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Borna Folgen der Flut: Kreistag genehmigt Millionen-Ausgaben
Region Borna Folgen der Flut: Kreistag genehmigt Millionen-Ausgaben
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16:21 19.05.2015

Einigkeit herrschte auch darüber, dass für alle Einsatzkräfte eine Dankeschön-Veranstaltung stattfinden soll - am 13. September im Belantis-Park.

Die Flutkatastrophe Anfang Juni hat nicht nur das Leben in der Region nachhaltig beeinflusst, sie veränderte auch den Ablauf der jetzigen Kreistagssitzung in Borna. Bevor es an die Abarbeitung der eigentlichen Tagesordnung ging, blickte Landrat Gerhard Gey (CDU) noch einmal auf die Ereignisse zurück. "Fast flächendeckend" habe das Hochwasser im Landkreis Schäden in einer Gesamthöhe von etwa 250 Millionen Euro angerichtet, so Gey. Fünf Katastrophengebiete habe es gegeben. An der Mulde seien die Fluten zum Teil höher gewesen als 2002, die Weiße Elster habe schlimmer gewütet als 2011. "Viele waren zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit betroffen", stellte der Landrat fest. Es verdiene Respekt, Anerkennung und Dank, dass es anstatt Resignation eigenverantwortliches Engagement, Solidarität und Hilfsbereitschaft gegeben habe.

Nach einem Blick auf die Chronologie der Fluttage lobte Gey vor allem die starke Unterstützung durch etwa 1600 Einsatzkräfte, von Freiwilligen Feuerwehren über Technisches Hilfswerk, von Bundeswehr und Bundespolizei übers Deutsche Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen bis hin zu den vielen Helfern. Positiv bewertete er auch die schnelle Entsorgung von etwa 20 000 Tonnen Sperrmüll, wodurch Kosten von bis zu 2,5 Millionen Euro anfallen würden. Die vom Bund genehmigten Wiederaufbaumittel in Höhe von acht Milliarden Euro seien angemessen, so Gey: "Wir dürfen die Betroffenen jetzt nicht allein lassen."

Betroffen ist auch der Landkreis selbst. Der Landrat sprach von Schäden in Höhe von etwa 8,4 Millionen Euro. Zur Beseitigung sollen außerplanmäßig knapp 4,8 Millionen Euro für Investitionen und knapp 1,8 Millionen Euro für Instandhaltungsleistungen noch im Haushalt dieses Jahres bereitgestellt werden. Zur Deckung sind Fördermittel des Freistaates vorgesehen, doch auch Eigenmittel des Kreises von etwa 1,5 Millionen Euro für Investitionen und von knapp einer Million Euro für Instandhaltungen werden dabei geplant.

Benötigt werden die Mittel vor allem im Kreisstraßenbau. Dickste Brocken: die Straße bei Narsdorf (geschätzte Schadenshöhe 1,49 Millionen Euro), die Kohlenstraße bei Döben (1,37 Millionen), die Ortsdurchfahrt Elbisbach (810 000) und die Brücke über die Weiße Elster bei Zitschen (651 000). Bei den Immobilien handelt es sich um das Kreismuseum in Grimma sowie um die Objekte von Volkshochschule und Musikschule in Grimma mit einem geschätzten Gesamtschaden von über einer Million Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Heinrich Lillie

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