Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Forderung: Olympiasieger Munkelt besser würdigen
Region Borna Forderung: Olympiasieger Munkelt besser würdigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:01 15.05.2018
Das Thomas-Munkelt-Denkmal in Zedtlitz. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna/Zedtlitz

Er ist sozusagen der bekannteste Bornaer Sportler. Als Olympiasieger von 1980 ohnehin der erfolgreichste. An sich aber stammt der frühere Hürdenläufer Thomas Munkelt aus Zedtlitz, das erst seit 14 Jahren zu Borna gehört. Dort erinnert auch ein Denkmal an den Goldmedaillen-Gewinner über 110 Meter bei der Moskauer Olympiade.

T Quelle: AP

Allerdings steht die weiß-schwarz-farbene Hürde, die so aussieht wie die Gerätschaften, über die Munkelt einst in rasantem Tempo flog, am falschen Ort, findet Gerhard Artelt.

Artelt: Denkmal sollte an die Hauptstraße

Der Stadtrat mit FDP-Parteibuch sähe das Thomas-Munkelt-Denkmal lieber an anderer Stelle: „An der Hauptstraße“, erläutert Artelt, gebürtiger Zedtlitzer und Betreiber der Neuholländermühle in Wyhra. Etwa gegenüber dem Gasthof.

Der Leichtathlet, der für den SC DHfK Leipzig startete und seit Jahren Zahnarzt in Kitzscher ist, sei es allemal wert, dass er nicht vergessen wird und sein Denkmal besser zu sehen ist. Derzeit steht die Munkelt-Hürde nebst den fünf bunten olympischen Ringen unter einem großen Baum inmitten einer kleinen Rasenfläche in der Nähe des vormaligen Zedtlitzer Gemeindeamtes.

Denkmal stammt aus DDR-Zeiten

Ein Ort, der spätestens seit dem Zusammenschluss von Zedtlitz mit Neukirchen und Wyhra zur vormaligen Gemeinde Wyhratal im Jahr 1993 noch weniger frequentiert wird als seinerzeit. Das Munkelt-Denkmal jedenfalls ist älter, es stammt aus DDR-Zeiten.

Königseiche wurde 1910 gepflanzt

Dabei ist der ungünstige Standort des Denkmals nicht das einzige, was einen gebürtigen Zedtlitzer wie Gerhard Artelt fuchst. Auch die so genannte Königseiche verdiene mehr Beachtung. Ein großer und breiter Baum, der an der Platekaer Straße steht. Er wurde am 21. Juli 1910 gepflanzt – als Erinnerung an einen Besuch des sächsischen Königs Friedrich-August III. wenige Tage zuvor in Zedtlitz.

Der kam ins dortige Schloss, „und die Leute standen für den König Spalier“, sagt Gerhard Artelt. Für das Dorf, das in den Annalen erstmals 1190 erwähnt wird und dessen Ursprünge damit in die Zeit vor der Ersterwähnung des benachbarten Borna fallen, war die Visite Seiner Majestät aus Dresden jedenfalls ein Ereignis und allemal bedeutend genug, um den Besuch mit der Pflanzung eines gewissermaßen königlichen Gewächses zu würdigen.

Gedenkstein erinnert an Besuch des Monarchen

Immerhin handelte es sich bei Friedrich-August III. um einen populären Monarchen. Der letzte seine Art in Sachsen war er auch; sein Kommentar zum Thronverzicht nach der Revolution 1918 („Macht Eiern Dregg alleene.“) ist legendär.

An seinen Besuch in Zedtlitz erinnert ein großer Gedenkstein vor der Königseiche. Wer die Schrift darauf entziffern will, braucht allerdings recht gute Augen. Das ließe sich ändern, findet Gerhard Artelt. Ebenso wie der Standort des Munkelt-Denkmals. Und er hofft, dass sich seitens der Stadt in dieser Hinsicht etwas bewegen lässt.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ralph Egler, Direktor der Volkshochschule Leipziger Land, spricht im Interview darüber, wie wichtig es ist, sich jetzt mit der digitalen Welt zu beschäftigen – nicht nur für Senioren. Seine Institution könne dabei eine wichtige Rolle spielen.

15.05.2018

Königlich-Sächsisches Lehrerseminar, später Gymnasium und bald Amtsgericht: In der Leipziger Straße in Borna wird derzeit für 11,5 Millionen Euro ein Gründerzeit-Gebäudekomplex saniert. Richter dürfen sich auf einen prächtigen Sitzungssaal freuen.

18.05.2018

Ab Dienstag kann im Freibad Böhlen wieder gebadet und gespielt werden. Dabei war zunächst unklar, ob der Termin gehalten werden kann, denn die Sanierung nach dem Brand nahm einige Zeit in Anspruch.

14.05.2018