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Borna Französische Impressionen im Bornaer Museum
Region Borna Französische Impressionen im Bornaer Museum
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00:35 10.05.2018
Hermann Hammitzsch stellt im Museum Borna seine „Französischen Impressionen“ aus. Quelle: Museum Borna
Borna

Seine künstlerische Liebe zu Frankreich konnte Hermann Hammitzsch erst jenseits der Sechzig ausleben. Die einzige Reise zuvor ins NSW, das nicht sozialistische Wirtschaftsgebiet, führte ihn nach Dänemark und war technischer Natur wie die vielen anderen in den ost- und südosteuropäischen Kosmos – ab Mitte der siebziger Jahre zeichnete der Techniker, Konstrukteur und Formgestalter im Kombinat Takraf für das Design von Maschinen und Anlagen verantwortlich. Technik, die unter anderem in den Tagebauen unverzichtbar war und der kleineren, deutschen Republik – Stichwort Kräne – weltweit Reputation verschaffte.

Freunde aus Frankreich zu Gast

Wenn der Leipziger ab 10. Mai im Bornaer Museum, unterstützt durch das Sächsische Wirtschaftsarchiv, eine Auswahl seiner französischen Impressionen ausstellt, gibt es mehrere Gründe dafür: seinen 85. Geburtstag, seine Verbindung in die Südleipziger Industrieregion, der Besuch aus Bornas französischer Partnerstadt Etampes.

Hermann Hammitzsch Ausstellung in Borna Quelle: Museum Borna

Ein halbes Hundert Bilder, vor allem Acryl, entstanden auf Hammitzschs Reisen, die ihn vor allem nach Mittel- und Südfrankreich führten und selbstredend nach Paris. Reisen, bei denen nicht die eigene bildkünstlerische Widerspiegelung im Vordergrund stand, sondern das Entdecken, die Auseinandersetzung, die Anregung durch Malerei, Literatur, Architektur, Landschaft, durch Menschen, Genüsse, das besondere Licht. „Mir war wichtig, nicht nur Museen aufzusuchen, sondern die Orte, an denen bekannte Künstler arbeiteten: Renoir, Toulouse-Lautrec, Monet“, sagt Hammitzsch. Was entstand, entstand „aus der Emotion, der Empfindung heraus“.

Welch grundverschiedener Ansatz zu seinem beruflichen Werdegang: Schlosserlehre bei Bleichert in Leipzig, Abendstudium, Konstrukteur im VEB Verlade- und Transportanlagen (VTA), Formgestalter-Studium auf Burg Giebichenstein, zuletzt Chefdesigner im Kombinat Takraf; zwischen Wende und vorzeitiger Rente war er Manager Corporate Identity.

Vorlass als Konstrukteur im Sächsischen Wirtschaftsarchiv

Nun blieb Zeit, künstlerisch Freiräume zu besetzen, die vorher kaum vorhanden waren. Skizzenbücher sind Hammitzschs permanenter Begleiter. In Zeichnung und Wort sind sie ein Fundus für den Bilderkosmos, den er auch mit zeitlichem Abstand noch zu entwickeln versteht. Sein Vorlass als Konstrukteur, Erfinder, Gestalter übergab er vor Jahren schon dem Sächsischen Wirtschaftsarchiv, das daraus für Publikationen und Ausstellungen schöpft. Das Künstlerische wird hier und im Mittweidaer Museum Alte Pfarrhäuser verwahrt. Sammlungen, die bei Weitem nicht abgeschlossen sind, denn Hammitzsch ist wachen Blicks und Sinns noch immer unterwegs. „Ich arbeite zurzeit an Bildern vom Comer See, der wimmelt vor Motiven.“ Doch auch nach Thüringen beispielsweise zieht es ihn immer wieder.

Ausstellung bis Juli im Borna zu sehen

„Wir freuen uns auf die Ausstellung, die bei unseren französischen Gästen gewiss auf Interesse stößt“, sagt Walter Dietzschold, Vorsitzender des Vereins für Städtepartnerschaft Borna. Neben einem Empfang im Goldenen Stern und der Vernissage habe man ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Die Ausstellung „Französische Impressionen“ ist bis zum 8. Juli im Bornaer Museum zu sehen. Am 27. Mai, 15 Uhr, gibt es ein Galeriegespräch, zu dem Hermann Hammitzsch, der Bornas Partnerstadt Etampes bei seinen Reisen im Übrigen (bisher) nicht berührte, zugegen ist. Begegnungen mit seinem Publikum schätzt Hammitzsch: „Das Schönste für den Künstler ist es, wenn er Menschen trifft, die ein Gefühl entwickeln für ein Bild, für eine Assoziation. Daran kann ich mich freuen. Das ist doch das Ziel, andere in Bewegung zu bringen.“

Von Ekkehard Schulreich

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