Schule.“ Obwohl Stadtverwaltung, Lehrer, Eltern und Förderverein die Schule am Laufen gehalten und für die Kinder stets ein ordentliches Lernumfeld geschaffen hatten. „So sieht die Schule im Inneren auch heute besser aus, als ihre äußere Hülle vermuten lässt.“

Lange keine Chance auf Förderung

Sachsen und der Landkreis haben daran allerdings keinen Anteil, schätzt Fritzsche ein. Erst sollte die damalige Mittelschule dem Sparwillen der Landesregierung geopfert werden, sodass sie seit Mitte der 1990er-Jahre mit Schließungsplänen zu kämpfen hatte. Der verordnete Beobachtungsstatus hatte den Ausschluss von den Fördertöpfen zur Folge. Dann hatte es Hoffnung auf den Fortbestand gegeben, als der Stadtrat dem Bau der Jugendstrafvollzugsanstalt zustimmen sollte. Doch nach dem grünen Licht der Kommune war die Schule wieder vergessen, erinnert der Vereinsvize.

Schließung stand im Raum

Später sollte Regis auf Geheiß aus Dresden für die Fördermittelzusage zum Bau der neuen Grundschule die Mittelschule schließen. Der Stadtrat entschied anders. Und im Kreistag habe der damalige Landrat Gerhard Gey (CDU) eine herbe Niederlage erlitten, als der Schulnetzplan mit dem vorgesehenen Aus für die Schulen Kitzscher und Regis ohne Mehrheit geblieben war.

„Daran war der Förderverein nicht unbeteiligt. Wir haben mit vielen Mitgliedern des Kreistags gesprochen und sie von der Notwendigkeit des Fortbestehens beider Schulen überzeugt.“ Die heutigen Schülerzahlen bestätigen die Richtigkeit.

„Schule wird als Druckmittel genutzt“

Graichen, Ex-Bürgermeister von Neukieritzsch, habe damals keine eindeutige Position zum Erhalt der jetzigen Regiser Oberschule bezogen. „Obwohl viele Kinder seiner Gemeinde die Schule besuchten, ist er für die Schließung eingetreten. Heute als Landrat versucht er wieder, auf dem Rücken der Oberschule politische Interessen durchzusetzen.“ Für die dringend gewünschte Fusion von Neukieritzsch und Regis-Breitingen solle die Schule als Druckmittel genutzt werden.

„Warum werden kleine Kommunen nicht finanziell so ausgestattet, dass sie ihre kommunale Selbstverwaltung erfüllen können?“, fragt Mario Fritzsche. „Es scheint so, als sind diese Fördergelder nur ein politisches Druckmittel, um genau diese kommunale Selbstverwaltung zu unterbinden.“ Dann überlegt er, ob nicht der Stadtrat als Schlussstrich „unter diese Politposse“ die – damals geforderte – Schließung der Oberschule beschließen sollte.

„Das Problem der Schule wäre dann endlich ein Problem der Verursacher in Landkreis und Land Sachsen. Diese müssten dann für eine Unterbringung der 300 Schüler sorgen. Diese Kinder sind unsere Zukunft, warum spielen Politiker immer wieder mit unserer Zukunft?“

Finanzierungslücke würde bleiben

Die Gesprächsrunde mit Landrat Graichen, den beiden Bürgermeistern sowie weiteren Behördenvertretern hatte sich für einen Schulneubau ausgesprochen, der rund elf Millionen Euro kosten würde. Weder Regis-Breitingen noch Neukieritzsch allein könnten das Geld trotz Fördermittel aufbringen.

Allerdings, so wurde später aus der Debatte bekannt, würde auch bei einer Einheitsgemeinde, zu der der Freistaat wohl eine „Hochzeitsprämie“ beisteuere, eine Finanzierungslücke von mehreren Millionen Euro bleiben, weil eine erforderliche Kreditaufnahme in dieser Höhe keine Genehmigung erhalten würde.

Von Olaf Krenz

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