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Fotos, Gemälde und Überreste des ehemaligen Stadtschlosses

Fotos, Gemälde und Überreste des ehemaligen Stadtschlosses

Das Museum Borna ist so etwas wie ein Abenteuerspielplatz für Entdecker und Schatzsucher. In der Wettinstraße ist die Sammlung untergebracht, die rund 80 000 Objekte verzeichnet.

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Marie Breinl zeigt einige Stücke, die sonst in der Sammlung aufbewahrt werden: den Schlüssel der Witznitzer Kirche und Teile des alten Stadtschlosses.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Und hier könnte jeder Liebhaber historischer Dinge seine Freude dran haben, wenn er nur hier sein dürfte. Alleine mehr als 30 000 Fotos, Alben, Negative und Dias konnten im Laufe der vergangenen Jahre inventarisiert werden, hinzu kommen weit mehr als 6000 Bücher, Möbel und Textilien der Kultur- und Alltagsgeschichte, Gemälde, Grafiken sowie Tonträger.

"Ein Museum ist nicht nur dafür da, Ausstellungen zu verschiedenen Themen zu zeigen, sondern vor allem, um zu sammeln", macht die Museumspädagogin Marie Breinl deutlich. Das Museum in Borna konzentriere sich bei seiner umfangreichen Sammlung auf Themen, die eng mit der Stadthistorie verbunden sind, beispielsweise auf die Feldgärtnerei, Architektur, berühmte Persönlichkeiten und natürlich auch Braunkohle.

Jährlich werden Breinl und der Leiterin Gabriele Kämpfner etwa 200 Objekte angeboten, die noch im Besitz von Bewohnern der Stadt sind. Doch nicht alle Schätze, die auf Dachböden und in Omas Schränken gefunden werden, sind auch tatsächlich für die Nachwelt erhaltenswert. Einiges sei bereits in der Sammlung enthalten, anderes müsse thematisch passen.

Gezielt kauft das Museum etwa 10 bis 50 Objekte im Jahr an. Erst kürzlich wechselte so ein Belegschaftsfoto der Firma Heil aus dem Jahr 1913 den Besitzer und landete bei Breinl zum Inventarisieren. Das Bild zeigt die Mitarbeiter bei einem Betriebsausflug, "so etwas ist doch recht selten. Ein Grund für uns, das Foto zu kaufen", begründet die Museumspädagogin. Auch ein Reichstor-Gemälde des Künstlers Robert Kluge gehört seit Kurzem zum Bestand des Museums. Im vergangenen Jahr landete gar eine echte Rarität auf dem Tisch von Breinl. Aus dem Jahr 1911 war ein Aufsatzheft einer Schülerin aufgetaucht, die beim Bau des Völkerschlachtdenkmals dabei war und ihre Erlebnisse darin schildert.

Passend zu den verschiedenen Ausstellungen in den Museumsräumen kommen so manche Gegenstände aus der Sammlung wieder ans Tageslicht. So ist derzeit zum Thema Kulturdenkmäler des Landkreises Leipzig und Nordsachsen der Schlüssel der Kirche des Ortes Witznitz zu sehen, der dem Tagebau zum Opfer fiel. Außerdem können Besucher Überreste des Stadtschlosses sehen, unter anderem Pfeiler- und Türteile. "Die Sammlung ist die Basis für die Forschung, Objekte verschwinden nicht darin, sie sind ja jederzeit abrufbar", betont Breinl. In den Vitrinen sind derzeit zudem ein Bruchstück der Glocke der Johanniskirche, Stuck der alten Engel-Apotheke und ein Türklopfer aus dem Schloss Rötha ausgestellt.

Doch auch Museumsmitarbeiter, die immer wieder Dinge angeboten bekommen, haben noch Träume. So durchforstet Breinl seit Jahren Internet, Archive und andere Museumssammlungen nach Architekturmodellen der Stadt Borna. "Ende der 60er Jahre hat es einen Ideenwettbewerb gegeben, wie das Stadtzentrum des sozialistischen Bornas neugestaltet werden soll", erzählt sie. Fotos von den Modellen gebe es, doch sie suche in jeder freien Minute nach den plastischen Modellen. Und so fragt Breinl bei den Universitäten in Magdeburg, Cottbus und Erfurt an. Bisher ohne Erfolg, aufgetaucht sind bisher lediglich Baupläne und Bilder. Doch das hindert sie nicht daran, weiter zu suchen. Irgendwann, hofft sie, hat sie Erfolg.

Von weiterem Interesse sind für sie und Kämpfner auch frühere Personalakten ehemaliger Bergleute. Zudem gebe es über die Bundesländer verstreut noch zahlreiches Aktenmaterial zur Abwicklung der Brikettfabriken. Gerade zu dem Thema Braunkohle wären das Objekte, die in der Bornaer Sammlung noch fehlen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.12.2014
Julia Tonne

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